Füssener Bürgermeister kritisiert "Dosiersystem" am Fernpass

"Das ist eine unsinnige Idee"

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Sobald in Österreich das "Dosiersystem" greift, staut sich bei Füssen der Verkehr vorm A7-Grenztunnel.

Füssen – Wer zur Ferienzeit samstags morgens Antenne Bayern hört, kennt die Meldung bald auswendig: „Blockabfertigung auf der A7 am Grenztunnel, umfahren Sie bitte ab Nesselwang über die B309 nach Vils!“

Was Urlauber als tollen Service empfinden, ist für die Anwohner der B309 eine Zumutung. Deshalb soll jetzt das Gespräch mit dem Sender gesucht werden. 

Wie umgehen mit den vor allem am Wochenende auftretenden Staus am Grenztunnel? Diese Frage beschäftigte jetzt einmal mehr den Verkehrsausschuss. Denn seit die Österreicher auf der anderen Seite im Rahmen ihrer „Fernpass-Strategie“ das „Dosiersystem“ testen um den Fernpass zu entlasten, verlagert sich der Stau in Richtung Norden auf die A7. In Spitzenzeiten stehen die Autos dort fast bis zur Anschlussstelle Nesselwang. 

Die Umfahrungsempfehlung von Antenne Bayern hilft dann zwar den Touristen. Doch die Anwohner müssen darunter leiden. „Das beeinträchtigt die Lebensqualität der Menschen“, sagte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Man kann dem Sender nur sagen, dass er das tunlichst unterlassen sollte!“ Doch das Grundsatzproblem sei ein ganz anderes – nämlich das „Dosiersystem“ an sich. „Das ist nicht unsere Lösung und das können wir nicht akzeptieren“, erklärte Iacob. „Das ist eine unsinnige Idee!“

Es seien deswegen auch schon Gespräche mit Tiroler Abgeordneten geführt worden, um das klar zu machen. Und man werde auch künftig nicht locker lassen: „Wir können über Gespräche nur versuchen zu erreichen, dass das nicht ewig ausprobiert wird.“ 

Laut CSU-Fraktionschef Heinz Hipp sei ein Teil des Problems aber auch, dass in Deutschland nicht darauf geachtet werde, was im unmittelbar benachbarten Ausland geschehe. So müsste das Tempo auf der A7 seiner Ansicht nach viel früher gedrosselt werden. Doch das geschehe erst bei Nesselwang. „Weiter ins Land gehen wir nicht“, sei ihm auf Anfrage bei der Autobahndirektion mitgeteilt worden.

Letztlich, so Iacob, bleibe wohl nur das Hoffen auf einen Tunnel unter dem Fernpass. „Das Nadelöhr ist und bleibt der Fernpass“, betonte der Rathauschef. Allerdings werde Österreich eine solche Aufgabe nicht alleine stemmen können. Da der Fernpass gleichsam die Route nach Italien sei, brauche es eine europäische Lösung. 

Matthias Matz

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