Dreikönigstreffen: FDP im Ostallgäu mit neuem Selbstbewusstsein

Arbeiten am Comeback

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Die Freien Demokraten mit Dr. Gunther Zahn (v.r.), Jonas Flott, Sebastian Czaja und Stephan Thomae wollen mit Mut in die Zukunft schauen und liberale Politik gestalten.

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der 21-jährige Unterthingauer Jonas Flott auf der Liste sollen dabei helfen.

Um im Ostallgäu den Mut fürs Comeback zu stärken, besuchte der Berliner Abgeordnete Sebastian Czaja das traditionelle Dreikönigstreffen der Liberalen am Freitag im Füssener Hotel „Hirsch“. 

Im neuen Jahr steht die FDP, die wieder in den Bundestag einziehen will, vor einer großen Herausforderung. Die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden ist eigentlich schon von existenzieller Natur für die Liberalen, die vor drei Jahren und drei Monaten in der Gunst der Wähler Schiffbruch erlitten. 

In diesem Jahr will sich die Partei aber – wie Sebastian Czaja aus dem Berliner Abgeordnetenhaus als Gast in Füssen erläuterte – sich „erneuert mit einer schönen gemischten Liste vorstellen“. 

Czaja wurde als Retter des Flughafens Berlin-Tegel bekannt. „Wir rücken den Einzelnen in den Mittelpunkt“, unterstrich er. „Das kollektive Wir und wie es die Berliner Politik von Rot-Rot-Grün mit ihren falschen Prioritäten und den Reglementierungen praktiziert, ist nicht das Modell für Deutschland.“ 

Die „Freiheitsbotschaft“, die der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus der „Politik, die mit der Angst unserer Bürgerinnen und Bürger spielt, mit viel Mut entgegensetzt“, beinhalte zum Beispiel „eine bessere technische Ausrüstung der Polizei“. 

Czaja verdeutlichte in diesem Zusammenhang, dass er nichts von neuen Sicherheitsgesetzen hält. „Es geht immer um Minuten. Jeder Polizist sollte ein Smartphone haben“. Eine solche Vernetzung könne in konkreten Fällen effektiver sein als möglichst viele Überwachungskameras zu installieren. „Ängste befeuern ist ein gefährliches Spiel“, sagte er. 

Die Sicherheitsbehörden – das sei die vernünftige Lösung – sollten „nicht von allen möglichst viel, sondern viel von den wenigen wissen, von denen Gefahr für unser aller Sicherheit ausgeht“. 

Czajas Rede war kurz. Der Gast aus Berlin nutzte seinen Besuch im Ostallgäu vor allem dazu, an den Tischen mit den Vertretern der ins politische Abseits geratenen Liberalen zu sprechen. Pointiert sagte der Gast aus Berlin: „Dass reiche Leute die FDP wählen, stimmt nicht. Reiche Leute wählen andere Parteien. Uns wählen Leute, die reich werden wollen. Wir halten mutig am politischen Kurs fest, auch bei starkem Gegenwind!“ 

Alte Tradition

Wie der frühere Füssener Stadtrat und jetzige Füssener FDP-Ortsvorsitzende Dr. Gunther Zahn vor den annähernd 30 Teilnehmern im Saal eingangs erklärt hatte, lasse der FDP-Bezirksverband Schwaben mit dem Treffen im „Hirsch“ eine „alte, in den letzten Jahren etwa zum Ruhen gekommene Tradition des Kreisverbands Ostallgäu wieder aufleben.“ 

Ein immer gern gesehener Gast ist dabei der Kemptener Jurist Stephan Thomae, der bereits von 2009 bis 2013 für die Liberalen im Bundestag saß und auch in Füssen sprach. Der schwäbische Bezirksvorsitzende betonte mit Blick auf die Bundestagswahl-Pleite von 2013, dass die FDP immer einen gepflegten politischen Diskurs geführt habe. 

In diesem Jahr werde er es nochmals versuchen, kündigte er an. „Wir haben berechtigte Hoffnung, dass die stark erneuerte FDP in den Bundestag einziehen wird.“ 

Flott will nach Berlin

Vorstellen konnte sich als Kandidat für den Wahlkreis 257 außerdem der 21-jährige Jonas Flott aus Unterthingau. Er studiert Betriebswirtschaft in Kempten und will mit seiner Kandidatur zeigen, dass sich junge Leute politisch engagieren und dabei eine liberale Haltung vertreten. 

Begrüßt wurde neben zahlreichen regionalen FDP-Politikern nicht zuletzt auch Susanne Holstein aus Seeg. Sie ist die amtierende Kreisvorsitzende der Liberalen im Ostallgäu.

Chris Friedrich

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