Retrospektive über Percy Rings

Zeichnungen aus Percy Rings Studienzeit werden im zweiten Trakt des Museums gezeigt. Das Bild links ist 1922 entstanden. Foto: nis

Füssen – Das Museum der Stadt Füssen zeigt erstmals eine Retrospektive von Percy Rings Werken. Der Künstler, 1901 in Riga geboren, lebte und arbeitete ab 1951 bis zu seinem Tod am 18. Januar 1994 im ehemaligen Kloster St. Mang. Zur feierlichen Eröffnung am Freitag war das Colloquium überfüllt. 

Bürgermeister Paul Iacob war über den großen Andrang nicht nur überrascht, sondern zeigte sich erfreut über das große Interesse an dieser Ausstellung. Er selbst kannte wie viele Anwesende den Künstler noch selbst, anlässlich dessen zwanzigsten Todestags die Stadt Füssen Werke, Fotos und Notizen grob nach Dekaden gelistet in den Räumen des Stadtmuseums ausstellt.

Percy Rings zählt zu den großen Künstlern der Stadt. Ab der Mitte seines Lebens widmete er sich ausschließlich der abstrakten Malerei. Seinen Werken gab er selten einen Titel, um den Betrachter nicht zu beeinflussen. Vier Räume zeigen Rings abstrakte Bilder, vorwiegend Aquarelle, in denen Symbole nicht immer scharf liniert gezeichnet sind. Das mag auch ein Ergebnis der linken Hand sein, mit der der Künstler oftmals malte, um nicht durch seine geschulte Routine das Unbewusste seiner Kunst zu unterwandern. So entstanden leichte, sich bewegende Figuren und Symbole, deren Flächen oft mit erdigen Farben ausgemalt, eine weiche, doch kraftvolle Dynamik zeigen. 

In weiteren Räumen sind Rings Werke aus früheren Zeiten ausgestellt, die sein enormes Können auch in Studien zeigen. Beide Phasen, die frühe und späte, werden durch den prachtvollen Raum unterbrochen, in dem Rings schon zu Lebzeiten seine Ausstellungen präsentierte. Inmitten dieses Raumes steht ein einziges Aquarell, vorwiegend in Blau- und Brauntönen gehalten, das in starkem Kontrast zum üppig gestalteten Raum des Barocks steht und gerade deshalb mit ihm harmoniert.

Erster Kulturpreisträger

Percy Rings studierte Malerei zuerst an der litauischen Kunstakademie in Riga, ab 1926 an der Akademie Colarossi in Paris und wechselte 1927 zu Professor Heinrich Nauen an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Als Nauen-Schüler lernte er expressionistische und moderne Malerei, deren Bildsprache er bis zu seinem Tod weiter entwickelte. Kriegsereignisse verschlugen den Maler 1940 nach München, wo er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste erneut aufnahm und ein Atelier in der Kaulbachstraße bezog, das bei einem Luftangriff zerstört wurde. 

1945 zog er mit seinen Eltern nach Hopfen, bis er 1951 von der Stadt Füssen sein Atelier im Kloster St. Mang zur Verfügung gestellt bekam. 1988 erhielt Percy Rings den erstmals vergebenen Kunst- und Kulturpreis der Stadt Füssen. „Eine Stadt, die keine Kunst und Kultur mehr unterhält, ist eine tote Stadt“, unterstrich Bürgermeister Paul Iacob die Wichtigkeit der lebendigen Kunst- und Kulturerhaltung Füssens in seiner Begrüßungsrede, bevor er das Rednerpult an die Füssener Kunsthistorikerin Ute Märkl übergab, die beeindruckend vom Leben und Wirken Percy Rings erzählte. jl

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