Kritik an Wengerts "Südumfahrung"

Rechts geht es zum Lechfall, links ist jedoch die Gastronomie: Wegen vieler überquerender Fußgänger, möchte Stadtrat Niko Schulte nicht noch mehr Verkehr auf der Tiroler Straße haben. Foto: Knoll

Füssen – Empört hat Stadtrat Niko Schulte (CSU) in der Sitzung des Hauptausschusses vergangene Woche auf den Südumfahrungsvorschlag des Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert (SPD) reagiert. Die Strecke sei für noch mehr Verkehr als bisher völlig ungeeignet, argumentierte Schulte.

Schulte bezog sich auf den Bericht im Kreisbote, wonach Wengert vorschlug, statt lange auf eine B16/B17-Umfahrung zu warten, den Schlösserverkehr als Zwischenlösung durch den Grenztunnel und dann über die Tiroler Straße nach Schwangau zu leiten. Der CSU-Stadtrat zählte nun gleich mehrere Gründe auf, warum mehr Autoverkehr auf dieser Strecke keinen Sinn mache.

Demnach sei die Ecke Tiroler-/Schwangauer Straße am Ende der Theresienbrücke zu unübersichtlich und der Gehsteig dort nur rund einen halben Meter breit. Als „sehr gefährlich“ hätten Vertreter des Straßenbauamts, des Landratsamts und der Polizei bei einem Ortstermin die Stelle eingestuft. Überhaupt verfüge die Tiroler Straße nur auf einer Seite über einen Gehsteig und die Kaminkurve sei eine gefährliche, unfallträchtige Stelle. 

Ebenso verhalte es sich im Bereich des nahen Lechfalls. Die Aussichtsplattform auf der einen und die Gastronomie auf der anderen Seite der Tiroler Straße – das sorge für viele querende Fußgänger und für ein weiteres Argument gegen eine Südumfahrung. Ähnlich verhält es sich dicht an der österreichischen Grenze, wo sich das Walderlebniszentrum befindet, das viele Besucher anzieht. Die dortige Fußgängerampel sei „die vermutlich meistgenutzte im Allgäu“, viele Kinder stehen dort an der Straße und der neue Baumkronenweg werde für noch mehr Besucher sorgen. 

Schon jetzt, so Schulte, werde der Schlösser-Verkehr aus Österreich und Italien über diese Trasse geleitet, der Grenztunnel sei zudem oft verstopft, häufig gelte Blockabfertigung. Allerdings, Schulte wandte sich an den Falschen – er richtete im Ausschuss seine Klagen gegen Wengerts Parteifreund, Bürgermeister Paul Iacob. Der fühlte sich für die Aussagen seines Namensvetters nicht verantwortlich und verwies darauf, dass Kommunal- und Landespolitiker sich aus dem Bereich des jeweils anderen heraushielten. ps

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