Stadträte fordern mehr Parkplätze für Ponyranch

Weißenseer Ranchbetreiberin muss liefern

Parkende Autos auf Straße
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Den Anwohnern soll das zeitweilige Parkchaos auf der Zufahrtsstraße zur Pferderanch ein Dorn im Auge sein, hieß es im Bauausschuss.

Füssen – Grundsätzlich ist sich der Stadtrat zwar darin einig, einer Pony- und Pferderanch bei Weißensee eine beantragte Erweiterung zu ermöglichen. Doch der am Dienstagabend im Bauausschuss vorgelegte Entwurf des für das Vorhaben erforderlichen Bebauungsplans konnte die Ausschuss-Mitglieder nicht gänzlich überzeugen. Vor allem die aus Sicht der Stadträte fehlenden Parkplätze sorgten für Diskussionen.

Dass die Ranch, auf der Reitunterricht – teilweise auch mit heilpädagogischen Elementen – angeboten wird, erweitern darf, hatte der Bauausschuss bereits im November des vergangenen Jahres grundsätzlich beschlossen. Unter anderem plant die Betreiberin laut Bauamt ein neues Stallgebäude, ein Büro einen Aufenthaltsraum sowie ein Wohnhaus. Darüber hinaus soll die Reitanlage neu angelegt werden, um eine artgerechte Haltung der Tiere weiterhin sicherzustellen. Allerdings ist die Anlage laut Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU)ein Schwarzbau und liegt in einem naturschutzrechtlich sensiblen Außenbereich unmittelbar am Mühlbach und einem Moor. Nicht zuletzt deshalb beäugte das Landratsamt das Vorhaben zunächst kritisch.

Man muss sich klar sein: das sind Schwarzbauten!“

Christian Schneider, Stadtrat

Da die Stadtverwaltung den Hof aber als wichtig für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Füssen erachtet und in ihm eine „wichtige Ergänzung des Freizeitangebots der Stadt“ sieht, einigte sich der Bauausschuss schließlich auf die Aufstellung eines Bebauungsplans (B-Plan) für den Hof, um diesen planungsrechtlich abzusichern. Die Kosten dafür legten die Stadträte seinerzeit der Betreiberin auf. Bürgermeister Eichstetter bekräftigte am Dienstagabend, dass es dabei auch bleiben wird. „Es ist klar, dass wir hier keine Kosten übernehmen!“

Der nun in der jüngsten Sitzung vorgelegte Entwurf des Bebauungsplans überzeugte die Ausschussmitglieder allerdings nicht komplett. Denn zum einen ist die Frage der Ausgleichsflächen noch nicht abschließend geklärt, zum anderen sieht der vorgelegte B-Plan-Entwurf mit elf bis 12 Stellplätzen nach Einschätzung einiger Stadträte zu wenig Parkplätze für die Größe des Betriebs vor. Insbesondere Zweiter Bürgermeister Christian Schneider (Füssen-Land) hakte an dieser Stelle nach. Bereits in der Vergangenheit hätten die Besucher des Hofs zum Teil kreuz und quer und zum Verdruss der Anwohner an der Zufahrtsstraße geparkt. „Man muss sich klar sein: das sind Schwarzbauten!“, so Schneider. Bauamtsleiter Armin Angeringer gab zu, dass die Parkplatzfrage „für uns nicht ganz einfach“ sei. Denn die städtische Stellplatzsatzung könne in diesem Fall nicht eins zu eins angewendet werden.

Sie müssen jetzt eine Lösung bringen, die auch in zehn Jahren noch funktioniert!

Dr. Martin Metzger, Stadtrat

Den Vorschlag der Planer, die Frage der Parkplätze erst später b im Zuge des konkreten Bauantrags zu klären, lehnten die Räte allerdings ab. „Unserer Erfahrung nach funktioniert peu à peu nicht“, sagte Dr. Martin Metzger (BfF). Für ihn stehe fest: „Elf Parkplätze reichen da nicht!“ Sowohl er als auch Schneider beharrten darauf, dass auf dem Gelände genügend Parkplätze nachgewiesen werden. „Sie müssen jetzt eine Lösung bringen, die auch in zehn Jahren noch funktioniert!“, sagte Metzger.

Der Ausschuss schloss sich dieser Forderung an und billigte den B-Plan-Entwurf nur unter der Voraussetzung, dass mindestens 20 Parkplätze auf dem Areal ausgewiesen werden. Ebenfalls einstimmig stimmte das Gremium einer Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) zu. Diese ist erforderlich, da in der aktuellen Fassung der Ranchbereich als Moor dargestellt wird.

mm

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