Polizei will in dieser Woche Taucher einsetzen

Wenig Hoffnung für Vermissten

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Auf der Theresienbrücke hat sich der tragische Vorfall ereignet, der womöglich einen jungen Mann das Leben gekostet hat.

Füssen – Tragisches Ende eines feucht-fröhlichen Abends: Nach einer körperlichen Auseinandersetzung und anschließendem Sturz in den eiskalten Lech wird seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche ein 33 Jahre alter Italiener vermisst.

Nach Angaben der Polizei soll ein 48-jähriger Mann den Jüngeren sowie dessen 29 Jahre alten Kollegen im Zuge einer Schlägerei von der Theresienbrücke in den Lech geworfen haben. Trotz intensiver Suchmaßnahmen blieb der Mann bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Montagnachmittag verschollen. 

Eine zufällige Begegnung auf der nächtlichen Theresienbrücke zwischen den beiden offenbar angetrunkenen Italienern und einem 48-Jährigen in der Nacht auf Donnerstag gegen 23.20 Uhr endete für den 33-Jährigen vermutlich tödlich. Die Chancen, den Mann noch lebend zu finden, schätzte ein Polizeisprecher am Montag als „leider sehr gering“ ein. 

Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge trafen die beiden jungen Männer, bei denen es sich nach Informationen des Kreisboten um zwei Angestellte einer Füssener Pizzeria handeln soll, kurz nach dem Verlassen der „Schiffwirtschaft“ auf der Theresienbrücke auf den Älteren. Was dann geschah, ist zwar noch nicht abschließend ermittelt. 

Dennoch gebe es laut der Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Hinweise darauf, dass die beiden Jüngeren den Älteren grundlos provoziert und angegriffen haben sollen. „Die bisherigen Ermittlungen erhärten den Verdacht, dass die jüngeren Männer ohne ersichtlichen Grund den anderen Mann im Bereich der Theresienbrücke anpöbelten und körperlich angriffen“, so ein Sprecher des Präsidiums Ende vergangener Woche. 

Demnach sollen die beiden Angreifer den Mann getreten und geschlagen haben. „Außerdem scheint der Mann, als er am Boden lag, mit einer Flasche geschlagen worden zu sein“, heißt es weiter vonseiten der Polizei. 

Großaufgebot im Einsatz 

Im weiteren Verlauf der Schlägerei sei es dem Angegriffenen schließlich gelungen, die beiden über die Brücke in den eiskalten Fluss zu werfen. Die Polizei wollte auf Nachfrage keine persönlichen Angaben zu den Beteiligten machen. Während der 29-Jährige, der offenbar als Zweiter ins Wasser geworfen wurde, gerettet werden konnte, blieb die Suche nach dem Vermissten trotz eines Großaufgebots von Polizei, Wasserwacht und Feuerwehr bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Montagnachmittag erfolglos. 

Sowohl der 48-Jährige als auch der Gerettete mussten zunächst in ein Krankenhaus gebracht werden. Beide konnten dieses aber Ende vergangener Woche bereits wieder verlassen, teilte die Polizei mit. Ob sich der 48-Jährige juristisch für den Wurf in den Lech verantworten muss – etwa wegen Notwehr oder Körperverletzung mit möglicherweise Todesfolge – , müsse im weiteren Verlauf der Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Kempten bewertet werden, erklärte Polizeisprecher Jürgen Krautwald auf Nachfrage. 

Sein Kollege Björn Bartel kündigte am Montag auf Anfrage an, dass in dieser Woche noch einmal versucht werden soll, den Vermissten aufzuspüren. Dazu sollen im Laufe der Woche auch Taucher der Bereitschaftspolizei eingesetzt werden, sagte er.

Matthias Matz

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