Am Festspielhaus sollen über 130 neue Parkplätze gebaut werden

Steigender Bedarf

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Nördlich des Festspielhauses sollen über 130 neue Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher der Gastronomie entstehen. Dafür muss der Bebauungsplan geändert werden.

Füssen – Die neuen Betreiber des Füssener Festspielhauses machen offenbar ernst mit der Umsetzung ihres Konzepts und wollen deshalb über 130 zusätzliche eigene Parkplätze auf der Grünfläche hinter dem Hauptgebäude bauen.

Einem entsprechenden Antrag auf Änderung des Bebauungsplans stimmte der Stadtrat am Dienstagabend unter bestimmten Voraussetzungen einstimmig zu. Für die Stadt könnte das finanziell womöglich aber noch zum Bumerang werden. 

Nach Angaben von Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer plant die Ludwigs Grundbesitz GmbH auf rund 0,7 ha den Bau von 25 neuen Parkplätzen für ihre Angestellten sowie 92 zusätzliche Parkplätze für Besucher auf der nordwestlichen Grünfläche auf dem Festspielhausareal. Dazu kommen 12 zusätzliche Behindertenparkplätze. 

Bisher mussten Besucher des Festspielhauses den etwa 500 Meter entfernten städtischen Parkplatz „Achmühle“ jenseits der „Füssener Ach“ benutzen. Bei vollem Haus würden die dortigen 286 Parkplätze aber nicht ausreichen, teilte die Ludwigs Grundbesitz GmbH jetzt mit.

Begründet wird das Ansinnen des Unternehmens außerdem mit der geänderten Nutzung des Veranstaltungshauses. Demnach seien vor allem für die Gastronomie – die künftig sieben Tage die Woche ganztägig geöffnet haben soll – vor allem bei schlechtem Wetter Parkplätze in unmittelbarer Nähe zum Gebäude unbedingt erforderlich. „Gespräche mit potentiellen Pächtern der Gastronomie haben ergeben, dass es für die Tagesgäste unerlässlich bzw. zwingend sei, zusätzliche Parkplätze mit kurzer Anbindung unmittelbar am Festspielhaus zur Verfügung zu stellen“, heißt es dazu vonseiten der Ludwigs Grundbesitz GmbH.

In der Vergangenheit habe sich außerdem gezeigt, dass die bisherigen Parkplätze hinter dem Haus für Personal, Techniker und Künstler sowie Musiker nicht ausreichen. „Zwingend erforderlich“ seien die zusätzlichen Parkplätze auch für das geplante Hotel am Festspielhaus. Die Zufahrt soll dem Antrag der Ludwig Grundbesitz GmbH zufolge über die bisher für den allgemeinen Verkehr gesperrte Brücke über die „Füssener Ach“ erfolgen. 

Außerdem solle zusammen mit der Stadtverwaltung und der Firma APCOA ein Parkleitsystem ausgearbeitet werden, das bei vollem Festspielhaus-Parkplatz zum Parkplatz „Achmühle“ weiterleitet. Die Kosten für das Verfahren will die Grundbesitz GmbH übernehmen. 

Sorge um "Achmühle"

Zwar spricht laut Bauamtsleiter Angeringer planungsrechtlich nichts gegen den Antrag der Firma. Die Stadträte trieb allerdings die Sorge um, der Parkplatz „Achmühle“ werde künftig weniger genutzt, was wiederum weniger Einnahmen für die Stadtkasse bedeuten würde. Auch müsse sichergestellt werden, dass auch ein möglicher neuer Eigentümer im Falle einer neuerlichen Pleite künftig den städtischen Parkplatz benutzt. „Wir müssen eine Sicherheit haben, dass auch der nächste Besitzer unsere Parkplätze benutzen muss“, appellierte Dr. Martin Metzger (BfF). „Sonst gucken wir die nächsten 30 Jahre in die Röhre.“ 

Die Verwaltung sei deswegen bereits in Verhandlungen mit den Betreibern, versicherten ihm Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Bauamtsleiter Angeringer. Ziel sei der Abschluss entsprechender Verträge. „Das wird nicht zum Nachteil dieser Stadt sein!“, betonte Iacob. Hauptamtsleiter Andreas Rist ergänzte: „Wir werden alles daran setzen, dass wir diese Sicherheit bekommen!“ 

Bauamt entscheidet

Metzger warnte auch davor, dass es in Zukunft auf dem Gelände verstärkt zu Begegnungen zwischen Radfahrern und Autos kommen kann. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir den Rad- und Autoverkehr absichern.“ Herbert Dopfer von Füssen-Land wollte wissen, wie es mit den Urheberrechten der Architekten stehe und ob es durch die Bebauungsplanänderung zu Problemen damit kommen könne. 

Das werde wohl nicht der Fall sein, so Angeringer, da es sich hier um Baurecht handle. Außerdem werde der geänderte Bebauungsplan ohnehin öffentlich ausgelegt. Im Zuge dieses Verfahrens könnten Betroffene ihre Einwände ja vortragen. Übrigens: Einigen sich Stadt und Ludwigs Grundbesitz GmbH auf die erforderlichen städtebaulichen Verträge, kann die Bauverwaltung das kommunale Einvernehmen ohne nochmalige Vorlage im Bauausschuss erteilen.

Matthias Matz

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