Bürgermeister Iacob zeigt Harald Vauk wegen übler Nachrede an

"Eine Verleumdung"

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Schoon im Fasching waren Vauks Dauerattacken auf Bürgermeister Iacob ein Thema. Der wehrt sich nun.

Füssen – Genug ist genug, mag sich Bürgermeister Paul Iacob (SPD) gedacht haben und geht nun juristisch gegen Harald Vauk, Sprecher der „Aktiven Bürger Füssen“, und dessen Behauptungen vor.

Eine von ihm beauftragte Münchner Kanzlei hat jetzt Strafanzeige gegen Vauk wegen übler Nachrede und Verleumdung gestellt. Das Fass zum Überlaufen brachten anscheinend zwei weitere Schreiben Vauks von Anfang des Monats, in dem dieser Iacob einmal mehr zum Rücktritt drängt.

Der Streit zwischen Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Harald Vauk, Sprecher der „Aktiven Bürger Füssen“, geht in die nächste Runde: Vergangene Woche hat eine Münchner Kanzlei im Auftrag Iacobs gegen Vauk Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung gestellt.

Außerdem behalten sich die Münchner Juristen im Namen des Bürgermeister zivilrechtliche Schritte gegen Vauk vor, sollte dieser weiterhin öffentliche Behauptungen aufstellen, „die den Eindruck vermitteln, Herr Iacob hätte in der Vergangenheit oder würde gegenwärtig in seiner Funktion als erster Bürgermeister der Stadt Füssen den Stadtrat (bewusst und unbewusst) belügen, falsch informieren oder diesem in unberechtigterweise Informationen vorenthalten.“ „Das kann ich nicht akzeptieren, weil das nicht der Fall ist“, betonte Iacob am Montag auf Anfrage des Kreisbote. „Er unterstellt mir, dass ich lüge. Das ist eine Verleumdung.“

Er gestehe Vauk wie jedem anderen auch zwar Kritik zu, „er darf das aber nicht mit unlauteren Mitteln machen“, so Iacob gegenüber dem Kreisbote.

Schwere Vorwürfe

 Auslöser für Iacob, nun doch juristisch gegen Vauks Dauerfeuer in den sozialen Medien und Behörden gegen seine Person vorzugehen, sind offenbar zwei Schreiben Vauks vom 8. Februar. Eins schickte er an Vertreter des Landratsamtes in Marktoberdorf, ein weiteres an einen nicht näher erkennbaren Personenkreis mit der Bitte um einen vertraulichen Gesprächstermin.

Vor allem das Schreiben an das Landratsamt Ostallgäu mit dem Betreff „Sagt Paul Iacob die Wahrheit?“ im Zusammenhang mit der Ansiedlung eines Baumarktes im Gewerbepark „Allgäuer Land“ könnte Vauk jetzt teuer zu stehen kommen. Denn Iacobs Juristen werfen dem Sprecher der „Aktiven Bürger Füssen“ nun vor, dass das Schreiben den Eindruck erwecke, Iacob „würde den Stadtrat gezielt belügen und manipulieren“.

Tatsächlich schrieb Vauk unter anderem: „In den vergangenen Jahren hat Paul Iacob den Stadtrat wiederholt durch falsche Aussagen, durch bewusste und vorsätzliche Täuschungen, durch Verschweigen oder Zurückhalten von Umständen oder Tatsachen an der verantwortungsvollen Ausübung ihrer (sic!) Tätigkeit gehindert.“

 Versteckte Drohungen

 In dem Schreiben „Bitte um einen vertraulichen Gesprächstermin“ vom gleichen Tag wiederholt Vaukl im wesentlichen seine Vorwürfe und bringt erneut einen Rücktritt Iacobs „aus persönlichen Gründen“ ins Spiel. Außerdem droht er dem Bürgermeister mit einem Amtsenthebungsverfahren. Einen Rücktritt hatte er bereits in der Bürgerversammlung im November gefordert, was Iacob allerdings ablehnte.

Harald Vauk blickt der Anzeige nach eigenen Angaben gelassen entgegen: „Zu keinem Zeitpunkt habe ich Aussagen getätigt, die ich nicht vor einem ordentlichen Gericht verantworten kann“, schreibt Vauk Iacobs Anwalt. Er sei zuversichtlich, seine Anschuldigungen belegen zu können. „Ich schaue einem Prozess mit Spannung entgegen, da hier geklärt werden muss, ob meine Aussagen zu Recht getroffen wurden“, sagte er auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung.Matthias Matz

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