Seit 1. Juli hat die Bücherei einen neuen Internetkatalog

Stadtbibliothek rüstet technisch auf

+
Wo steht das Buch, das ich ausleihen will? Mithilfe des neuen Internetkatalog, verläuft die Standortsuche jetzt viel einfacher, meint Bibliotheksleiterin Sabine Frey.

Füssen – Seit 1. Juli hat die Stadtbibliothek Füssen eine neue Software für ihren Internetkatalog, den Web-OPAC. Die hat viele Vorteile: Leser erfahren jetzt sofort, ob ihre Wunschbücher ausgeliehen sind, können E-Books ausleihen oder in Bücher reinlesen.

Eine „geniale Sache“, meinte nicht nur Dr. Martin Metzger, nachdem Bibliotheksleiterin Sabine Frey das neue Konzept am vorvergangenen Dienstag im Kulturausschuss vorgestellt hat. Wer in den Sommerferien am Meer entspannt und plötzlich bemerkt, dass am nächsten Tag die Ausleihfrist seiner Urlaubslektüre ausläuft, der muss sich keine Sorgen mehr um Bußgelder machen. 

Er kann sich einfach mit dem Smartphone übers hoteleigene WLAN in den Online-Katalog der Stadtbibliothek einloggen, seine Bücher verlängern und sich jetzt auch sicher sein, dass die Verlängerung akzeptiert wird. Denn bisher hat die Stadtbibliothek Füssen über keinen echten Internetkatalog verfügt. „Der Leser konnte nicht auf unsere Datenbank zugreifen“, so Frey. Erst am Abend wurden die Internetdaten auf den Server übertragen und aktualisiert. 

So konnte es sein, dass jemand sein ausgeliehenes Buch über sein Leserkonto verlängert hat. Da aber am gleichen Tag ein anderer sich genau diese Buch vormerken ließ, erhielt der Leser am nächsten Tag eine Absage für seine Verlängerung. Das entsprach einfach nicht mehr der heutigen Technik, so Frey. Und an die konnte der Web-OPAC auch nicht mehr angepasst werden, erklärte die Bibliotheksleiterin. Eine neue Software musste her. 

Und hier hat die Stadtbibliothek jetzt eine kostengünstige Lösung gefunden. Um eine Förderung von 2400 Euro bei der Landesfachstelle beantragen zu können, hat die Stadtbibliothek ein Dreijahrespaket für insgesamt 6740 Euro geschnürt. Darin enthalten sind die Anschaffungskosten der Software-Lizenz von 2400 Euro und die jährliche Wartungskosten von 1460 Euro, die genauso hoch seien wie für das alte System, erklärte Frey. 

Vor ein paar Jahren noch wäre die einzige Lösung gewesen, einen neuen Server für 21.000 Euro zu kaufen, dessen Wartung 4000 Euro gekostet hätte. Da das „in keinem Verhältnis stand“, so Frey, wollte die Stadt lieber auf neue Techniken warten. Die „Cloud-Technik“ sei vor allem für kleinere Bibliotheken preiswert. Gleichzeitig sei sie „sehr, sehr komfortabel in der Darstellung“, so Frey. Auch für die Mitarbeiter der Bücherei. 

Die können jetzt beispielsweise im Internetkatalog auf Veranstaltungen hinweisen. Das war zuvor „sehr zeitaufwendig“, erklärte die Bibliotheksleiterin. 

E-Medien ausleihen 

Für die Nutzer kostet die neue Software nichts. Jeder kann den Web-OPAC verwenden. Den erreichen die Nutzer über die Homepage der Stadt Füssen. Indem sie hier „Kunst&Kultur“, „Stadtbibliothek“ und „Mediensuche“ anklicken, landen sie beim Web-OPAC. Das können sie auch mit ihrem Smartphone oder Tablet tun, denn es gibt auch eine mobile Version. 

Hier können sich die Nutzer, die eine Lesekarte bei der Bücherei haben, in ihr Konto einloggen. Neu sei, dass man über den OPAC jetzt auch E-Medien bei der Onleihe Schwaben bestellen und ausleihen kann. Diese Schnittstelle gab es vorher nicht. Auch mit der Standortbestimmung hatte die Bibliothek im alten System „immer Probleme“, so Frey. 

„Das ist jetzt viel besser“. Auch gebe es „deutlich verbesserte Recherchefelder“, mit denen man jetzt nach dem gesamten Bestand der Bücherei suchen könne. Daneben kann sich der Nutzer über Autoren informieren, wenn er beispielsweise den Link zu Wikipedia anklickt, oder in Bücher reinlesen, indem er mit der Maus auf das Amazon-Symbol geht. 

Das sah jedoch Dr. Christoph Böhm kritisch: „Zahlt Amazon, wenn wir für sie Werbung machen?“ Schließlich sei es ein „fragwürdiger Laden, der seine Leute schlecht behandelt.“ Frey verstand die Kritik. Auch sie selbst habe sich Gedanken darüber gemacht aber: „Andere Buchhändler bieten nicht den Service.“ Zudem müsse der Leser erst selbst aktiv werden, um zu dem Online-Händler zu gelangen. In der Praxis sehe es eh so aus: „Viele kommen mit Amazon-Ausdrucken und fragen, haben Sie das auch´“, erklärte Frey.

 "Eine geniale Sache" 

Eine tolle Sache fand Andreas Ullrich (Freie Wähler) den neuen Internet-Katalog: „Die Kosten sind klar und es hat auch noch einen wirklichen Nutzen.“ Auch Dr. Martin Metzger lobte, dass dadurch die Öffnungszeiten der Bibliothek auf 24 Stunden ausgedehnt werden. „Es ist eine geniale Sache, die auch noch kostengünstig ist.“

Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Hauptsache dabei sein
Hauptsache dabei sein
Eine zu große Verkaufsfläche
Eine zu große Verkaufsfläche
Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Alle Türen stehen weit offen
Alle Türen stehen weit offen

Kommentare