"Echos of Swing" begeistern das Publikum im Kaisersaal

"Piraten sind wie Jazzer"

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„Echos of Swing“ brillieren anlässlich der Füssener Kaisersaalkonzerte.

Füssen – Dass der Kaisersaal nicht nur für klassische Konzerte prädestiniert ist, konnten Musik-Interessierte bereits in der Vergangenheit immer wieder feststellen. Was aber zum Auftakt der diesjährigen gleichnamigen Musikreihe „Echos of Swing“ bot, war schon etwas ganz Besonderes.

Erstmalig in der 20-jährigen Geschichte des Quartetts brachten die Ausnahmekünstler ihren ganz eigenen Stil der Vertonung von Jazz und Swing auch in die Lechstadt. Die Wandlungsfähigkeit einer „Small Band“, ohne dabei auf die Attribute einer „Big Band“ verzichten zu müssen, sind typisch für die Musiker von „Echos of Swing“.

Von Beginn an bekamen die über 100 Konzertbesucher mit „On a turquoise cloud“ von Duke Ellington und Lawrence Brown eine Kostprobe ihres Könnens. Sozusagen zum Warmwerden, bevor es weiter mit dem „Orient Express“, einer Eigenkomposition Chris Hopkins`, zu dem Welthit „Volare“ von Domenico Modugno ging. „Diesem Stück haben wir letztendlich zur Bekanntheit verholfen“, scherzte der Alt-Saxophonist. Kurzweilig blieb es die ganze Zeit über mit den „Men in Black“, und so lag zeitweise Colin Dawson seine Trompete beiseite und sang zu den Stücken „Dream dancing“ von Cole Porter und zu „The old country“ von Nat Adderley. „Ein Lied, das sehr gut zu der aktuellen Brexit-Situation meines Heimatlandes passt“, so Dawson. 

Neue Interpretation

Um aber auch dem Ambiente eines barocken Kaisersaales wenigstens etwas gerecht zu werden, kam auch eine Variante von Franz Schubert´s „Schöne Müllerin“ mittels des Stücks „Wohin?“ zum Tragen. Dieses neu interpretierte Werk stammt aus der Feder des Pianisten Bernd Lhotzky, der kurz vor der Pause auch noch das feinfühlige Stück „Over the rainbow“ von Harold Arlen mittels eines Solos am Steinway-Flügel darbot. Während der Pause, während der die Vier bereitwillig für Auskünfte der Konzertbesucher bereitstanden, stellte ein Besucher die Frage, wie es denn in der heutigen schnelllebigen Zeit möglich sei, 20 Jahre gemeinsame Jahre zusammen zu spielen. „Never change a winning team“, lautete die Antwort der Musiker.

Dass auch Oliver Mewes an seinem Schlagzeug nicht nur rhythmisch begleiten kann, stellte dieser am Ende von Robeson´s Stück „Old man river“ mittels einer ausgiebigen Einzeldarbietung unter Beweis. „Piraten sind wie Jazzer“, erfuhr der Konzertbesucher. „Sie reisen viel und waschen sich nur selten. Das mit dem Waschen haben wir hinbekommen, aber das Reisen ist geblieben“, schmunzelte Hopkins.

 Er spielte dabei auf eine 46 Stunden dauernde Odyssee für ein Konzert auf den Fiji-Inseln im Süd-Pazifik an. Da dies auf Einladung der Inselregierung geschah und von verschiedenen Fluggesellschaften unterstützt wurde, erwarteten diese als Gegenleistung, dass die Combo die Routen auch abflog. „So entstand das Stück 'The Fiji Hula Bula', das uns seither zur Entspannung dient.“ „Swing, when you´re winning” – lautet ein bekanntes Stück von Robin Williams. Dem ist bei den Kaisersaalkonzerten nichts hinzuzufügen.

th

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