Stellenabbau und Kündigung des Werktarifvertrags: IG Metall kritisiert PMG scharf

»Totalversagen« bei PMG Füssen?

Firma PMG in Füssen
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Düstere Zeiten für PMG Füssen? Nach angekündigten Stellenabbau und Ausstieg aus dem Werktarifvertrag wirft die IG Metall der PMG-Geschäftsführung „Totalversagen“ vor.
  • Matthias Matz
    vonMatthias Matz
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Füssen/Kempten – Die IG Metall Allgäu erhebt massive Vorwürfe gegen die Geschäftsführung von PMG. Die Gewerkschaft wirft dem Füssener Unternehmen vor, den bestehenden Werktarifvertrag (Anerkennungstarifvertrag) mit der IG Metall zum Ende Januar 2021 gekündigt zu haben. Zudem wirft sie dem Zulieferer für die Automobilbranche „eklatante Misswirtschaft“ vor.

Wie Sebastian Hornung, Fach-Sekretär der IG Metall Allgäu in Kempten, in der vergangenen Woche mittelte, habe PMG den bestehenden Werktarifvertrag gekündigt. „Die Beschäftigten haben zwar einen Bestandsschutz, profitieren aber nicht von zukünftigen Tarifabschlüssen in der Metall- und Elektroindustrie.“ Dies gelte mit Ablauf des Januar 2021.

Für die Allgäuer Metaller ist dieser Schritt des Füssener Unternehmens nicht nachvollziehbar. „Gerade in einer Zeit in der die Tarifabschlüsse Beschäftigungssicherung und Zukunftsgestaltung in den Vordergrund stellen ist das ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten!“, betont Dietmar Jansen, Geschäftsführer der IG Metall Allgäu.

Kritik übt die Gewerkschaft auch am geplanten Stellenbau bei PMG. Das 1960 in Füssen gegründete Unternehmen hatte kürzlich angekündigt, das 100 Stellen – etwa die Hälfte der Belegschaft – abgebaut werden sollen, da die Firma wirtschaftlich unter Druck stehe. Die angekündigten Stellenstreichungen kommt für die IG Metall Allgäu jedoch nicht überraschend. „Wir sehen bei dieser Firma seit vielen Jahren eine eklatante Misswirtschaft in den Führungsebenen“, erklärt Jansen. Für diese Versäumnisse sollen nun laut dem Gewerkschafter die Beschäftigten mit ihren Arbeitsplätzen und ihren Einkommen zahlen.

„Die Ursache der Krise bei PMG ist eine jahrelange Vernachlässigung des Betriebes durch die Führungskräfte!“, ist sich der Geschäftsführer der IG Metall Allgäu sicher. Die Beschäftigten bei PMG hätten über die Jahre immer wieder Zugeständnisse gemacht und über Sanierungstarifverträge auf Geld verzichtet, um den Standort Füssen zu sichern. Dabei habe die Belegschaft treu zur Firma gestanden, während die Geschäftsführungen auffällig häufig gewechselt hätten.

»Blanker Hohn«

Eben diese Geschäftsführer hätten massiv gegen den Standort in der Lechstadt gearbeitet. So seien immer wieder gewinnbringende Produkte ins Ausland verlagert, Erschließung neuer Geschäftsfelder versäumt und notwendige Investitionen zurückgehalten worden. „Jetzt von notwendigen Einsparungen zu reden, ist blanker Hohn gegenüber der Belegschaft und soll ein Totalversagen der Führungsebenen verschleiern!“, empört sich Jansen und fordert: „Es ist nicht die Zeit für Sparprogramme und Stellenabbau. Wir müssen endlich auf das Wissen der Beschäftigten zurückgreifen, die gute Qualität liefern und so PMG fit für die Zukunft machen!“

PMG äußerte sich auf Anfrage des Kreisboten nicht zu den Vorwürfen.

kb/mm

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