Viele jugendliche und einheimische Nutzer

Füssener Bücherei unter den Besten in Schwaben

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Die Stadtbibliothek Füssen sei ein „intensiv genutzter Ort“ erklärte Leiterin Sabine Frey in ihrem Jahresrückblick.

Füssen – Die Stadtbibliothek Füssen gehört zu den besten Bibliotheken in Schwaben und Bayern mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern.

Das wurde vergangene Woche in der Sitzung des Kulturausschusses deutlich, in der Bibliotheksleiterin Sabine Frey auf das vergangene Jahr zurückblickte. In fast allen Bereichen liegt die Stadtbibliothek Füssen über dem schwaben- und bayernweiten Durchschnitt. Eine Zahl freute die Räte dabei ganz besonders. 

„Ich freue mich, dass ich über ein erfolgreiches Jahr 2018 berichten kann“, erklärte Frey. 37.522 Besucher hätten im vergangenen Jahr die Bibliothek aufgesucht – ein erneuter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2017: 36.932). Damit setzt sich der Trend seit 2014 fort. Die Bibliothek sei nicht mehr nur ein Ort, um Bücher auszuleihen. Heutzutage verbringen Besucher dort ihre Zeit, um zu lesen, zu lernen, zu arbeiten oder um das WLAN zu nutzen. „Häufig ist nicht ein Arbeitsplatz frei“, so die Bibliotheksleiterin. 

Im Durchschnitt hielten sich hier 2018 200 Besucher pro Tag auf, die 705 Medien mit nach Hause nahmen. Da die Bibliothek durchschnittlich nur 5,4 Stunden pro Tag geöffnet ist, sei das „ein intensiv genutzter Ort.“ Außerdem fanden im vergangenen Jahr 132.504 Entleihungen statt (2017: 132.744). Die meisten davon (122.767 ) betrafen Medien in den Räumen der Bücherei. 

Nur 9737 Mal wurden digitale Medien entliehen (2017: 9.809 ). „Das ist nicht gewaltig“, informiert Frey. Spiegele aber das allgemeine Kundenverhalten wider, das auch der Buchhandel beobachtet. „Printmedien erfreuen sich größerer Beliebtheit.“ E-Books werden nur zu bestimmten Zwecken, beispielsweise im Urlaub genutzt. „Die Ausleihzahlen sind nahezu identisch und seit 2015 konstant“, erklärte die Bibliotheksleiterin.

Das sei sehr erfreulich, vor allem weil bayernweit die Entleihungen um drei Prozent rückläufig seien. Mit Blick auf die Statistik zeigt sich: Jeder Füssener hat 2018 8,4 Medien ausgeliehen. Das bedeutet, dass die Bibliothek 4,3 Mal komplett ausgeliehen war. „Das ist deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt.“

3000 Euro Beitrag

Insgesamt gibt es in der Stadtbibliothek Füssen über 31.000 Medien. Hinzu kommen noch 36.000 Exemplare online (18.500 verschiedene Titel) über die „Ohnleihe Schwaben“, in der sich 22 Bibliotheken zusammengeschlossen haben. Dafür leiste die Stadtbibliothek Füssen jedes Jahr einen Beitrag von 3000 Euro aus ihrem Medienetat. Schaut man sich die Nutzer an, fällt auf: Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre machen mit mehr als 39 Prozent den stärksten Anteil aus. „Das freut uns ganz besonders“, so Frey. „Wir haben wenig Probleme die jugendlichen Nutzer zu erreichen.“ 

