Stadträte genehmigen Pläne für neuen Kindergarten

"Ich glaube, dass wir das hinkriegen"

+
Der neue Kindergarten soll im neuen Baugebiet im Weidach entstehen.

Füssen – Wie der Kindergarten in Weidach ausschauen soll, das bekamen die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung zu sehen. Hier stellte Bauamtsleiter Armin Angeringer die Pläne vor. Die kamen bei den Räten zwar gut an. Dr. Anni Derday (FWF) und Dr. Christoph Böhm (CSU) waren aber dennoch skpetisch.

Der neue Kindergarten soll im Norden des Baugebiets entstehen, erklärte Angeringer. Dabei soll er so angelegt werden, dass durch die Erschließung möglichst wenig Kosten entstehen und die Anwohner durch den Verkehr so wenig wie möglich gestört werden. „Wir bekommen nur das gefördert, was wir jetzt brauchen.“ Deshalb will die Stadt zunächst einen zweigeschossigen Bau für drei Gruppen und ein Familienzentrum errichten. 

Aber: „In Anbetracht des anhaltenden Anwachsens der Einwohnerzahl auch in den kommenden Jahren nicht zuletzt durch die Baugebietsentwicklungen ist von einem anhaltenden Anstieg der Bedarfszahlen auszugehen“, heißt es in den Unterlagen. Um dafür gerüstet zu sein, steht im Westen eine Erweiterungsfläche für zwei zusätzliche Gruppen zur Verfügung. Die Alternative, zunächst ebenerdig zu bauen und dann aufzustocken, hat die Stadtverwaltung intern dagegen verworfen. Denn „eine Aufstockung hat wesentlich größere Auswirkungen auf den Kindergarten-Betrieb als eine gesamte Erweiterung“, sagte Angeringer. Zudem würden wohl höhere Kosten durch den Umbau des bereits bestehenden Daches anfallen. 

Sorgen wegen Hochwasser 

Gegen den Entwurf an sich hatten die Räte zwar nichts. Dr. Anni Derday machte sich allerdings Sorgen wegen der derzeitigen Vorgehensweise. So sollte man vorher doch erst die Grundstücksverhandlungen zum Abschluss bringen und die Gefahren durch Hochwasser klären, „bevor wir in die konkrete Planung gehen“, meinte sie – selbst wenn die Zeit dränge. „Die Einigung ist vom Grundsatz her da“, entgegnete Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Die Verträge würden bereits beim Notar liegen. 

Und auch beim Thema Hochwasser sah er keine Probleme. „Ich halte diese Thematik nicht für ein Hindernis, die das unmöglich macht“, meinte auch Angeringer. Das Gebiet sei bebaubar. Es werde allerdings gewisse Einschränkungen geben. „Wir halten uns an das Gutachten von der Ostseite und schreiben es weiter“, fügte der Rathauschef hinzu. 

Doch diese Erklärung reichte Dr. Christoph Böhm (CSU) nicht. „Das ist ein Retentionsgebiet. Und das soll man nicht zubauen.“ Zudem sei es ein Unterschied, ob ein Gebiet nur als hochwassergefährdet eingestuft werde oder ob es schon einmal überschwemmt worden sei. In einem ähnlichen Fall habe ein Bürger geklagt und die betroffene Kommune durfte ihr Baugebiet dann nicht bebauen. Er bat deshalb darum, das prüfen zu lassen, „bevor wir teuer bauen“, so Böhm.

„Wir tun das auf jeden Fall“, erwiderte Iacob. Aber: „Ich glaube, dass wir das hinkriegen.“ Heute gebe es schließlich diverse technische Möglichkeiten. Außerdem werde das Gelände aufgekiest. 

Reichen die Stellplätze? 

Ein anderes Problem hatte Herbert Dopfer (Füssen-Land). Er fand die Lage der Parkplätze zwar praktisch. Aber: „Wir schaffen uns einen Präzedenzfall“, warnte er. Denn die Verwaltung verstoße damit gegen die Stellplatzsatzung. „Das wird von uns nicht als Präzedenzfall gesehen“, entgegnete jedoch Hauptamtsleiter Andreas Rist. Denn Parkplätze dieser Art gebe es bereits an anderen Kindergärten. Der Parkplatz werde hauptsächlich von Eltern genutzt, die ihre Kinder hinbringen und wieder abholen, so Angeringer. In dieser Zeit werde es eine relativ hohe Frequentierung mit den entsprechenden Auswirkungen geben. 

Andreas Ullrich (FWF) machte dagegen die Anzahl der Stellplätze Sorgen. Er war skeptisch, ob diese im Falle einer Erweiterung reichen. Zumal die Mitarbeiter auch noch irgendwo parken müssten. „Wir prüfen auch dies, wo wir bei einer Erweiterung Parkplätze anlegen“, so Iacob. Diese seien allerdings nur für die Eltern gedacht. Die Mitarbeiter könnten mit einem Sonderausweis ihre Autos am Parkplatz am Bootshafen abstellen. 

Währenddessen appellierte Dagmar Rothemund (SPD) für eine zügige Planung. Derzeit seien 25 Kinder für die Übergangslösung im Bürgerspital angemeldet. „Das geht noch. Aber wenn das mehr werden, ist das wirklich nicht mehr günstig.“ Das sah auch Böhm so. Und gerade deswegen mahnte er, dass ein so großes Bauprojekt für Architekten ausgeschrieben werden müsse. „Wir dürfen keine Formfehler machen. Eine Klage zieht sich lange hin.“ Der Plan stamme noch vom ursprünglichen Standort an der Dr.-Enzinger-Straße, erklärte Iacob. „Den wollten wir so weit wie möglich übernehmen.“ Am Ende gaben die Räte einstimmig grünes Licht für das grundsätzliche Plankonzept.

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Ein "Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre"
Ein "Ort mit Wohlfühl-Atmosphäre"
"A guter Almsommer"
"A guter Almsommer"
Taucher verunglückt tödlich
Taucher verunglückt tödlich
"Wir machen uns Sorgen"
"Wir machen uns Sorgen"

Kommentare