"Wir sind begeistert"

Stadtverwaltung und Vereine arbeiten an einem Konzept für das Weißenseer Strandbad

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Gerade bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen erfreut sich das Strandbad großer Beliebtheit.

Füssen – Um den Erhalt der betagten Gebäude am Strandbad Weißensee zu ermöglichen, arbeitet die Stadtverwaltung derzeit an einem Konzept und an dem nötigen Bebauungsplan, informierte jetzt Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). Demnach könnte 2021 mit den Arbeiten begonnen werden.

Wohl kaum ein Thema in den vergangenen Jahren hat die Gemüter so erhitzt und das Verhältnis zwischen Weißensee und Füssen derart nachhaltig belastet wie der Streit um den Neubau des Strandbads am Weißensee. Während eine Mehrheit des alten Stadtrates unter Ex-Bürgermeister Paul Iacob (SPD) einen Kiosk-Neubau an anderer Stelle plante, wollten die Weißenseer – allen voran die örtlichen Vereine – Bad und Gebäude so behalten. In einem Bürgerentscheid vor gut zwei Jahren sprach sich die Mehrheit der Wähler schließlich für den Erhalt aus. Über 3100 Wahlberechtigte stimmten seinerzeit für den Erhalt des Weißenseer Strandbads mit seinem Kiosk und gegen einen modernen Neubau an anderer Stelle auf der Liegewiese.

Seitdem ist es in der Öffentlichkeit ruhig um das einstige Aufregerthema geworden. Hinter den Kulissen wird im Bauamt allerdings an einem Bebauungsplan gearbeitet, der einen Erhalt der Badeanstalt ermöglichen soll. Das hatte bereits der alte Stadtrat noch beschlossen. Denn bekanntlich ist die baurechtliche Situation nicht einfach. Da das Bad sowohl im Landschaftsschutzgebiet als auch im sogenannten Außenbereich liegt, besteht laut Landratsamt dort kein Baurecht. Die Stadt muss ein solches also zunächst durch einen Bebauungsplan schaffen. 

Neubauten und spürbare Erweiterungen der bestehenden Gebäude sind bekanntlich ebenfalls untersagt, lediglich im Bestand darf saniert werden. Das Landratsamt soll bereits seine Zustimmung signalisiert haben. 

Erster Schritt: Kiosk 

Gleichzeitig wird an einem Konzept für die weitere Zukunft des Bades getüftelt, das die Wünsche der Vereine berücksichtigen soll. „Wir machen die Planungen jetzt genau so, wie sich das die Weißenseer Vereine vorstellen“, kündigte Eichstetter im Gespräch mit dem Kreisboten an. 

Ein Treffen dazu mit den Vereinsvorständen und dem neuen Bürgermeister Eichstetter – selbst Weißenseer – hat bereits stattgefunden. „Am Ende waren alle glücklich!“, so der Rathauschef. Dabei soll schrittweise über mehrere Jahre hinweg vorgegangen werden. 

Priorität hat dabei das Kiosk-Gebäude, das an einer Seite in den weichen Untergrund abgesackt ist. Deshalb soll es um zehn Zentimeter angehoben werden. „Damit es gerade steht“, so Eichstetter. „Und wir machen die Terrasse schön.“ Denkbar sei eine Einglasung, um einen längeren Betrieb über die Hauptsaison hinaus zu ermöglichen. Ein Ganzjahresbetrieb ist laut dem derzeit geltenden Stadtrats-Beschluss aber nicht vorgesehen. 

Außerdem sei noch ein Stadl für die Vereine geplant. „Das Strandbad ist das Zentrum des Ortes“, weiß der Bürgermeister um die Bedeutung der Einrichtung. Deshalb werde er sich auch für eine schnelle Umsetzung des Vorhabens einsetzen. 

Erneute Beratungen im Herbst

Derzeit ist geplant, so Pressesprecher Felix Blersch, dass das Thema im Herbst erneut dem Stadtparlament zur Beratung vorgelegt wird. Verständigt sich das Gremium auf ein Vorgehen, könnte schon im Frühjahr des kommenden Jahres mit der Sanierung des Kiosks begonnen werden, erklärte er. 

Zunächst aber soll im Zuge der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans eine Bürgerinformation für die Weißenseer stattfinden, wie Zweiter Bürgermeister Christian Schneider (Füssen-Land) – ebenfalls selbst aus dem Ortsteil kommend – sagte. Er gehe aber davon aus, dass die Weißenseer die Pläne gut heißen werden. Die Vereins-Vorstände seien jedenfalls mit den Planungen zufrieden. „Wir sind begeistert!“, so Schneider. „Wir freuen uns natürlich, dass der neue Bürgermeister das so schnell angeht.“ 

Refinanziert werden soll die Sanierung übrigens durch die Parkgebühren, die mittlerweile für den Parkplatz des Bades erhoben werden. „Das müsste hinhauen“, erklärte der Zweite Bürgermeister.

mm

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