"Der Islam gehört zu Schindau wie der Vauk zu Füssen"

Schindauer sorgen für viele Lacher

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Der Ratsherrenchor heizt die Stimmung mit seinem Schlachtruf wie immer lautstark an.

Füssen – Nach dreijährigem Exil hat sich der Schindauer Gemeinderat am Glumperten Donnerstag erstmals wieder im „Gasthof Krone” zur ersten und einzigen Gemeinderatssitzung in diesem Jahr getroffen.

Dort lasen die Gemeinderäte besonders der Stadt Füssen die Leviten, was für Gelächter im Publikum sorgte. Es war fast wie früher: Die ersten Gäste kamen schon kurz nach 17 Uhr ins „Gasthaus Krone“, wo der Schindauer Gemeinderat nach dreijährigem Exil im „Madame Plüsch“ seine jüngste Sitzung hielt, die exakt um 19.59 Uhr begann. 

Um diese Zeit war das inoffizielle Rathaus der Schindau längst proppevoll, als der zweite Vorsitzende des Schindauvereins, Magnus Lipp, die einfallsreich kostümierten und eng beieinander sitzenden Besucher begrüßte. Dabei musste er aber erst einmal den Bürgermeister der Schindau, Thomas Schinagl, entschuldigen: „Dem ist für solche Nebensächlichkeiten die Zeit zu schade.“

Bevor das Publikum seiner Empörung darüber richtig Luft machen konnte, folgte aber schon die Erklärung. Der Grund für die anfängliche Absenz Schinagls sei die Gründung einer nagelneuen AfdD, einer Alternative für die Deppen. Diese brandaktuelle Nachricht eröffnete dann auch die Versammlung, während der die Schindauer einmal mehr der ganzen Welt im Allgemeinen und Füssen im Besonderen die Leviten lasen.

 So bekamen nicht nur das Füssener Stadtoberhaupt Paul Iacob (SPD), der mit seiner „netten Frau“ anwesend war, gehörig sein Fett ab, sondern auch der Schwangauer Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) und Harald Vauk. Während Iacob und Rinke angekreidet wurde, dass sie über einen Steg über den Forggensee „von Waltenhofen bis zum Festspielhaus“ verhandeln würden, betonte der Schindauer Rathauschef unter dem großen Gelächter der Zuhörer: „Der Islam gehört zur Schindau wie der Vauk zu Füssen.“ 

Ballett sorgt für Highlight

Mit seinen Tönen nicht hinter dem Berg hielt auch der Schindauer Ratsherrenchor, der unter anderem über den Forggensee sang, „wo man im Sommer wandern kann.“ Darüber hinaus heizte er die gute Stimmung immer wieder mit seinem dreifach durch die „Krone“ donnernden Schlachtruf „Schin...dau, Schin...dau, Schin...dau“ an. Großen Beifall erhielt aber nicht nur er. Auch die Wirtin von „Madame Plüsch“, Tanja Hergesell, der Schinagl einen Blumenstrauß überreichte, erhielt lauten Applaus dafür, dass die Schindauer in den vergangenen drei Jahren in ihrem Lokal ihre Ratsherrensitzung abhalten durften.

 Und bevor der Ratsherrenchor den offiziellen Teil der Versammlung mit seinem traditionellen Lied „Schneepflug, lass das Räumen“ beendete, das er diesmal mit „Schneepflug, komm zum Räumen“ interpretiert hatte, sorgte das Schindauer Ballett für ein weiteres Highlight des Abends.

lex

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