Städtische Parkplätze schreiben Verluste 

Optimistisch in die Zukunft

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So leer wie auf diesem Bild soll der Parkplatz Achmühle künftig nicht mehr sein. Mit der Wiederbelebung des Festspielhauses hoffen die Stadtwerke Füssen auf mehr Besucher und damit höhere Erträge.

Füssen – Die Parkierungsanlagen der Stadt Füssen schreiben weiterhin Verluste.

Das wurde kürzlich in der Sitzung des Werkausschusses deutlich. Doch diese seien längst nicht mehr so hoch, wie in der Vergangenheit, machte Helmut Schauer, Leiter der Stadtwerke Füssen deutlich. Und wegen der Wiederbelebung des Festspielhauses schaut er positiv in die Zukunft.

Im ersten Halbjahr 2017 fuhren die Parkierungsanlagen einen Verlust von rund 30.000 Euro ein. Das sei laut Schauer fast eine Punktlandung im Vergleich zum Vorjahr. Damals lag der Verlust bei rund 31.000 Euro. Eine Steigerung bei den Erträgen habe sich beim Parkplatz an der Archmühle ergeben. „Der Ertrag an der Achmühle ist nach der Insolvenz auf der Habenseite. 

Das tut der Parkeinrichtung gut“, so Schauer. Auch, wenn das Ergebnis noch ausbaufähig sei. Die Buchungen der Erlöse setzen sich hier folgendermaßen zusammen: Die Parkgebühren (APCOA) betragen 19.700 Euro (Ist). Daneben beläuft sich der Grundstücksertrag laut den Interimsvereinbarungen mit dem Festspielhaus auf 21.000 Euro (Soll). Daneben sei der Materialaufwand geringfügig um ca. 3000 Euro gestiegen. Hier stehen sich laut Sitzungsvorlage Steigerungen im Erbpachtzins Achmühle, Unterhalt baulicher Anlagen Tiefgarage sowie Morisseparkplatz mit Minderungen im Aufwand für Provisionszahlungen an APCOA gegenüber. 

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen seien um rund 2400 Euro höher als im Vorjahr. Grund dafür sind höhere Fortbildungs-, Abschluss- und Prüfungskosten sowie Rechts- und Beratungskosten. Insgesamt sei das derzeitige Ergebnis aber „ein Traum“, so Schauer. „Klar ist das ein Verlust. Aber wenn wir im Vergleich anschauen, was wir davor hatten, dann kann man damit in die Zukunft schauen.“ 

Ähnlich sah das Bürgermeister Paul Iacob (SPD): „Die Zukunftsprognosen sind sehr positiv.“ Im vergangenen Jahr gab es am Festspielhaus „fast keine Veranstaltungen“, so Iacob, weshalb man auch „fast keine Einnahmen“ vom Parkplatz Achmühle generieren konnte. Doch jetzt werde das Haus wieder regelmäßig bespielt. 

Höhere Einnahmen?

Das schlägt sich auch im Wirtschaftsplan für 2018 nieder. Bei den Umsatzerlösen gehen die Stadtwerke davon aus, dass sich die Erträge für alle drei Parkplätze gegenüber den Ansätzen aus dem Vorjahr erhöhen werden. Grund dafür sind neben der Wiederbelebung des Festspielhauses die Tariferhöhungen am Morisseparkplatz seit Anfang 2017 (der Kreisbote berichtete)und die gestiegenen Umsätze für die Sparkassentiefgarage.

 Die Pachterträge für das Parkplatznutzungsrecht durch das Festspielhaus haben die Stadtwerke mit 36.000 Euro eingestellt. Somit liegt der Ansatz für die Erträge bei 468.400 Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 538.400 Euro. Für den Unterhalt der baulichen und technischen Anlagen sind 186.600 Euro eingeplant. 

Die meisten Kosten entstehen hier für den Erbbauzins wegen des Erbbaurechtsvertrages für den Parkplatz an der Achmühle und die Umsatzbeteiligung an die Betreiberfirma APCOA. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gibt es eine leichte Ausgabensteigerung, die hauptsächlich bei den Abschluss- und Prüfungskosten/Rechts- und Beratungskosten veranschlagt sind. 

Der Vermögensplan weist einen Planansatz von 405.100 Euro aus. 227.500 Euro davon werden zur Tilgung verwendet. Für Investitionen in die Parkeinrichtungen setzen die Stadtwerke 75.000 Euro an. Das Geld ist für den neuen Aufzug an der Sparkassen Tiefgarage geplant. 

Diverse Vorarbeiten dafür wurden bereits im Vorjahr aufgewendet (der Kreisbote berichtete). Der Aufzug soll nach Aussage der Architekten spätestens Ostern bzw. Mai fertiggestellt sein, erklärte Schauer. „Für uns ist es positiv, wenn er in Betrieb genommen werden kann“. Zudem sind für den Finanzplan keine Kreditaufnahmen vorgesehen. 

Keine Bedenken

Insgesamt rechnet Schauer aber mit einem Jahresverlust von 70.000 Euro. „Ein Plus wäre uns lieber, aber wir sind zuversichtlich, dass wir bei der Archmühle – wenn die Auslastung so wird, wie gedacht – schon eine Steigerung erzielen können.“ 

Bedenken wegen des neuen Parkplatzes direkt am Festspielhaus hatte dagegen Georg Waldmann (SPD). Der „werde dieses Ergebnis garantiert nicht beeinträchtigen“, gab Iacob jedoch Entwarnung. „Zu den Abendveranstaltungen ist dieser Parkplatz niemals geöffnet“, so der Rathauschef. Mit Parkscheiben wolle der Restaurantpächter eine Höchstparkzeit von zwei Stunden einführen. 

Eine Bezahlvariante mit Rückvergütung lehne er dagegen ab, antwortete der Rathauschef auf Lothar Schaffraths (SPD) Frage. Das sei aus Sicht des Pächters ertragsmindernd. Demnächst soll aber ein Treffen wegen dieser Parkplätze mit allen Beteiligten stattfinden, informierte Schauer. Dabei wolle man ein Ergebnis erzielen, das „für beide Seiten erträglich ist.“ Am Ende empfahlen die Stadträte einstimmig dem Stadtrat den Wirtschaftsplan 2018 abzusegnen.

Katharina Knoll

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