Sandra Hartmann kündigt noch vor Amtsantritt als neue Kämmererin

Rücktritt vorm Antritt

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Sandra Hartmann will nun doch nicht die erste Amtsleiterin in der Geschichte der Stadt Füssen werden.

Füssen – „Es hat einfach nicht gepasst.“ Nach nur gut sechs Wochen als künftige Nachfolgerin von Kämmerer Helmut Schuster hat Sandra Hartmann die Füssener Finanzverwaltung schon wieder verlassen. Seit Montag arbeitet sie bereits wieder auf ihrer alten Stelle im Landratsamt in Marktoberdorf.

Als Nachfolger von Schuster wird jetzt nach Informationen unserer Zeitung eine interne Lösung diskutiert und bevorzugt. Dabei soll es sich um einen Mitarbeiter aus dem Füssener Liegenschaftsamt handeln. 

Es sollte ein Meilenstein in der Geschichte der Füssener Stadtverwaltung werden: Mit der 41 Jahre alten Sandra Hartmann aus Füssen sollte zum 1. Juli die erste weibliche Amtsleiterin ihre Stelle antreten und den langjährigen Kämmerer Helmut Schuster beerben. Seit 1. April wurde die gebürtige Cuxhavenerin dafür von Schuster eingearbeitet und nahm auch bereits an den Haushaltsberatungen teil. 

Nach acht Jahren in der Zulassungsstelle Füssen hatte sie zuletzt drei Jahre als Sachgebietsleiterin für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt in Marktoberdorf gearbeitet. Dorthin ist sie am Montag zurückgekehrt. 

„Es hat einfach nicht gepasst“, sagte sie am Mittwoch auf Anfrage des Kreisboten. Weiter wollte sie sich zu den Umständen ihres plötzlichen Wechsels zurück zu ihrer alten Arbeitsstelle nicht äußern. 

Kalt erwischt wurden von Hartmanns plötzlicher Kündigung Verwaltung und Stadtrat. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) teilte Sandra Hartmanns Entscheidung den Stadträten bereits in nichtöffentlicher Sitzung des Finanz- und Personalausschusses am Dienstag vergangener Woche mit. 

In der gleichen Sitzung soll er nach Informationen unserer Zeitung einen 29 Jahre alten Mitarbeiter der Stadtverwaltung als neuen möglichen Nachfolger von Schuster ins Gespräch gebracht haben. Doch diese plötzliche Personalrochade sorgt für einigen Unmut im Füssener Stadtrat. 

So mancher Stadtrat befürchtet, dass der als potenzieller Schuster-Nachfolger ins Spiel gebrachte Mitarbeiter noch zu jung und unerfahren für das wichtige Amt des Kämmerers sein könnte. „Der alte Kämmerer geht und es ist niemand da, der eingearbeitet ist“, sagt ein mit dem Vorgang Vertrauter. „Hier wird möglicherweise ein junger Mensch verheizt.“ 

Bei anderen Ratsmitgliedern ist dagegen offenbar der Eindruck entstanden, dass die Verwaltungsspitze sich bereits intern im kleinen Kreis, ohne Beteiligung der Gremien und ohne öffentliche Ausschreibung der Stelle auf die interne Lösung verständigt habe. Dieser Verdacht soll im Anschluss an die öffentliche Stadtratssitzung am Dienstagabend hinter verschlossenen Türen vor allem aufseiten der CSU und FW für Diskussionsbedarf gesorgt haben. Demzufolge habe sich die SPD auf die Seite der Verwaltung geschlagen und damit argumentiert, man solle der Jugend eine Chance geben. 

Doch endgültig entschieden sei die Personalie noch nicht. Zwar favorisiere die Verwaltung die interne Lösung, heißt es, doch dieser müsse eigentlich noch der zuständige Personalausschuss zustimmen. 

Bereits das Auswahlverfahren im Zuge der Berufung von Hartmann hatte bei einigen für Frust gesorgt. Denn von mehreren Bewerbern war dem Ausschuss schließlich doch nur einer vorgestellt worden – Sandra Hartmann.

Matthias Matz

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