Dafür stellt die Stadtbibliothek verschiedene Angebote bereit. Für die Kleinsten gibt es beispielsweise Erzähltheater und Spiele zu Büchern und Geschichten bei den „LeseMäusen“, das „BilderBuchKino“ oder das japanische Erzähltheater „Kamishibai“. Daneben können Schulklassen die Bibliothek besuchen und altersgerechte Einführungen erhalten, von der ersten Klasse bis zur Oberstufe. Für Letztere gibt es zudem Recherchetrainings für Referate und Seminararbeiten. Für die Elementar- und Primarstufen gibt es außerdem Medienboxen. „Eigentlich bräuchte die Woche mehr Vormittage“, erklärte Frey. „Der Erfolg ist einfach überwältigend.“ Zunehmend schwierig sei es dagegen, die Kinder über die Eltern zu erreichen. „Wir unterstützen auch Eltern bei der Förderung ihrer Kinder durch ein qualitätvolles Angebot in der Kinderbibliothek.“ 

Fast 200 Veranstaltungen 

Blickt man zurück auf die Nutzerzahlen, fällt ein starker Einbruch in der Altersklasse der 21- bis 30-Jährigen (5,6 Prozent) auf. In diesem Alter ziehen viele zum Studium weg oder sind mit dem Job oder der Familiengründung beschäftigt, erklärte die Leiterin der Stadtbibliothek. Erfreulich sei, dass in den Altersgruppen danach die Besucherzahlen wieder sukzessive ansteigen. Doch woher kommen die „Kunden“ der Bibliothek eigentlich? Mit 67 Prozent sind die Füssener am stärksten vertreten. Aber: „Eine bemerkenswerte hohe Zahl der Nutzer kommt aus dem Umland.“ 

Diese machen 27 Prozent aus. Das bestätige Füssen als Medienzentrum, so Frey. Daneben sind sechs Prozent der Besucher Gäste. „Das sind überwiegend Familien.“ Doch in der Stadtbibliothek gibt es nicht nur Medien: Im vergangenen Jahr lud die Stadtbibliothek zu 194 Veranstaltungen, die insgesamt 3741 Besucher mitverfolgten. Die meisten davon richteten sich an Kinder und Jugendliche. Das sei der eindeutige Schwerpunkt der Stadtbibliothek, erklärte Frey. Daneben gab es mit den Reihen „LeseZeit“ oder „bittersüß“ aber auch Veranstaltungen für Erwachsene. 

Im bayernweiten Leistungsvergleich der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen nehme die Stadtbibliothek Füssen einen Spitzenplatz unter den schwäbischen Bibliotheken in Kommunen mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern ein. In allen Bereichen liegt sie – zum Teil deutlich – über dem Durchschnitt – genau wie im bayernweiten Vergleich. Dort schneidet sie nur im Bereich Medien pro Einwohner (Füssen: 1,8; Bayern: 1,9) etwas schlechter ab.

„Das war ein umfangreicher Bericht“, erklärte Niko Schulte (CSU), der als Zweiter Bürgermeister Rathauschef Paul Iacob (SPD) vertrat, der im Urlaub weilte. „Vielen Dank an die Ehrenamtlichen. Ohne die ging es nicht.“ Diesem Lob schloss sich auch Lothar Schaffrath (SPD) an. Er schlug zudem vor, Mitglieder für den Förderverein der Stadtbibliothek „LeseZeichen“ zu werben. 

Sinkender IQ

Ein anderer Aspekt freute Christian Schneider (Füssen-Land) ganz besonders. Es sei „total erfreulich“, dass so viele Jugendliche unter den Nutzern seien. Deshalb richtete er seinen Dank an die Lehrkräfte, die diese an das Thema Stadtbibliothek heranführen. Ähnlich sah das Heinz Hipp (CSU). Während der durchschnittliche IQ nach den Weltkriegen angestiegen war, sei er mittlerweile wieder am Abnehmen. 

Die Experten seien sich einig, dass das mit der geringeren Lesekompetenz und der aktuellen jugendlichen Entwicklung zu tun habe, so der CSU-Fraktionsvorsitzende. Deshalb sei es besonders erfreulich, dass 25 Prozent der Bibliotheksnutzer Jugendliche seien. „Sie sind in dem Alter, auf das es ankommt.“ „Sehr interessant“ fand zudem Schulte (CSU), dass rund 30 Prozent der Nutzer aus dem Umland kommen.

kk

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