Trotz steigender Ausgaben steht die Gemeinde Schwangau finanziell solide dar

"Schulden sind gedeckt"

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Finanziell geht es der Gemeinde Schwangau trotz permanent steigender Ausgaben gut.

Schwangau – Die Ausgaben kennen auch in Schwangau nur eine Richtung: nach oben. Mit die größten Einzelposten in dem 16,5 Millionen Euro schweren Ansatz sind die Personalkosten mit 2,7 Millionen Euro – das ist gut ein Viertel der Ausgaben. Freuen darf sich die Kommune aber über Steuereinnahmen und Zuweisungen, die gut fünf Millionen Euro ausmachen.

In zwei Sitzungen hatte sich der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss mit dem Haushaltsplan 2016 beschäftigt und eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen, erklärte Bürgermeister Stefan Rinke im Gemeinderat. Dabei handle es sich um keine Wunschliste, sondern darum, was die Kommune realistischerweise anschaffen oder umsetzen könne.

 Damit ging Rinke auf eine Anfrage nach einem Feuerwehrboot ein, das auf absehbare Zeit nicht vorgesehen ist. Dafür werde sich die Gemeinde um das neue Feuerwehrhaus kümmern, das im diesjährigen Haushaltsansatz bereits mit etwas über einer halben Million Euro berücksichtigt ist. In Summe wird der Neubau, der Platz für die Löschfahrzeuge, Ausrüstung und Bereitschaftsräume bieten soll, 3,1 Millionen Euro kosten. Einen Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro soll es ebenfalls geben.

Internet wird ausgebaut

 Die Sanierung der Altlasten im Wassertalgraben schlägt heuer mit 650.000 Euro zu Buche, demgegenüber stehen aber Zuschüsse für die Aktion von knapp 620.000 Euro. Dritter „Brocken“ auf der Ausgabenseite ist der Breitbandausbau, für den Rinke wenige Stunden vor der Sitzung den druckfrischen Förderbescheid aus der Hand von Finanzminister Markus Söder entgegengenommen hatte. Mit einem Zuschuss von 385.000 Euro kann die Gemeinde beim Ausbau des schnellen Internets rechnen, so Rinke.

Dabei soll das gesamte Gemeindegebiet exklusive einzelner, abgelegener Berghütten mit der FTTH-Lösung ausgebaut werden, wobei mindestens 30 Mbit/Sekunde anliegen würden. Am Tag nach der Sitzung wollte Rinke den Vertrag mit der Telekom, am morgigen Donnerstag, 17. März, den zweiten mit Vodafone abschließen. Die Verwaltung bemühe sich zudem um zwei weitere Bayern-WLAN-Hotspots, wie es sie bereits am Schloss Neuschwanstein gibt.

Hohe Ausgaben

 Im 4,7 Millionen Euro starken Vermögenshaushalt sind außerdem Ausgaben für Wanderwege, die Arbeiten in der gesperrten Pöllatschlucht, der Zuschuss für die Bergwacht, neue Spielplätze und eine Löschwasserleitung zum Schloss Neuschwanstein enthalten.

Weniger Schulden

 Größte Einzelposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten sowie die Sach- und Betriebsaufwendungen, die gut die Hälfte der rund 11,8 Millionen Euro ausmachen.

In den Verwaltungshaushalt fällt auch die Kreisumlage, die jede Gemeinde an den Landkreis abführen muss. Die beträgt heuer rund 14 Prozent der Ausgaben oder 1,6 Millionen Euro. Als Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt wird die Gemeinde 1,5 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zuführen, erklärte Gschwend.

Die Gemeinde hat laut Rinke rentabel gearbeitet und konnte so die Schulden sukzessive herunterfahren. Derzeit steht die Gemeinde noch mit 4,3 Millionen Euro in der Kreide, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1300 Euro. Zum Vergleich: der bayerische Durchschnitt liegt bei 678 Euro.

Demgegenüber stehen aber Rücklagen von 6,1 Millionen Euro. „Die Schulden“, so Rinke „sind damit faktisch in bar gedeckt“. Allerdings werden die Rücklage durch die Investitionen in das Feuerwehrhaus auch wieder abschmelzen. Aber die Gemeinde umgeht dadurch eine Neukreditaufnahme.

Finanzieren kann die Gemeinde Schwangau den diesjährigen Haushalt unter anderem durch die Schlüsselzuweisungen sowie Steuereinnahmen. Ein Unsicherheitsfaktor sind derzeit die elektrischen Anlagen bzw. Leitungen im Schulhaus. Hier werde derzeit geprüft, ob die Situation tatsächlich so ernst ist, wie sie ein Elektriker geschildert habe, so Rinke.

Oliver Sommer

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