Scharfe Kritik von Stadtrat Bernhard Eggensberger

"Nein" zum Infinitypool in Hopfen

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Einen Infinitypool möchte ein Hotel in Hopfen bauen. Doch dem stehen die Räte skeptisch gegenüber.

Füssen – Wird die Stadt scheibchenweise übergangen? „Diesen Eindruck kann man gewinnen“, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) auf Bernhard Eggensberger (Füssen-Land) Anmerkung, als es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses um ein Hotel in Hopfen ging.

Dieses möchte einen sogenannten Infinitypool bauen. Doch da die Räte befürchteten, dass am Ende erneut etwas gebaut werde, was nicht in ihren Sinne sei, lehnten sie den Antrag mit drei Gegenstimmen ab. Seinen Pool möchte das Hotel direkt an seiner Grenze zum Nachbargrundstück errichten. 

Eine nicht ganz einfache Sache, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer anmerkte. Denn die Genehmigung hänge nach Auskunft des Landratsamtes Ostallgäu von der Zustimmung des Nachbarn ab. Ansonsten gebe es aber keine Punkte, die gegen den Antrag sprechen, erklärte der Bauamtsleiter. 

Da der Pool rechtlich nicht als Gebäude zählt, weil er kein Dach hat, sei er nicht an die Baugrenze gebunden. Und die sei im neuen Bebauungsplan, der derzeit aufgestellt werde, sehr eng gefasst. Allgemein warnte der Angeringer aber, dass solche Projekte den neuen Bebauungsplan unterlaufen können, „wenn er nicht schnell in Kraft tritt.“ 

Ein „sehr schwieriges Projekt“ für die Stadt, wie auch Rathauschef Iacob erklärte. Weil aber eben nichts gegen den Poolbau spreche, empfahl der städtische Amtsleiter das Projekt abzusegnen. Der Bauherr müsste nur die Pläne nachreichen, die die Änderung des Geländes und der Grundzahlen deutlich machen. 

Räte sind nicht zufrieden

Doch die meisten Räte standen dem kritisch gegenüber. Zwar müsse der Bauherr erneut einen Bauantrag einreichen, wenn er seinen Pool doch überdachen wolle, aber ob das Gremium diesen dann auch ablehnen könne, daran zweifelte Dr. Christoph Böhm (CSU). „Entscheiden wir heute eigentlich nicht über ein überdachtes Schwimmbecken?“, fragte er sich deshalb. 

Eine Überdachung sei zwar rechtlich nicht abzulehnen, meinte Angeringer, diese müsse aber bestimmte Abstandsflächen einhalten. Da der Bauherr das nicht könne, müsse sie der Nachbar übernehmen. „Touristisch ist das eine qualitative Aufwertung“ meinte Iacob. „Aber wir können die Dachkonstruktion nicht verhindern, wenn der Nachbar zustimmt.“ Deshalb wäre es ehrlicher vom Gremium zu sagen, dass es das nicht will, weil es städtebaulich nicht reinpasse. 

Noch ein Schwarzbau?

Der Architekt, der mit dem Projekt betraut ist, sei zudem bekannt dafür, dass er eine Hintertür offen lasse, um mehr zu bekommen als laut Antrag möglich sei, merkte Eggensberger an. Zudem wollte er wissen, ob die Terrasse des Hotels, die ohne Genehmigung überdacht wurde, immer noch ein „Schwarzbau“ ist, und was Stand der Dinge bei den Parkplätzen ist, die zum Teil nicht anfahrbar seien. 

Langsam bekomme man den Eindruck, dass die Stadt hier scheibchenweise übergangen werden solle, meinte Eggensberger. Wegen der Stellplätze frage er nach, erklärte Amtsleiter Angeringer. Bei der überdachten Terrasse sei das Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf allerdings zu einem anderen Schluss gekommen als die Stadt Füssen. „Hier gibt es leider nicht so viel Unterstützung.“

kk

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