Aufgrund der geschlossenen Grenzen ist es ruhig im Hochtal

Tannheimer Tal: Nur wenige Wintersportler trotz bester Bedingungen

Langläufer im Tannheimer Tal.
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Der viele Schnee lädt zum Wintersport im Tannheimer Tal ein. Doch aufgrund der geschlossenen Grenzen können das heuer nur Einheimische nutzen.

Tannheim - Des einen Freud, des anderen Leid – so könnte man die Situation der vergangenen schneereichen Wochen im Tannheimer Tal beschreiben. Die Autofahrer haben sicher geflucht über die Schneemassen, die in den Bergen gefallen sind und zu zahlreichen Rutschpartien geführt haben. Gefreut haben sich die Kinder über die weiße Pracht und die Wintersportler – sofern vorhanden. Denn durch die Schließung der Grenze nach Deutschland ist es derzeit ruhig in dem Tiroler Hochtal.

Wo sich zu dieser Zeit jedes Jahr tausende Langläufer während des Skitrails im Tannheimer Tal über die Loipen schieben und zahlreiche Abfahrer die Pisten von Schattwald über Tannheim bis Nesselwängle bevölkern, herrscht dieses Jahr trotz bester Bedingungen gähnende Leere.

Einheimische unter sich

Der Skitrail fällt aus, die Grenzen sind dicht, keine Urlauber oder Tagesausflügler aus dem nahen Allgäu verirren sich ins Hochtal. Die wenigen Langläufer, die auf den bestens präparierten Loipen unterwegs sind, sind Einheimische – jeder kennt jeden, sofort schallt ein „Griaß di“ oder ein „Servus“ durch die klare Bergluft, sobald man sich begegnet. Anders als sonst kommen die „Täler“ nun auch einmal zu ihrem Skivergnügen.

Das ist der Preis, den die Einheimischen jahrelang bezahlen mussten, wenn sie als Vermieter, Hotelier, Gastronom tätig sind oder im Service des Gastgewerbes arbeiten. Sie mussten neidisch zusehen, wenn sich die Gäste dem Skivergnügen hingaben. Jetzt generieren sie zwar keine Einnahmen, haben aber doch einmal Zeit für sich und sportliche Aktivitäten.

Wenige Sportler auf den Loipen - kaum Lifte geöffnet

Es sind nicht viele, die sich auf die Loipe verirren oder ihre Kinder auf die Skipiste begleiten. Meist rasen die Kids und Jugendlichen unbegleitet in wilden Horden die Steilhänge hinunter und genießen die freie Fahrt ohne jegliche Wartezeiten am Sessellift. Geöffnet haben eh nur wenige Lifte – die Tannheimer Gondeln sind außer Betrieb, nur der Sessellift in Schattwald läuft und der Schlepplift am Füssener Jöchle.

Der Skitrail und das Ballonglühen wurde lange vorher abgesagt, jetzt hoffen die Organisatoren auf die Sommerveranstaltungen. Am 29. Mai soll der Seenlauf über die Bühne gehen, für 4. Juli ist der Radmarathon geplant. Interessierte können sich bereits online sowohl für den Seenlauf als auch für den Radmarathon anmelden.

hg

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