Es fehlt an Schwimmmöglichkeiten für Schüler

Bekommt Füssen ein neues Hallenbad?

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Weil es an Möglichkeiten für den Schwimmunterricht fehlt, nimmt die Debatte um den Bau eines Schwimmbads in Füssen plötzlich Fahrt auf.

Füssen – Können Füssener Kinder in Zukunft wieder in einem Füssener Schwimmbad schwimmen lernen?

Fast 14 Jahre nach der Schließung des längst abgerissenen alten Hallenbades wird diese Option sowohl in der Stadtverwaltung als auch in den Stadtrats-Fraktionen hinter den Kulissen diskutiert. Als eine Möglichkeit wird dabei der Bau eines Schwimmbades am Bundesleistungszentrum (BLZ) in der Kemptener Straße in Betracht gezogen. 

Nachdem der Stadtrat am 25. Januar 2005 beschlossen hatte, das Robert-Schmid-Hallenbad angesichts der desolaten Haushaltslage aus Kostengründen zu schließen, wurde der Betrieb daraufhin am 30. Juni des gleichen Jahres eingestellt. 

Jetzt, 14 Jahre später, wird im Rathaus und den Parteien wieder über ein Füssener Hallenbad diskutiert – diesmal allerdings über einen Neubau. „Wir denken schon lange darüber nach“, sagte Christine Fröhlich, Bürgermeister-Kandidatin und Vorsitzende der Füssener Freien Wähler (FW), auf Nachfrage des Kreisbote. Auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bestätigte gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben uns in der Verwaltung Gedanken darüber gemacht.“

Möglicher Standort BLZ

Dass das Thema jetzt auf den Tisch kommt, ist vor allem der Diskussion um ein von den Schulen gefordertes Lehrschwimmbecken geschuldet. Wie bereits im Kreisbote berichtet, fordern die Leiter der Füssener Schulen, ein solches im Zuge der Sanierung der Grund- und Mittelschule zu errichten. Ohne ein solches Becken könnten die Lehreinrichtungen ihrer Verpflichtung, Schwimmunterricht in allen Jahrgangsstufen einzurichten, nur eingeschränkt nachkommen. Gleichzeitig steige die Zahl der Schüler, die nicht schwimmen könnten.

Da der Bau eines Lehrschwimmbeckens im Zuge der Schulsanierung aber derzeit nicht möglich erscheint (einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe des Kreisbote), gibt es Überlegungen, an anderer Stelle ein Hallenbad zu errichten. Laut Bürgermeister Iacob könnte ein geeigneter Standort beim BLZ sein. Dieser hätte den Vorteil, dass die vom BLZ erzeugte Abwärme für das Schwimmbad genutzt werden könnte.

 Denn letztlich, so Iacob, hätten vor allem die hohen Unterhaltskosten dem alten Bad das Genick gebrochen. „Die Energiekosten waren einfach zu hoch!“ Allerdings warnt der Rathauschef vor zu hohen Erwartungen: Grundvoraussetzung für ein solches Projekt seien Fördermittel und die Beteiligung von Landkreis, Bund und anderen Trägern, da das Bad unter anderem auch von der Bundeswehr genutzt werden soll. „Alleine ist das für uns finanziell nicht machbar. Aber es ist möglich, da eine Lösung zu finden“, sagte er. 

Für die FW ist das BLZ ebenfalls einer von mehreren infrage kommenden Standorten. Zum einen wegen der möglichen Energieversorgung durch das BLZ, zum anderen, weil es auf städtischem Grund gebaut werden könnte, was die Kosten senke. „Das könnte eine Option sein“, so Vorsitzende Christine Fröhlich. 

Kein öffentliches Bad

Sie betont im Gespräch aber, dass es ihr um kein öffentliches Erlebnisbad oder ähnliches gehe, sondern ein Bad ausschließlich für den Lehr- und Lernbetrieb. „Ein Schwimmbad für mehrere Interessengruppen, aber kein öffentliches Hallenbad – das wäre eine Nummer zu groß!“

 Neben den Schulen könnten beispielsweise auch Vereine wie die Wasserwacht und die Bundeswehr das Bad nutzen. Gelinge es, Fördermittel zu bekommen und mehrere Träger zu gewinnen, könnten die Kosten für die Stadt enorm gesenkt werden. Derzeit arbeite ihre Fraktion an einem entsprechenden Konzept. „Wir sind dran.“ 

Bei CSU und SPD wird der Bau eines neuen Bades dagegen kritisch gesehen. Der Bedarf für ein Lehrschwimmbecken sei zwar zweifelsohne da, erklärte CSU-Vorsitzender Maximilian Eichstätter, weshalb sich die CSU mit dem Thema auch intern auseinander setze. Der Bau eines Hallenbad sei für den Füssener Ortsverband derzeit aus wirtschaftlichen Erwägungen aber kein Thema. Vielmehr setze der Vorstand auf interkommunale Lösungen. 

An diesen werde derzeit mit den Beteiligten und Betroffenen gearbeitet, teilte er auf Nachfrage mit. SPD-Vorsitzende Ilona Deckwerth bevorzugt dagegen nach eigener Aussage, wie von den Schulleitern gefordert, ein Schwimmbecken direkt bei den Schulen. „Wir müssen die Chance nutzen und das Lehrschwimmbecken am Schulzentrum bauen“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Ein Beschluss der SPD gebe es aber nicht. Ein Bad am BLZ sei zwar grundsätzlich eine gute Sache, löse aber nicht die aktuellen Probleme der Schulen. „Ich möchte eine praktikable und schnelle Lösung!“

Matthias Matz

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