Vernissage in der Ziegelwies

Geheimnisse des Pöllattals

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Försterin Annerose Schneider (rechts) ermöglichte Oliver Geischberg (2. v. r.) ebenso die neue Ausstellung wie Werkstättenleiterin Dagmar Rothemund (links). Sie führten Besucher am Eröffnungstag in die besonders auch für Schulklassen interessante Ausstellung „Unbekanntes Pöllattal“ ein.

Füssen – Wo einst der König auf die Jagd ging, ist auch heute noch ein faszinierendes Gebiet vorzufinden. Der Füssener Oliver Geischberg beweist dies mit seiner Ausstellung „Unbekanntes Pöllattal“ auf eindrucksvolle Weise.

Die Schautafeln zeigen tolle Fotos, die sachlich kommentiert werden. Die Ausstellung ist derzeit im Walderlebniszentrum (WEZ) zu sehen. Schüler und Lehrer aufgepasst: Oliver Geischberg stellt mit seinen Fotografien, die er im persönlichen Stil kommentiert, seine Entdeckungen in der Natur im Walderlebniszentrum (WEZ) Füssen vor. 

Die Ausstellung in der Tiroler Straße 10 fand bei der Eröffnung viel Anklang. Stürmischen Beifall erntete neben Oliver Geischberg auch die Band der Wertachtal Werkstätten, die live spielte. „Werkton“ lud mit Oldies das begeisterte Publikum zum Mitsummen ein.

Nach seiner viel beachteten Ausstellung über Moore und die Lechauen widmete sich Oliver Geischberg dieses Mal „den Geheimnissen der Natur im Pöllattal“, hieß es in der Einladung zur Vernissage. Nach der Begrüßung durch den Ersten Vorsitzenden Reinhold Sontheimer sprach Dagmar Rothemund über die Persönlichkeit von Oliver Geischberg, der als Beschäftigter in den Füssener Werkstätten in der Hiebelerstraße „eine Nische gefunden“ habe. 

Hier werde eine „gezielte Förderung, die seiner hohen Intelligenz entspricht“, möglich, erklärte Werkstättenleiterin Rothemund. „Es ist ja hinreichend bekannt“, so die Diplom-Sozialpädagogin weiter, „dass Herr Geischberg ein Mensch mit Aspergersyndrom ist, eine Facette der Autismuskultur“. Hans Asperger, der Namensgeber, betonte in seinen bahnbrechenden Studien: es scheine für den Erfolg in der Wissenschaft oder in der Kunst „ein Schuss Autismus erforderlich“ zu sein. 

Wie Rothemund in ihrer Rede ausführte, treffe dies „umfassend auf Herrn Geischberg zu“, weil er Agrarwisenschaften studiert habe und „auch ein hohes Potential an künstlerischen Fähigkeiten mitbringt“. Das Aspersyndrom sei keine Krankheit, nur eine andere Verteilung von menschlichen Stärken und Schwächen. Deshalb, so Rothemund, „kann es auch nicht geheilt werden“. 

Typisch für einen Menschen „mit Asperger“ und auch ganz typisch für Geischberg sind bekanntlich hohe Intelligenz und gute sprachliche Fähigkeiten. Dies belegen eindrucksvoll die Schautafeln im WEZ. Geischberg hat das Pöllattal mit seiner ganz bestimmten Sicht der Dinge untersucht. Herausgekommen ist in Zusammenarbeit mit seiner Patin, Försterin Annerose Schneider, eine übersichtlich gegliederte Präsentation der stark vergrößerten Naturfotografien mit persönlichen Kommentaren. 

Geischberg erläuterte der Besucherschar selbst seine Vorgehensweise. Er freute sich, seine Fotos öffentlich zeigen zu können. Besondere Freude machten ihm Entdeckungen von Details. So erfährt der Besucher beispielsweise, dass der Säuling vor 250 Millionen Jahren ein Korallenriff war. Sicherlich könne er, wie Geischberg einräumte, nicht jedermann neue Erkenntnisse vermitteln. Wie sagte der Fotograf so schön pointiert: „Der Nasemann und der Peresson, die wissen das schon lang.“

Die Ausstellung im Walderlebniszentrum läuft bis Mittwoch, 1. November, und ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

cf

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