Stadtrat beschließt Planungen für neuen Kindergarten

Aller guten Dinge sind drei

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In der Dr.-Enzinger-Straße soll der neue Kindergarten mit Platz für das AWO-Familienforum gebaut werden. Rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr wird er aber nicht mehr fertig.

Füssen – Im dritten Anlauf hat sich der Stadtrat auf den Bau eines neuen Kindergartens in der Dr.-Enzinger-Straße geeinigt. Bei drei Gegenstimmen segnete das Gremium am Dienstag vergangener Woche die überarbeiteten Planungen ab.

Allerdings gibt es kaum noch Hoffnung, dass das Gebäude pünktlich bis zum neuen Kindergartenjahr fertig wird. Bürgermeister Paul Iacob (SPD) will daher mit der Regierung von Schwaben über eine Lösung verhandeln. 

Die vom Stadtrat in der vergangenen Woche beschlossenen Planungen sehen ein L-förmiges, eingeschossiges Gebäude in Holzständerbauweise vor. Ein Teil der Fassade soll aus Holz bestehen, das Dach wird leicht geneigt. Auf das Dach soll eine Photovoltaikanlage installiert werden. Bei Kosten von 25.000 Euro werde sich diese nach etwa sieben Jahren amortisieren, hieß es dazu in der Sitzung. Darüber hinaus soll schon jetzt Platz für eine dritte Gruppe sowie eine Kinderkrippe eingeplant werden. Ursprünglich sollte zunächst nur für zwei Gruppen gebaut werden. 

Nicht rechtzeitig fertig

Dazu kommt das AWO-Familienzentrum, das ebenfalls in dem Gebäude untergebracht werden soll. Allerdings – daran ließ Bürgermeister Iacob in der Sitzung am vorvergangenen Dienstagabend keine Zweifel – wird das neue Gebäude wohl frühestens im Dezember kommenden Jahres fertig sein. 

Denn die ursprünglichen Planungen hatte der Stadtrat wegen zu hoher Planungskosten zunächst abgewiesen, so dass Stadtverwaltung und Planer nachbessern mussten. Dadurch war es zu Verzögerungen gekommen (der Kreisbote berichtete). 

Der Bürgermeister will nun mit der Regierung von Schwaben in Augsburg über eine Ausnahmegenehmigung verhandeln, um die Kinder bis zur Eröffnung auf andere Gruppen zu verteilen. Diese müssten dafür aber auf bis zu 30 Kinder vergrößert werden. „Das ist eine absolute Notlage“, hofft Iacob auf ein Entgegenkommen aus Augsburg. 

Alternativ dazu könnten die Mädchen und Jungen in Containern untergebracht werden – doch diese kosten enorm viel Geld. Iacob sprach von etwa 150.000 Euro. „Jeder Monat Verzögerung kostet uns richtig viel Geld“, so der Bürgermeister. „Aber damit müssen wir uns beschäftigen, da wir in Verzug kommen.“

Ein zweigeschossiger Bau ist dagegen vom Tisch, da der zum einen zu teuer werden würde, und zum anderen in dem Fall mit dem Widerstand der Nachbarn gerechnet werden müsse. Gleiches gilt für eine Passivhausbauweise. Diese sei bei einer Nutzung als Kindergarten kaum zielführend, kritisierte Jürgen Doser (FWF).

AWO zahlt mit

Zumindest die Räume für das AWO-Familienzentrum muss die Stadt aber schon mal nicht bezahlen, sondern die AWO, wie Iacob auf Nachfrage von Andreas Ullrich (FWF) mitteilte. Schließlich habe die AWO den Wunsch geäußert, wegen Platzmangels in der Spitalgasse ihr Familienzentrum in die Dr. Enzinger-Straße verlagern zu können. 

In der Diskussion äußerte die Stadträte die Sorge, dass die Stadtverwaltung auch künftig nicht ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung stellen kann. So rechnete Ullrich vor, das allein durch die verschiedenen Baumaßnahmen von Hubert Schmid in den kommenden Jahren um die 500 neue Wohnungen mit einem entsprechenden Bevölkerungswachstum in Füssen entstehen werden. 

Es stelle sich daher die Frage, inwieweit das in den Prognosen der Verwaltung berücksichtigt werde. „Nicht, dass wir in zwei Jahren wieder vor der selben Situation stehen“, so Ullrich. 

Ungenaue Abfragen

Markus Gmeiner, in der Stadtverwaltung zuständig für die Füssener Kindergärten, erklärte dazu, dass sich die Prognosen nach den Geburtenzahlen in Füssen richten.

Wie viele Familien mit wie vielen Kindern zuziehen, könne dagegen unmöglich vorher gesehen werden. Auch die Bedarfsabfragen unter den Eltern seien ein ungenaues Instrument. „Wir können uns die Umfragen künftig sparen, wenn nur 20 Prozent der Eltern mitmachen“, sagte Gmeiner. 

Da sich Stadträtin Ursula Lax (CSU) sicher war, dass die Zahlen der Kindergartenkinder auch künftig weiter steigen werden, schlug sie vor, schon jetzt Raum für eine Kinderkrippe und eine dritte Kindergartengruppe einzuplanen. 

Für die Krippe sprach sich auch SPD-Frau Ilona Deckwerth aus, die das pädagogische Konzept des neuen Kindergartens als „super gemacht“ bezeichnete. „Wir haben hier und heute Handlungsdruck“, forderte sie eine Entscheidung. 

mm

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