Rauchschwaden um Ehrenberg

Tausende tauchen bei den Ritterspielen in Ehrenberg ins Mittelalter ein

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Viel geboten ist bei den Ritterspielen "Ehrenberg - Die Zeitreise".
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Viel geboten ist bei den Ritterspielen "Ehrenberg - Die Zeitreise".

Reutte – Hunderte Jahre in der Zeit zurück gereist sind am Wochenende tausende Besucher bei den Ritterspielen „Ehrenberg – Die Zeitreise”. Über 2000 Akteure stellten hier die Lebensbedingungen von den Römern bis zum Barock nach und zeigten ihre Kampfkunst.

Während die ersten Ritter, Landsknechte und Gaukler am Samstag bei der Parade „Die Zeitreise” in die Turnierarena einzogen, fielen auch schon die ersten Regentropfen. Als dann Kaiser Maximilian I. und sein Hofstaat auf der Ehrentribüne Platz nahm, unterstrich Donnergrollen die Begrüßungsworte des Kaisers. Doch vom einsetzenden Starkregen ließen sich weder Darsteller noch Zuschauer vertreiben. So kämpften Ritter im Turnier um die Herrschaft über Ehrenberg. Da der Wettkampf, bei dem die Reiter ihre Geschicklickeit zu Pferd mit Schwertern und Stangen demonstrierten, keine Klarheit schaffte, musste der Lanzenkampf entscheiden, was die Zuschauer mit starkem Applaus honorierten. „Ihr habt uns gefallen, das Scheißwetter auszuhalten. Wir bedanken uns bei euch”, gab Herold Michel von Aragon den Dank zurück. 

Nicht weniger rasant doch dafür bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel ging etwas später die Schlacht um Ehrenberg über die Bühne. Dort stellten rund 500 Kämpfer am Originalschauplatz die „Generalprobe für den 30-jährigen Krieg nach”, wie der Herold erklärte. Im Jahr 1546 trafen an der Burg Ehrenberg Katholiken und Protestanten im Schmalkaldischen Krieg aufeinander. Während Balthasar Fieger die Katholiken anführte, die die Burg Ehrenberg einnehmen wollten, stand sein Bruder Melchior an der Spitze der protestantischen Verteidiger. Der Herold erklärte die einzelnen Phasen der Schlacht, streute dabei interessante Fakten ein und lockerte das Ganze mit humorvollen Kommentaren auf. So erklärte er, dass die Bogenschützen „die Geheimwaffe des Mittelalters waren”. Die Langbögen hatten eine Reichweite von 200 Meter, auf 100 Meter waren sie tödlich. „Es kann sein, dass ein Pfeil ins Publikum fliegt”, warnte Michel von Aragon. Dann sollten die Zuschauer „einfach ein Kind hochhalten. Die sind schnell wieder nachgemacht”, witzelte er. 

Liebestrunk und Steinorakel 

Sich selbst im Bogenschießen ausprobieren konnten die kleinen Besucher nach der Schlacht an zahlreichen Ständen. Daneben konnten sie auf Drachenjagd gehen, eine Runde im Handkurbel-Riesenrad drehen, Eier knacken oder ihr eigenes Ritterturnier veranstalten. Axtwerfen wurde ebenfalls angeboten, bei dem auch viele Erwachsenen ihren Spaß hatten. Und wer anschließend auf den Geschmack gekommen war, der konnte sich an den zahlreichen Ständen auf dem Mittelaltermarkt, mit Äxten, Rüstungen, Pfeil und Bogen oder dem passenden Gewand ausstatten. Daneben gab es alles, was der Mittelalterfan begehrt, von Schmuck, über Gürtelschnallen, Holzpantoffeln, Seifen bis hin zu Schreibmappen. Und wer wissen wollte, was die Zukunft für ihn bereit hält, der befragte das Karten- oder Steinorakel. 

Wie die Menschen ihre Zeit im Mittelalter verbrachten, davon konnten sich die Besucher im Lagerleben ein Bild machen. Dort waren die Darsteller unter anderem mit den Vorbereitungen für die große Schlacht, Musizieren, Wollespinnen oder der Essenszubereitung beschäftigt. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten hingegen zahlreiche Essens- und Getränkestände, die unter anderem Drachen- und Knappenbratwurst, Spiralkartoffeln oder Folienkartoffeln anboten. Wer etwas speziellere Anliegen hatte, für den gab es beispielsweise einen „Liebestrunk”, ein „Elixier für Vergessliche” oder auch eine „Tynktur für Schönheit und Jugend”. 

Für Musik sorgten die Spielleute Bernsteyn sowie die Musiker von „Drum & Pipe”, die mit ihrem Spiel auf dem Dudelsack und kräftigen Trommelschlägen viele Interessierte anlockten.

kk

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