Weit hinter dem Zeitplan

Stadtrat billigt Bebauungsplan-Entwurf für die Guggemoswiese

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Obwohl bereits vor fünf Jahren Baubeginn hätte sein sollen, wird derzeit immer noch am Bebauungsplan für die Guggemoswiese gearbeitet.

Füssen – „Hier entstehen 7 Reihenhäuser mit Garagen. Baubeginn 2014“ prangt noch immer auf einem großen Plakat auf der Guggemoswiese, wo Firma Hubert Schmid bekanntlich fünf Wohnhäuser mit etwa 80 Wohnungen bauen will. Geworden ist daraus bislang aber trotz des  Zeitplans von damals nichts.

Im Gegenteil: Fünf Jahre nach dem geplanten Baubeginn hat der Stadtrat jetzt zunächst einmal den nötigen Bebauungsplan-Entwurf gebilligt und die erneute öffentliche Auslegung beschlossen. Änderungen im Vergleich zum vor eineinhalb Jahren öffentlich ausgelegten Vorentwurf gibt es kaum. 

Genau wie die sogenannten Träger öffentlicher und nichtöffentlicher Belange hatten auch die Stadträte kaum etwas an dem vom Memminger Architekten vorgelegten B-Plan-Entwurf auszusetzen. Für eine kurze Diskussion sorgte lediglich der Einwand von Jürgen Brecht im Zuge der Auslegung. Dieser fordert, dass der auf dem Areal geplante 200 Quadratmeter große Spielplatz nicht, wie der beim ehemaligen Hallenbad, umzäunt und abgeschlossen wird. Die Stadt solle das vertraglich mit dem Bauherren regeln, so sein Einwand. 

Eine Frage der Haftung 

Das sah auch Gerlinde Wolnitza von den Füssener Freien Wählern so. „Der müsste schon offen sein!“, sagte sie. Doch was zunächst einfach klingt, scheint juristisch deutlich komplizierter zu sein, wie ein Vertreter von Hubert Schmid erläuterte. „Es ist nicht unser Bestreben, den Spielplatz einzuzäunen“, sagte er. „Aber es ist letztlich eine Haftungsfrage.“ Davon abgesehen, sei dies keine Entscheidung von Hubert Schmid, sondern der künftigen Eigentümergemeinschaft der Wohnhäuser, erklärte er. Auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) machte klar: „Das ist Privateigentum!“ 

Dr. Martin Metzger (BfF) und SPD-Ratsfrau Ilona Deckwerth wollten sich damit jedoch nicht zufrieden geben. „Vielleicht muss das bauende Unternehmen ja nicht schon jetzt einen Zaun drumherum bauen“, merkte Metzger an. „Wenn die Eigentümer das später machen wollen, können wir nichts machen. Aber wir müssen sie ja nicht mit der Nase drauf stoßen“, so Metzger weiter. Deckwerth indes will alle Möglichkeiten“ prüfen lassen, damit der Spielplatz öffentlich zugänglich bleibt. „Ich hätte schon gerne, dass wir dem noch mal nachgehen“, sagte sie und schlug vor, jetzt nicht über diesen Passus im B-Plan-Entwurf abstimmen zu lassen. Bürgermeister Iacob wies zwar erneut darauf hin, dass es sich um Privateigentum handle, schlug aber vor, im B-Plan zunächst keine Einzäunung festzulegen. Über eine solche sollen dann später die Eigentümer entscheiden, schlug er vor. 

Außerdem aufgenommen in den B-Plan-Entwurf wird ein Einwand von Stadträtin Fröhlich. Die Bürgermeister-Kandidatin der Freien Wähler wies darauf hin, dass Ferienwohnungen im Entwurf bislang nicht explizit ausgeschlossen seien. Eine entsprechende Ergänzung soll erfolgen.

mm

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