Reisebusse am Mittersee?

Neue Eigentümer: Bad Faulenbacher befürchten Busverkehr bis zur Waldwirtschaft

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Wer vom Füssener Stadtkern mit dem Auto nach Bad Faulenbach fahren will oder in umgekehrter Richtung unterwegs ist, muss eine Schlucht passieren. Platz für zwei Busse, die sich begegnen, ist dort nicht.

Füssen – Werden bald Reisebusse mit asiatischen Touristen die Waldwirtschaft am Mittersee ansteuern? Diese Befürchtung kursiert wohl derzeit in Bad Faulenbach, was am Dienstagabend im Haupt-, Personal und Finanzausschuss für Gesprächsstoff sorgte.

Denn die „Waldwirtschaft“ hat neue Eigentümer. Anfang Februar möchten die ihre ersten Gäste begrüßen. Und dann sollen wohl auch asiatische Reisegruppen bewirtet werden, wie Dr. Anni Derday (FWF) im Ausschuss anmerkte. Ihr sei zu Ohren gekommen, so die Stadträtin weiter, dass wohl offiziell bei der Füssener Polizei angefragt wurde, ob dafür Busse bis zum Restaurant fahren dürften. „Für Bad Faulenbach wäre das ein Desaster“, betonte die Fraktionschefin. Deshalb fragte sie an, ob die Stadträte dieses Thema in der nächsten zuständigen Sitzung diskutieren und dafür auch eine Stellungnahme von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) einholen könnten. 

Auch ihre Stadtratskollegen sahen Handlungsbedarf. Denn die räumlichen Verhältnisse in dem Füssener Ortsteil sind beengt. Anwohner und Gäste müssen eine enge Schlucht passieren, wenn sie vom Stadtkern dorthin fahren wollen. „Ich stelle mir schon das Gewusel vor, wenn zwei chinesische Busse im Begegnungsverkehr dort hängen bleiben“, meinte Wolfgang Bader (SPD). 

Keine offizielle Anfrage der Betreiber

Aus sicherheitstechnischen Gründen hält auch die Polizei diese mögliche Entwicklung für problematisch, erklärte Edmund Martin, Leiter der Polizeiinspektion Füssen, auf Nachfrage des Kreisbote.

Schließlich stehen dem Restaurant ca. 55 Plätze im Inneren und rund 70 Plätze im Außenbereich zur Verfügung. Nur eine offizielle Anfrage für Busanfahrten zu dem Restaurant gab es vom Betreiber entgegen Derdays Aussage bislang noch nicht, erklärte Martin. Die Polizei habe lediglich bereits präventiv mit der Stadtverwaltung darüber gesprochen. 

Doch die Verkehrssicherheit ist nicht das einzige Argument, was bei diesem Thema zu beachten ist. Bad Faulenbach steht in der Tourismusbranche schließlich für Gesundheit, Erholung und Wohlbefinden. Nicht umsonst gibt es hier einige Kur- und Wellnesshotels. Ein starker Busverkehr passt da eher nicht dazu.

Beratung mit Verkehrsamt und Polizei

Derzeit ist die erlaubte Zahl der Busse in dem Füssener Ortsteil begrenzt, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Die meisten steuern das „Europaparkhotel“ an. Für sie wurde dort extra ein Wendeplatz eingerichtet. „In letzter Zeit hat das gut geklappt“, so Iacob. Manche Busse fahren auch weiter ins Tal hinein, um Eishockeyteams beispielsweise beim Hotel „Ruchti“ abzusetzen. Doch das sei „seltener der Fall“, sagte der Rathauschef. Weiter hinten, wo es Richtung Ober- und Mittersee geht, ist dann sowieso Schluss. Dort dürfen keine Fahrzeuge mehr die Wege frequentieren. Außer einiger Ausnahmen: So ist es den Eigentümern der Waldwirtschaft erlaubt bis zu ihrem Restaurant zu fahren und auch Lieferanten dürfen, zeitlich begrenzt, die Wirtschaft ansteuern. 

Noch keine Gespräche mit Eigentümern

Wenn nun aber deutlich mehr Busse nach Bad Faulenbach fahren, müsse man handeln, kündigte Iacob an. 

Er könnte sich vorstellen, dann beispielsweise die Straße ab dem Haus Reiter und den Ferienwohnungen Guggemos für Busse zu sperren. Die Fahrer, die weiter fahren wollen, müssten sich dann Ausnahmegenehmigungen holen. Wie man das Thema verkehrsrechtlich in den Griff kriegen könne, müsse er jedoch erst mit dem städtischen Verkehrsamt besprechen und mit der Polizei abklären. „Das wird in den kommenden Tagen gemacht“, sagte der Füssener Rathauschef. Und dann möchte er auch noch die neuen Eigentümer der „Waldwirtschaft“ kontaktieren und sich erkundigen, wie sie sich überhaupt die Zukunft ihres Restaurants vorstellen. Alle Kontaktversuche seien bisher jedoch gescheitert, sagte Iacob.

Katharina Knoll

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