Allgäuer Dorf: CSU schießt quer

Dr. Hans Martin Beyer. F: Archiv

Füssen – „Nicht so!“ sagt die CSU-Fraktion im Füssener Stadtrat zum Allgäuer Dorf. In einem Zehn-Punkte-Katalog übt sie jetzt Kritik an der Größe und Ausrichtung des Projekts und warnt vor negativen Auswirkungen auf Verkehr und Gastronomie. Sie hegt zudem offenbar Zweifel an seinen Erfolgschancen.

„Kategorische Ablehnung ist genauso fehl am Platz wie Euphorie“, stellt der CSU-Ortsvorsitzende und Stadtrat Dr. Hans Martin Beyer jetzt in einer Pressemitteilung klar. Die Kritik, die er und seiner Fraktionskollegen darin üben, ist jedoch umfassend. „1. ist das Projekt deutlich überdimensioniert“, beginnt Beyer für die CSU-Fraktion. Und sollte das Projekt scheitern, fördere die kleinteilige Bebauung mit Ferienhäusern „eine Nachnutzung der unkalkulierbaren Art“. 

Allein fünf Punkte widmen Beyer und Co. den negativen Auswirkungen auf den Torusimus und Wirtschaft, die sie befürchten. So gefährden die geplanten 800 Betten „die Substanz des funktionierenden und auch ohne Großprojekt wachsenden Tourismus“. Statt einem Mehr an Qualität warnen sie davor, das Allgäuer Dorf könne den Weg der Qualitätssteigerung in Füssen gar abrupt stoppen und so die vom Tourismus abhängigen mittelständischen Unternehmen in der Stadt gefährden. Noch mehr touristische Einseitigkeit in einer Wirtschaftsstruktur, der es vor allem an verarbeitendem Gewerbe fehle und eine Umverteilung statt einem Ausbau an Arbeitsplätzen kämen hinzu. 

Am Erfolg des Feriendorfs zweifeln die Christsozialen offenbar ebenso: Sie bemängeln dass bisher kein Investor gefunden ist und urteilen: „Füssens eher schlechte Verkehrsanbindung oder die Ferienzeiten begrenzen die Vorteile von Kongressveranstaltungen und der Zielgruppe ,Kinder und Familien'. 

Auch den Zusammenhang des Allgäuer Dorfs mit einer möglichen Umfahrung finden Beyer und die Fraktion: Denn mehr Verkehr vor allem im Bereich Hopfener Dreieck „muss ohne Lösung der Umfahrung zum Verkehrskollaps in der Haupt- und Nebensaison führen“ heißt es in dem Papier. „Unter all diesen kritischen und sicher noch weiteren Aspekten muss das Vorhaben gesehen und diskutiert werden“, so Beyer, „nur auf diese Weise wird es eine sachgerechte und mit Respekt an der Kreativität versehene Entscheidung geben“, da sei sich die Füssener CSU einig. kb

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