Eine technische Herausforderung

Stadtwerke tauschen Schmutzwasserkanal in Weißensee aus

Kanalarbeiten Füssen Weißensee
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Die Betonpfähle werden bis zu zwölf Meter in den Untergrund getrieben. Im unteren Bildbereich ist die alte Kanalleitung zu sehen.

Füssen/Weißensee – Mit Kanalarbeiten kennen sich die Mitarbeiter der Stadtwerke Füssen (SWF) aus. Die Arbeiten, die derzeit in Weißensee stattfinden, sind aber auch für die SWF nicht alltäglich: Im Bereich des Strandbads am Weißensee ersetzen die Arbeiter einen fast 100 Meter langer Schmutzwasserkanal, der in den 70er-Jahren installiert worden war. Wegen örtlicher Besonderheiten ist eine Spezialkonstruktion nötig. Wenn es das Wetter zulässt, soll der Kanalaustausch Anfang April abgeschlossen sein.

Die Bauarbeiten stellt die SWF sowie die beteiligten Fachunternehmen vor große technische Herausforderungen: Denn das Baufeld liegt in einem Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiet und betrifft zudem ein geschütztes Moorkartierungsgebiet. Der Oberboden mit seiner Pflanzenvielfalt darf durch die Bauarbeiten nicht geschädigt werden. Deshalb finden diese in der Frostperiode statt. Außerdem schützen die SWF den Erdboden etwa mit einem Baufließ, auch kommen sehr leichte Baufahrzeuge zum Einsatz.

Eine weitere Schwierigkeit ist, dass die Weißensee-Aach, die in den See einmündet, unterquert werden muss. Da dadurch Rückstau-Grundwasser des Weißensees auftritt, muss dieses während der verschiedenen Bauabschnitte jeweils abgepumpt werden.

Technisch anspruchsvoll ist auch die neue Konstruktion. Zum Einsatz kommt eine sogenannte Rohrbrücke. Diese soll sicherstellen, dass der neue Kanal keinen Schaden durch Bodensetzungen nimmt, die auftreten könnten.

Intensive Vorbereitung

Hierfür rammen die Arbeiter mit ihren Maschinen spezielle Beton-Pfähle bis zu zwölf Meter in den Untergrund. Diese tragen später die Wartungsschächte und die Kanalleitung, die aus zementummanteltem, dehnbarem Guss bestehen. Hinzu kommen die Anschlussleitungen.

Die Baumarbeiten wurde im Vorfeld über ein Jahr lang intensiv vorbereitet. Angefangen bei der Fachplanung über die Baugrunduntersuchung und Kampfmittelbeseitigung bis hin zur Auswahl der Materialien und Spezialanfertigungen. Die Planung für das 150.000 Euro teure Projekt übernahm das Ingenieurbüro MOD-PLAN, mit den Bauarbeiten ist die Firma Scheibel beauftragt.

Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU dankt den Mitarbeitern der Stadtwerke für den außerordentlichen Einsatz und das professionelle Zeitmanagement.

kb

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