Bis Anfang November soll der Forggensee normalen Wasserstand erreichen

Forggensee-Aufstau wird fortgesetzt

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Im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft hängen derzeit die beiden Schiffe der Forggenseeschifffahrt im Füssener Bootshafen.

Füssen/Landshut – Der Stromversorger EON-Uniper wird den Aufstau des Forggensees fortsetzen.

In einer Pressemitteilung heißt es, dass man in Abstimmung mit den Sachverständigen den Aufstau bis zum Vollstauziel 780,5 Meter über Normal Null bzw. bis zum 4. November fortsetzen und halten werde. Die Messeinrichtungen würden bestätigen, dass alle technischen Voraussetzungen für den Aufstau gegeben sind. Für die Forggenseeschifffahrt kommt der Vollstau wohl aber zu spät. Die große Schraube der MS Füssen hängt noch in der Luft.

Knapp ein halber Meter trennt sie noch von ihrem Element, dabei steigt der Wasserstand auch in der Bucht des Bootshafens kontinuierlich. Schwimmen werden die Schiffe der Füssener Forggenseeschifffahrt wohl noch, doch ob sie heuer noch einmal ablegen werden, bleibt ungewiss. 

Man werde bis November den Aufstau des Forggensees bis zum Stauziel 780,5 Meter NN fortsetzen, heißt es in der Pressemitteilung aus Landshut. Die im Damm eingebauten Messeinrichtungen würden bestätigen, dass „alle technischen Voraussetzungen gegeben sind, den Aufstau fortzusetzen“, steht darin. Und weiter, dass das Unternehmen sich zu diesem Schritt auf Grundlage der Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission und in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kempten als amtlichen Sachverständigen entschieden habe. 

Am 2. Juli hatte EON begonnenen, den Lech aufzustauen und damit den Forggensee zu befüllen (der Kreisbote berichtete mehrfach). Normalerweise ist das Ziel, den Stausee Anfang Juni bereits aufgestaut zu haben, ab Oktober dann beginnt der Abstau. Jetzt soll, so EON-Uniper, der Vollstau heuer bis zum 4. November gehalten werden und somit 20 Tage über den üblichen Termin hinaus. Ob der See danach abgestaut werden wird, ist derzeit noch unklar. 

Aufgrund der ungewöhnlich trockenen Witterung im Sommer konnte das Zwischenstauziel von 778 mNN erst Anfang Oktober erreicht werden, nachdem die Schmelzwässer des Frühjahres nicht genutzt werden konnten. Auch habe der See, wie in der Pressemitteilung ausgeführt wird, kontinuierlich Wasser an den Lech unterhalb von Roßhaupten abgeben müssen, um das Gesamtsystem des Flusses bis zu seiner Mündung in die Donau nicht aus dem ökologischen Gleichgewicht zu bringen. Der Forggensee war vor über 60 Jahren als Kopfspeicher konzipiert worden, um die Wasserleistung für die Kraftwerke unterhalb zu verstetigen, insbesondere im niederschlagsarmen Winterhalbjahr. 

Sollten die Messgeräte im Staudamm ungewöhnliche Werte anzeigen, werde der Aufstau vorzeitig beendet werden, so die Presseabteilung bei EON-Uniper. 

Kein Aufstau im Sommer

Wie mehrfach berichtet, waren bei Untersuchungen des Staudamms im Frühjahr bei Roßhaupten Schäden in dem Bauwerk entdeckt worden. Daraufhin habe Uniper sofort und in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt als Genehmigungs- und technischer Aufsichtsbehörde gehandelt. Zum einen war der Staudamm in der Folge gesperrt worden, um dort notwendige Baumaßnahmen ausführen zu können. 

Im weiteren Verlauf hatte EON-Uniper auch auf einen Aufstau des Forggensees verzichtet, weil die Standsicherheit des Damms nicht gewährleistet werden konnte und erste Stabilisierungsmaßnahmen greifen mussten. Nicht zuletzt im Tourismus hatte der Nichtaufstau für Probleme gesorgt, zahlreiche Gäste hatten ihre Reservierungen storniert oder auf andere Ziele im Füssener Raum umgebucht mit der Aussage, dass man nicht ständig den leeren See vor Augen haben wolle. Auch seitens der Forggenseeschifffahrt sind Umsatzeinbußen zu beklagen. Anfänglich war man noch davon ausgegangen, die Schifffahrt im Spätsommer oder Herbst noch beginnen zu können.

gau

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