Arbeitskreis beantragt Aufstellfläche für Radler am Kaiser-Max-Platz

Kreuzung sicherer machen

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Wenn es nach dem Arbeitskreis Fahrrad geht, sollen sich Radler bald am Kaiser-Maximilian-Platz auf einer Aufstellfläche vor dem Verkehr, der stadteinwärts fährt, aufreihen können.

Füssen – Damit Fahrradfahrer stadteinwärts an der Ampel am Kaiser-Maximilian-Platz sicher losfahren können, hat der Arbeitskreis Fahrrad eine rot markierte Aufstellfläche beantragt.

Doch darüber schieden sich in der vergangenen Woche im Verkehrsausschuss die Geister. Vor einer Entscheidung soll die Stadtverwaltung dazu noch einmal eine Stellungnahme vom Staatlichen Bauamt Kempten einholen, einigten sich die Räte. 

Autos, Lkws und Radler: Am Kaiser-Max-Platz herrscht immer viel Verkehr, besonders im Sommer. Die beiden Spuren, die nach Westen führen, sind laut AK zudem eng und reichen gerade für ein breites Auto oder einen Lkw. 

Wenn Radler sich aber in der Mitte der Geradeausspur aufstellen, komme es häufig zu Konflikten mit nachfolgenden Autos, so der AK. Nach der Vorstellung des Arbeitskreises sollen Fahrradfahrer deshalb künftig an den wartenden Autos vorbeifahren und sich vor diesen auf einer Abstellfläche an der Ampel anordnen können. 

Kritik vom Staatlichen Bauamt Kempten

Bei grün könnten sie dann als Erste starten. Das Staatliche Bauamt Kempten kritisierte jedoch die Idee. Denn die Fahrbahn sei zu schmal für eine eigene Fahrradspur. Gerade im Sommer beim Stop-and-Go-Verkehr würde dem Radler so eine „trügerische Scheinsicherheit“ vorgegaukelt werden. 

Doch diese Stellungnahme habe gar nichts mit ihrem Anliegen zu tun, meinte Dr. Martin Metzger (BfF). „Wir wollen gar keine Fahrspur. Wir wollen nur vorne einen Querstreifen zum Aufstellen.“ Dass so etwas in der Praxis funktioniere, habe er in Rosenheim gesehen, erklärte Heinz Hipp (CSU). 

Schulte bleibt skeptisch

Sein Fraktionskollege Niko Schulte sah das jedoch skeptisch: „Das mache ich heute schon so. Warum soll man das markieren?“ Diese Fläche müsse die Stadt nur pflegen. Ganz überzeugt war auch Jürgen Doser (FWF) nicht. Er fand zwar nicht die Fläche an sich problematisch, wohl aber das Signal, das damit gesendet werde. Schließlich handle es sich hier um die Hauptkreuzung der Stadt. „Der Kaiser-Maximilian-Platz ist immer gefährlich für Radler.“ Weshalb es sicherer sei andere Routen zu nehmen.

„Die Entwicklung ist eine andere“, meinte jedoch Metzger. Radler werden heutzutage in den Verkehr integriert. Schließlich könnten sie Dank Hilfsmotoren locker mit Autos mithalten. 

Meinung einholen

Die Stadt sollte „mit dieser Entwicklung eigentlich auch mitgehen und den Punkt tragen.“ 

Zumal Untersuchungen ergeben hätten, dass solche Aufstellflächen für Radler sicher seien. „Die Sichtbeziehung ist da. Die Radler sind weg, bevor die Autos losfahren“, erklärte Metzger. Überzeugt war auch Lothar Schaffrath (SPD) von der Idee. „Es sollte viel mehr solche Flächen geben, damit die Autofahrer erinnert werden, dass es Radler gibt.“ 

Am Ende einigten sich die Räte noch nicht über den Punkt abzustimmen, sondern erneut die Meinung des Staatlichen Bauamts einzuholen.

Katharina Knoll

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