Räte erteilen Betreiber eine Absage

Kein Stellplatz für E-Bike-Rikscha am Füssener Bahnhof

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Fahrrad-Rikschas gibt es weltweit an vielen touristischen Hotspots. Eine moderne Version mit E-Antrieb möchte ein Betreiber nun auch in Füssen anbieten. Die Füssener Stadträte begrüßten zwar die Idee, aus Sicherheitsgründen lehnten sie aber einen Stellplatz auf öffentlichem Grund am Bahnhof ab.

Füssen – Ein Betreiber möchte künftig Gäste mit einer E-Bike-Rikscha von Füssen nach Hohenschwangau bringen. An sich begrüßten die Stadträten jetzt diese Idee. Einen Stellplatz auf öffentlichem Grund am Bahnhof wird die Stadt dem Betreiber aber nicht zur Verfügung stellen. 

Was in München und Berlin bereits gang und gäbe ist, soll nun auch nach Füssen kommen: E-Bike-Rikschas, die Touristen zu den Sehenswürdigkeiten bringen. Doch vor allem aus Sicherheitsgründen sieht die Füssener Stadtverwaltung das kritisch. So hatte das Landratsamt Ostallgäu zu bedenken gegeben, dass die Stadtverwaltung bei Unfällen mit der E-Bike-Rikscha haftbar gemacht werden könnte, wenn sie dem Betrieb öffentliche Flächen als Standplatz zur Verfügung stellt, informierte Manfred Schweinberg vom städtischen Verkehrsamt. „Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen“, so Schweinberg. 

Zudem würde die Rikscha vermutlich regelmäßig auf den ohnehin meist überlasteten Radwegen zwischen Hohenschwangau-Schwangau und Füssen unterwegs sein. „Die Geschwindigkeit dürfte zum einen relativ hoch sein, da der Betreiber ein Gewerbe betreibt und versuchen wird, möglichst viele Fahrten pro Tag zu absolvieren. Die Gefährdung des übrigen Radverkehrs/Kinder/Fußgänger dürfte somit relativ hoch sein“, heißt es dazu in den Sitzungsunterlagen. 

Kein Stammplatz 

Ein noch größeres Problem entstehe jedoch, wenn das Gefährt auf die noch stärker belastete Bundes- bzw. Staatsstraße nach Hohenschwangau ausweiche. „Die zuständigen Behörden haben deshalb bereits Bedenken in Bezug auf mögliche Unfälle durch die Rikscha geäußert, sollte die Fahrbahn benutzt werden, von weiteren Verkehrsbehinderungen ganz abgesehen.“ Das eindeutige Fazit der Stadtverwaltung lautete deshalb: „Wir begrüßen das, aber einen Stammplatz werden wir nicht anbieten“, erklärte Amtsleiter Schweinberg. Um seinen Betrieb aufnehmen zu dürfen, müsse der Antragsteller ohnehin nur sein Gewerbe anmelden, fügte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) hinzu. 

Für Jürgen Doser (FWF) war die Sache klar: „Das muss die Stadt ablehnen!“ Schließlich wolle hier ein Unternehmer einen öffentlichen Platz. „Wenn wir das anfangen, werden 150 andere auch kommen.“ 

Metzger widerspricht 

„Das sehe ich komplett anders“, meinte dagegen Dr. Martin Metzger (BfF). Die Rikscha transportiere schließlich nur ein bis zwei Leute von A nach B. „Taxis machen auch nichts anderes.“ Und diese würden schließlich auch am Bahnhof stehen. Passiere hier etwas, hafte die Stadt auch nicht. „Ich verstehe die Denkweise des Landratsamtes gar nicht“, meinte er. Damit die Rikschas nicht Überhand nehmen, könnte die Stadt den Platz auch nur auf maximal zwei Gefährte begrenzen. Denn: Aus rechtlicher Sicht sei eine E-Bike-Rikscha nur ein Fahrrad. „Sie darf so oder so reinfahren (auf den Bahnhofsvorplatz – Anmerk. d. Red.)“, erläuterte Polizist Johannes Stoll. 

Deshalb sollte Füssen ohnehin, wie auch Berlin und München es getan haben, erst einmal eine Satzung auf den Weg bringen, in der die Stadt festschreibt, wie viele E-Bike-Rikschas sie zulassen möchte und was diese zu beachten haben, meinte Eichstetter. 

Allgemein sprach sich Erich Nieberle (SPD) dafür aus, das Thema offen anzunehmen und sich damit zu befassen. „Es nur abzulehnen, finde ich nicht gut.“ Thomas Scheibel (FWF) regte zudem an, sich mit den umliegenden Gemeinden abzusprechen. Schließlich habe die Gemeinde Schwangau dem Betreiber bereits eine Absage erteilt.

kk

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