Aus für neues Sporthotel

Nach Kritik im Stadtrat ziehen Planer Antrag für neues Sporthotel zurück

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Anstelle der längst abgerissenen alten Tankstelle sollte hier ein Sporthotel gebaut werden. Nun hat der Bauwerber seinen Bauantrag zurück gezogen.

Füssen – „Das Projekt ist gestorben!“ Die Kaufbeurer Immo-Holding GmbH hat am Mittwoch vergangener Woche ihren Antrag für den Bau eines Sporthotels für Eishockey-Mannschaften in der Kemptener Straße 32 zurück gezogen.

Damit reagiert das Unternehmen nach Angaben von Geschäftsführer Josef Voith auf die Sitzung des Stadtrates vom Vorabend. Die Ratsmitglieder hatten erhebliche Zweifel an dem Vorhaben geäußert, da ein Gebäude mit drei Geschossen plus Dachgeschoss für diesen Bereich zu massiv sei. 

Im Gespräch mit dem Kreisbote äußerte Voith vergangene Woche sein Unverständnis über die Kritik der Stadträte. Denn es sei von vorneherein klar gewesen, dass das Hotel nur in dieser Größenordnung rentabel betrieben werden könne. Auch Füssen Tourismus und Marketing (FTM) sowie die Leitung des BLZ hätten sich für den Hotelbau ausgesprochen, so der Geschäftsführer der Kaufbeurer Immo Holding GmbH weiter. 

Tatsächlich standen die Chancen für eine Umsetzung des Vorhabens zunächst gar nicht schlecht. Denn neben FTM und BLZ hatten im Herbst sowohl Bauausschuss als auch Stadtrat dem Projekt – wenn auch unter gewissen Voraussetzungen – grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert (der Kreisbote berichtete mehrfach). Durch das neue Hotel mit rund 30 Zimmern für etwa 120 Sportler sollte vor allem das in unmittelbarer Nähe stehende BLZ gestärkt werden. Denn dessen Leitung hatte beklagt, dass viele auswärtige Teams keine Hotelplätze in Füssen finden würden.

Zweifel an den Zahlen

Dem Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf war allerdings von Anfang an die geplante Höhe von drei Geschossen plus Dachgeschoss für diesen Bereich der Kemptener Straße zu viel. Deshalb forderte die Kreisbehörde einen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Dem folgte der Stadtrat Ende September einstimmig. Allerdings äußerten bereits zu diesem Zeitpunkt einige Ratsmitglieder Zweifel am geplanten Umfang des Gebäudes. 

Vergangene Woche stellte vor allem die CSU-Fraktion das Vorhaben erneut in Frage. Peter Hartung fragte: „Auf welche Aussage soll ich mich nun verlassen?“ Gemeint waren offenbar unterschiedliche Angaben zur Auslastung des BLZ und deren Rentabilität. Daher stelle sich die Frage, woher nun plötzlich eine derartige Belebung herkommen solle, um ein solches Hotel wirtschaftlich betreiben zu können. Dass eine so große Unterkunft notwendig ist, bezweifelte auch Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) und verwies auf das seit Jahren leer stehende Hotel „Eiskristall“ in der Nähe. Außerdem sei das geplante Gebäude doch zu massiv für diesen Bereich.

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) verwies darauf, dass das BLZ für den Bau des Hotels sei. Außerdem sei das Vorhaben nicht mit dem „Eiskristall“ zu vergleichen, da es mit Einzelzimmern qualitativ viel höher angesiedelt werden solle. Dem widersprach allerdings Dr. Anni Derday (FW). Aus der vorgelegten Planung gehe hervor, dass auch in dem geplanten Hotel Mehrbettzimmer vorgesehen seien. Eine Abstimmung war an diesem Abend übrigens nicht möglich, da diejenigen Stadträte, die kein Internet nutzen, keine Unterlagen zur Sitzung bekommen hatten.

mm

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