Im Baumgarten soll ein neuer Abenteuerspielplatz gebaut werden

Ein Drache unterm Schloss

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Auf der Wiese am Wegesrand unterhalb des Hohen Schlosses soll der neue Spielplatz gebaut werden.

Füssen – Was in den späten 1960er Jahren nicht funktionierte, soll nun im zweiten Anlauf klappen – ein Abenteuerspielplatz im Baumgarten.

Bei zwei Gegenstimmen von Magnus Peresson (UBL) und Dr. Christoph Böhm (CSU) hat der Stadtrat am Dienstagabend die Stadtverwaltung mit der Planung des Platzes beauftragt. Vor 2018 wird es eine Umsetzung aber wohl nicht geben. 

Beantragt hat den Bau des Spielplatzes im Baumgarten unterhalb des Hohen Schlosses der SPD-Stadtrat und Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirats, Wolfgang Bader. „In Bezug auf Spielplätze im Innenstadtbereich besteht Mangel“, sagte er und verwies auf verschiedene Gespräche mit Müttern und Erzieherinnen, die einen weiteren Spielplatz sich wünschen würden. „Das wäre im Interesse unserer jungen Familien.“ 

Allerdings soll der neue Spielplatz nach Absprache mit dem Bauamt nun nicht wie ursprünglich geplant unterhalb des historischen Wasserschlosses, sondern auf der Wiese neben dem Weg zur Ritterstraße/Kemptener Straße gebaut werden. Thematischer Schwerpunkt soll in Anlehnung an das Kloster St. Mang ein liegender Drache als Klettergerät werden. Als Ergänzung dazu könnten Schaukeln und andere Kleingeräte aufgestellt werden.

 Einer „Wassermatschanlage“ erteilte das Bauamt dagegen eine Absage, da diese ausschließlich mit Leitungswasser betrieben werden dürfe. „Der Installations- und Unterhaltsaufwand wäre für eine Anlage im Baumgarten immens hoch.“ 

Schulte will Laternen

Der Standort auf der Wiese habe auf der anderen Seite aber den Vorteil, dass die nächsten Wohnhäuser rund 150 Meter entfernt sind, so dass keine Lärmbelästigung zu befürchten sei. Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) forderte außerdem noch Laternen, um den Platz vor Vandalismus zu schützen. 

Die meisten Ratsmitglieder zeigten sich angetan von dem Antrag Baders. Vor allem CSU-Stadträtin Ursula Lax unterstützte den Vorsitzenden des Kinder- und Jugendbeirats. Zweifel brachten dagegen Magnus Peresson (UBL) und Dr. Christoph Böhm (CSU) an. Beide erinnerten daran, dass dort in den späten 1960er Jahren schon mal einen Spielplatz existierte, der aber nicht angenommen worden sei. „Da war schon mal ein Spielplatz. Und der ist gescheitert“, sagte Peresson. 

Böhm sagte zwar: „Gegen die Idee eines Spielplatzes kann keiner etwas haben.“ Er erinnerte aber daran, warum der Platz damals in den späten 1960er Jahren von Kindern und Eltern angeblich nicht angenommen worden sei. Unter anderem nannte er die schlechte Zugänglichkeit, fehlende Barrierefreiheit, fehlende Parkmöglichkeiten, fehlende Toiletten und ein subjektives Unsicherheitsgefühl auf. Außerdem müsse ein Zaun um das Areal gebaut werden. „An all diesen Problemen hat sich nichts geändert!“, betonte er. 

Er schlug deshalb vor, das Geld für den Bau des neuen Platzes in den Spielplatz im Freybergpark zu stecken. 

Ist das finanzierbar?

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) widersprach Böhm jedoch vehement. Es sei der damalige Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins gewesen, der den damals innovativen Abenteuerspielplatz mit Palisadensandkasten und Röhrentrakt wieder abbauen ließ, weil dieser zu modern sei. „Die Planung war großartig“, so Iacob.

Auch andere Ratsmitglieder verwarfen Böhms Argumente. „Es gibt heute eine andere Kinderwelt“, erklärte beispielsweise Stadträtin Lax. Gedanken wegen der Kosten machte sich hingegen Herbert Dopfer (Füssen-Land) und Dr. Anni Derdy von den Freien Wählern. „Ein Spielplatz ist sicherlich gut. Aber was ist mit dem Geld?“, fragte Dopfer. Was der Platz kosten werde, sei noch unklar, erwiderte Iacob. Er rechne mit etwa 30.000 bis 50.000 Euro. 

Für das kommende Jahr ist mit der Umsetzung wohl ohnehin nicht zu rechnen. „Für den Haushalt 2017 wird das nicht mehr relevant sein“, erklärte Kämmerer Tobias Rösler auf Nachfrage. Dort seien bislang nur 70.000 Euro für den Bau eines Spielplatzes im Weidach eingeplant.

Matthias Matz

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