Der nächste Anlauf

Weißenseer Strandbad soll nun doch saniert werden

Strandbad Kiosk Weißensee
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Im Zuge der geplanten Sanierung des Weißenseer Strandbads soll auch der abgesunkene Kiosk wieder auf Vordermann gebracht werden.
  • Katharina Knoll
    vonKatharina Knoll
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Füssen – Vor drei Jahren war es das Thema in Füssen, das die Gemüter bewegte – das Strandbad in Weißensee. Der Stadtrat sprach sich damals mehrheitlich für einen Neubau auf der Liegewiese aus. Ein Bürgerentscheid zu dem Thema zeigte jedoch: Die Füssener wollen den bestehenden Kiosk behalten. Seitdem ist es ruhig um das Strandbad geworden – bis jetzt. Mitte März traf sich die Stadtverwaltung mit Vertretern der Weißenseer Vereine, um über die weitere Planung zu beraten. Am Dienstag segnete der Bauausschuss einstimmig das Konzept ab und brachte den dafür nötigen Bebauungsplan auf den Weg.

Seit Monaten arbeitet das städtische Bauamt an einem Bebauungsplan, der einen Erhalt der Badeanstalt ermöglichen soll. Das hatte noch der alte Stadtrat beschlossen. Denn die baurechtliche Situation ist bekanntlich nicht einfach. Da das Bad sowohl im Landschaftsschutzgebiet als auch im sogenannten Außenbereich liegt, besteht laut Landratsamt dort kein Baurecht. Die Stadt muss ein solches also zunächst durch einen Bebauungsplan schaffen. Neubauten und spürbare Erweiterungen der bestehenden Gebäude sind ebenfalls untersagt. Deshalb soll das Kioskgebäude im Bestand saniert und angehoben werden, um es zu stabilisieren.

Wie die Zukunft des Weißenseer Strandbads genau ausschauen soll, darüber tauschten sich Mitte März Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) und Mitarbeiter der Stadtverwaltung erneut mit Vertretern der Weißenseer Vereine aus – und einigte sich über die wesentlichen Grundlagen, hieß es jetzt in der Sitzung. Ein erstes Treffen diesbezüglich, bei dem die Grundzüge der künftigen Planung festgelegt wurden, hatte bereits im vergangenen Sommer stattgefunden (der Kreisbote berichtete).

Terrasse mit Pergola?

„In der Satzung haben wir relativ wenig geändert“, informierte Planer Martin Hoffmann am Dienstagabend im Bauausschuss. Die Baugrenze umfasst das derzeitige Gebäude mit Musikpavillon. Es entspreche somit im wesentlichen dem Bestand. Außerdem darf man eine Terrasse mit mobiler Überdachung errichten. Neben mobilen Schirmen kann sich die Stadtverwaltung hier auch eine Pergola vorstellen. „Das könnte laut Landratsamt möglich sein“, informierte Hoffmann.

Im nördlichen Bereich des Areals soll außerdem ein rund 8,5 mal sechs Meter großer Vereinsstadel entstehen, was den Weißenseer Vereinen immer wichtig war. Die genaue Positionierung habe die Stadt bereits mit dem Staatlichen Straßenbauamt Kempten abgesprochen. Statt dem ursprünglich geforderten 20-Meter-Abstand zur Straße hin, haben sich die Beteiligten nun auf einen Abstand von zehn Metern geeinigt. Ein anderer Standort vor dem Bach sei dagegen aus Naturschutzgründen nicht möglich.

Daneben sei der Umgriff des Bebauungsplans weiter gefasst, um auch die Nebenanlagen wie den Bootsverleih, den geplanten Wikingerspielplatz, den Seniorenbewegungsplatz und das Gebäude der Wasserwacht mit einzuschließen. Im Bebauungsplan wurde außerdem eine mögliche Erweiterung des Wasserwacht-Gebäudes berücksichtigt. Für das Vorhaben muss außerdem der Flächennutzungsplan geändert werden.

Lob von Schneider

„Danke für die schnelle Umsetzung“, sagte Füssen-Land-Stadtrat Christian Schneider nach der Vorstellung. Nach jahrelangen Diskussionen sei das Projekt nun endlich auf den Weg gebracht worden, freute sich Schneider. Dieser wohnt nicht nur selbst in Weißensee, sondern war auch einer der Motoren hinter dem Bürgerentscheid. „Es hätte nicht soweit kommen müssen, wenn man mit offenen Karten gespielt hätte“, meinte er mit Blick auf den Bürgerentscheid. Auch BfF-Stadtrat Dr. Martin Metzger begrüßte, dass nach den jahrelangen, hitzigen Diskussionen mit unterschiedlichen Informationen jetzt alles ruhig ablaufe.

Ein Lob sprach hier Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) Planer Hoffmann aus. Dass dieser innerhalb von zwei Wochen umgeplant und alles mit den Behörden abgesprochen habe, sei eine sportliche Leistung.

Abschließend billigten die Räte einstimmig das neue Konzept für das Strandbad, die Neuaufstellung des Bebauungsplans und die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans. Die Planvorentwürfe sollen nun öffentlich ausgelegt werden.

Katharina Knoll

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