Ein großes Ganzes oder nicht?

Festspielhaus: Hotel-Gegner äußern Zweifel an Zahlen - Architekt wehrt sich

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Sind das geplante Hotel, das Festspielhaus und das geplante Tagungszentrum als ein großes Ganzes oder als einzelne Gebäude zu betrachten? Um diese Frage ist ein Streit zwischen Gegnern und Planern entbrannt.

Füssen – Der Streit zwischen den Gegnern des geplanten 5-Sterne-Hotels am Festspielhaus und den Verantwortlichen des Veranstaltungshauses geht in die nächste Runde.

In einer Pressemitteilung werfen die Projekt-Gegner Eigentümer Manfred Rietzler vor, irreführende Größenangaben in der Öffentlichkeit gemacht zu haben. Dessen Architekt Tom Krause widerspricht. 

In ihrer Mitteilung bezieht sich Alexander Beck vom Kreisfischereiverein und Sprecher der Gegner auf die bislang öffentlich diskutierte Länge des Hotels von 144 Metern. „Bei diesen Angaben wird das geplante Seehaus in direkter Verlängerung aber ganz bewusst nicht mit einbezogen“, so Beck.

Rechne man das „Seehaus“ – das im Forggensee gebaut werden und über eine Verbindung erreichbar gemacht werden soll – mit hinzu, „stellt sich heraus, dass der gesamte Baukörper somit eine Länge von ca. 180 Metern aufweist“, erklärt Beck, der selbst Architekt ist, und erhebt schwere Vorwürfe: „Gegenüber der angeführten Hotellänge von 144 Metern wird somit die Differenz von ca. 36 Metern gezielt verschwiegen.“

Rechne er nun noch das geplante Tagungszentrum auf der anderen süd-westlichen Seite des Festspielhauses hinzu, komme er sogar auf eine Gesamtlänge des Komplexes – also Festspielhaus (mit 159 Metern Länge), Hotel, Seehaus und Tagungszentrum – von insgesamt rund 390 Metern. „Ein Bauwerk dieser Dimension ist – von dessen Höhe ganz zu schweigen – am und im Ostallgäuer Forggensee nicht vertretbar“, heißt es weiter in der Mitteilung. 

Architekt widerspricht

Auf Nachfrage des Kreisbote erläuterte Beck, dass diese Zahlen auf eigenen Berechnungen anhand der einsehbaren Pläne und Bilder des Bayernatlas beruhen. „Wir wollen seriös und korrekt arbeiten.“ Eine Abweichung von zwei Prozent sei allerdings durchaus möglich, erklärte er. 

Architekt Tom Krause widerspricht dem auf Anfrage unserer Zeitung vehement. Da den Gegnern keine exakten Planunterlagen vorliegen würden, gehe er von einer Ungenauigkeit von bis zu 20 Prozent aus. „Wir sollten die exakten Zahlen aber schon haben“, sagte Kraus.

Demnach sei nach dem alten Planungsstand – bekanntlich hat Eigentümer Manfred Rietzler, wie berichtet, eine Umplanung angekündigt, um den zum Teil heftig kritisierten Eingriff in den Forggensee und das Landschaftsschutzgebiet zu verringern – eine Länge von Hotel inklusive „Seehaus“ von insgesamt 164 Metern vorgesehen gewesen. Dazu komme ein Abstand zwischen Hotel und Festspielhaus von 12 Metern. 

Allerdings sollen Hotel und Musiktheater laut früheren Angaben durch einen gläsernen Gang miteinander verbunden werden. Nach Ansicht von Beck und seinen Mitstreitern müsse der Komplex daher also als Ganzes betrachtet werden. 

Im Hinblick auf die Gesamtlänge weist Architekt Krause die Zahlen Becks ebenfalls zurück. Nach dem alten Planungsstand betrage dieser insgesamt 335 Meter statt der von den Gegner dargestellten 390 Metern. Dazu komme noch das etwa 43,5 Meter lang geplante Tagungszentrum, das laut Krause aufgrund seines großen Abstandes von rund 15 Metern zum Festspielhaus als eigenständiges Gebäude betrachtet werden müsse. 

Neue Planung

Die Neubaugegner wiederum betrachten auch das Tagungsgebäude als zum Gesamtkomplex dazugehörig an. Zwar gebe es tatsächlich einen Abstand von etwa zehn Metern zwischen beiden Gebäuden. Aber: „Wir sagen: Das wirkt wie ein Baukörper“, so Sprecher Beck gegenüber unserer Zeitung. 

Allerdings werden fast alle Zahlen ohnehin bald überholt sein: Derzeit arbeiten Krause und sein Team nach eigenen Angaben an den geänderten Plänen. „Es muss alles neu erarbeitet werden.“ So soll die künftige Länge des Hotels mit „Seehaus“ zusammen bei 148 Metern liegen. Die Gesamtlänge von Hotel und Festspielhaus inklusive des 12 Meter langen Verbindungsganges werde dann insgesamt 319 Meter betragen. An der Länge des Tagungsgebäudes soll sich laut Krause dagegen aber nichts ändern.

Matthias Matz

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