Übernachtungszahlen in Pfronten gehen deutlich zurück

Im Sinkflug

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Das baufällige Hotel „Flora“ in Pfronten-Weißbach fiel im vergangenen Jahr der Abrissbirne zum Opfer. Das spiegelt sich nun in den Übernachtungszahlen wider.

Pfronten – Einen deutlichen Rückgang bei den Übernachtungszahlen muss Pfronten Tourismus für das vergangene Jahr verzeichnen. Im Tourismusausschuss führte das in der vergangenen Woche zu heftigen Diskussionen.

Zu den Zahlen: Im Jahr 2015 sind die Übernachtungen in Pfronten im Vergleich zu 2014 um 2,27 Prozent zurückgegangen.Das entspricht einem Minus von 13.193 Übernachtungen. Grund hierfür sei vor allem, so Pfrontens Tourismuschef Jan Schubert, das komplette Wegfallen zweier Beherbergungsbetriebe.

Dabei handle es sich zum einen um das Hotel "Keller" in Pfronten-Meilingen. Außerdem ebenfalls geschlossen wurde das Hotel „Flora“ in Pfronten-Weißbach. Aber gerade das Hotel Flora bedeute mit seiner Größe und über 100 Zimmern eine erhebliche Einbuße. Das Hotel wurde im vergangenen Jahr abgerissen, da es in die Jahre gekommen war. Wegen des zuletzt sehr schlechten baulichen Zustandes beherbergte das Hotel zuletzt nur noch Reisegruppen der untersten Billigkategorie.

Aus Sicht der Fremdenverkehrsabgabe sei das „Flora“ also keine große Einnahmequelle mehr gewesen, hieß es dazu im Tourismusausschuss. Das Hotel habe lediglich die Übernachtungszahlen nach oben getrieben. Der Abriss im vergangenen Jahr war dagegen bereits seit längerem absehbar, da alle Investitionen in das Gebäude schon seit Jahren sträflich vernachlässigt worden seien.

Hitzige Debatte

 Unter den Ausschuss-Mitgliedern entbrannte daraufhin eine heftige Diskussion darüber, ob die Schließung der beiden Herbergen tatsächlich die einzigen Gründe für den Rückgang der Übernachtungszahlen in der Gemeinde seien.

 Gemeinderat Toni Freudig erklärte in diesem Zusammenhang, dass Pfronten dringend einen eigenen Klettersteig brauche, um für Gäste wieder attraktiver zu werden. Ob ein solcher Klettersteig allein allerdings schon ausreichen würde, blieb dahingestellt. Laut Freudig bestehe in Pfronten aber ein dringender Handlungsbedarf, damit die Übernachtungszahlen nicht noch weiter absinken.

Veränderungen geplant

 Pfrontens Tourismuschef Jan Schubert entgegnete darauf, dass sich das Erscheinungsbild Pfrontens ohnehin über kurz oder lang ändern werde, da momentan alles daran gesetzt werde, Pfronten als zertifiziertes Wanderdorf zu etablieren. Das ginge aber nun mal nicht von heute auf morgen, erklärte Schubert. Weitere Analysen zu diesem in der 13-Dörfer-Gemeinde strittig diskutierten Thema sollen im Rahmen des Jahresberichts 2015 folgen.

Ralph Finger

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