Nur ein halbes Jahr nach der Eröffnung

Skate- und Bikepark wird erweitert

+
Der erst im November eröffnete Skatepark wird erweitert und ausgebaut. Ziel ist die Barrierefreiheit.

Füssen – Unter dem Applaus der zahlreich gekommenen jungen Skater und Biker hat der Stadtrat vergangene Woche den Weg für den barrierefreien Aus- und Umbau des neuen Skate- und Bikeparks im Weidach frei gemacht.

Einstimmig beschloss das Stadtparlament, weitere 107.000 Euro für das Projekt locker zu machen. Die andere Hälfte wird aller Voraussicht nach die EU im Rahmen der LEADER-Förderung zahlen. 

Erst im November eröffnet, soll der neue Sakte- und Bikepark im Füssener Weidach schon in diesem Jahr um weitere 600 Quadratmeter Fläche auf dann insgesamt 5000 Quadratmeter erweitert werden. In dem neuen Bereich soll danach auch „barrierefreies Skaten“ möglich sein, d.h. künftig sollen auch Rollstuhlfahrer diesen Teil der Anlage benutzen können (der Kreisbote berichtete ausführlich). Außerdem stehen noch weitere Maßnahmen wie der Bau einer Flutlichtanlage, Aufbau und Pflege einer eigenen barrierefreien Homepage, der Bau eines Sichtschutzzaunes entlang der B16 sowie das Aufstellen von Ruhebänken, einer Zuschauerterrasse eines Wasserspenders und eines Werkzeugständers an, wie Initiator Thomas Scheibel dem Gremium bei der Präsentation des Projekts erläuterte. 

Die Resonanz auf die Anlage sei überwältigend: „Wir sind von den Jugendlichen überrannt worden“, berichtete der Bauunternehmer. „Sie sind der Stadtrat, der in die Geschichte eingehen wird, weil er sich für die Jugend eingesetzt hat!“ Die Gesamtkosten für die nun anstehenden Vorhaben belaufen sich nach Angaben der Stadtverwaltung auf rund 253.000 Euro. Rund 106.500 Euro werden durch die LEADER-Förderung übernommen und 21.000 Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden. Macht unter dem Strich noch einen Eigenanteil für die Stadt in Höhe von circa 126.000 Euro. 

Noch nicht eingerechnet sind dabei aber die Kosten für die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen wie der Kauf der dafür erforderlichen Grundstücke und die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen. Dabei will die Verwaltung offenbar Fehler wie beim Bau der Anlage im vergangenen Jahr vermeiden, als das Landratsamt wegen fehlender Ausgleichsflächen zunächst die Baugenehmigung verweigerte. „Derzeit laufen die Gespräche, wo und auf welcher Fläche dieser Ausgleich dann mit welchen Maßnahmen erbracht wird“, heißt es dazu aus der Verwaltung. 

Darüber hinaus muss die Stadt als Grundstückseigentümerin dafür Sorge tragen, dass an der Nord-Ost-Seite von Kunstrasen- und Baseballplatz noch 390 Meter Zaun aufgestellt und Leerrohre für die neue Flutlichtanlage am Kunstrasenplatz verlegt. Hierfür belaufen sich die Kosten auf knapp 45.000 Euro. 

Dank an die EU

Weitere 160.000 Euro sind für die erforderliche Verlegung der Wege im Weidach erforderlich. Da das Geld für die Wege bereits im Haushalt vorgesehen ist, und für den Sportpark noch 63.000 Euro aus dem Haushalt 2018 übrig sind, müssen heuer noch 107.000 Euro außerplanmäßig aufgebracht werden. 

Vor dem Hintergrund der Entwicklung im Skatepark seit November taten sich die Stadträte leicht, für das Projekt zu stimmen. „Der Park hat ein unheimliches Echo gefunden“, freute sich Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Man hört zwar immer wieder Kritik an der EU – aber diese EU hat uns die Umsetzung von Möglichkeiten in Füssen gegeben, die so nie möglich gewesen wäre“, frohlockte er mit Blick auf die Fördermittel und rief die anwesenden jungen Leute dazu auf, an der Europawahl Ende Mai teilzunehmen. 

SPD-Ratsfrau Ilona Deckwerth sagte mit Blick auf die Zuhörer: „Mir ist nicht bange um unsere demokratische Zukunft bei so vielen jungen Leuten!“ Doch es gab auch nachdenkliche Stimmen. So gab Jürgen Doser (FWF) zu bedenken, die Parkplatzsituation im Auge zu behalten. „Wir dürfen die Infrastruktur nicht ganz außer acht lassen“, mahnte er. „Daran müssen wir ganz schnell arbeiten!“. 

Fraktionskollegin Christine Fröhlich hakte indessen in Sachen Sichtschutzzaun nach und fragte, wie dieser aussehen werde. „Ich bin nicht daran interessiert, dass der blickdicht wird“, sagte sie. 

Bürgermeister Iacob entgegnete ihr, dass nach Rücksprache mit dem Landratsamt ein etwa 1,8 Meter hoher Maschendrahtzaun angedacht sei, der begrünt werden soll. 

Niko Schulte (CSU) stellte dagegen die Frage in den Raum, ob im Weidach noch genug Platz für die geplante Verlegung des Jugendzentrums Jufo bleibe. „Reicht die Fläche aus?“ Ersten Überlegungen zufolge, so Jufo-Leiter Stefan Splitgerber, soll das neue Gebäude zwischen Skateanlage und Baseballplatz gebaut werden. Allerdings sei das noch nicht wirklich spruchreif. Auch Bürgermeister Iacob verwies darauf, dass es derzeit noch nichts Konkretes gebe. Allerdings sollen Details dazu noch im ersten Halbjahr vorgestellt werden, kündigte er an.

mm

Auch interessant

Meistgelesen

Anzahl der Autos am Fernpass steigt
Anzahl der Autos am Fernpass steigt
Wengert schlägt Ticketbegrenzung für Reisegruppen auf Schloss Neuschwanstein vor
Wengert schlägt Ticketbegrenzung für Reisegruppen auf Schloss Neuschwanstein vor
Mehr als 1500 Zuschauer kommen zu den 43. Nesselwanger Reiterspielen
Mehr als 1500 Zuschauer kommen zu den 43. Nesselwanger Reiterspielen
Viele Einheimische und Gäste besuchen das Stadtfest Füssen
Viele Einheimische und Gäste besuchen das Stadtfest Füssen

Kommentare