1835 baute Kronprinz Maximilian II eine Jagdhütte auf dem Tegelberg

Wo einst der Kronprinz jagte

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Hynek Bednar vor dem Tegelberghaus. Vieles an der Hütte oberhalb von Schloss Neuschwanstein ist immer noch original.

Schwangau – Seit 180 Jahren steht sie auf dem Tegelberg bei Schwangau – die Berghütte, die früher das königlich-bayerische Jagdhaus Maximilians II war und heute als Tegelberghaus bekannt ist.

Auf 1707 Meter liegt sie etwas unterhalb der Bergstation der Tegelbergbahn und ist über verschiedene interessante Wege zu erreichen. Der Tegelberg mit seinem Gipfel Branderschrofen gehört zu den Ammergauer Alpen und bildet das erste Bergmassiv, das hoch aus dem eher flachen Voralpenland im Ostallgäu ragt. 

Das Ammergebirge ist mit 28.900 ha Fläche das größte Naturschutzgebiet Bayerns, das jedoch nur gering besiedelt und erschlossen ist. Eine der drei Bahnen, die die Ammergauer Berge für Wanderer besser zugänglich macht, ist die Tegelbergbahn bei Schwangau. Die Luftseilbahn, die über zwei Kilometer etwa 900 Höhenmeter zurücklegt, bringt seit 1967 Besucher auf den Tegelberg und so auch zum ehemaligen königlichen Jagdhaus König Maximilians II. 

Schon seit 1919, lange vor dem Bau der Seilbahn, wird das Tegelberghaus bewirtschaftet. „Die ersten Wirtsleute waren Venantius und Maria Lang. Von 1919 bis 1929 lebten sie mit ihrer kleinen Tochter hier oben und haben die Wanderer von damals verköstigt“, erzählt Hynek Bednar. Er selbst ist seit 1995 auf dem Tegelberg, zuerst als Angestellter und seit 2007 als Hüttenwirt. 

„Eigentümer der Hütte ist immer noch das ehemalige Bräuhaus Füssen“, so Bednar. „Obwohl die Hütte schon so lange steht, ist vieles immer noch original. Zum Beispiel die Decke in der Stube, die früher das Wohnzimmer des Königs war“, so Bednar. „Allerdings hat man in den 1950er Jahren den Teil der Hütte, der sich links vom Eingang befindet, angebaut. Die Hütte war einfach zu klein geworden für die Bewirtschaftung.“ 

Die Gäste, die zum Tegelberghaus kommen, erwartet ein besonderes Naturerlebnis am Berg. „Die Aussicht ist super, bei gutem Wetter kann man von unserer Terrasse aus sogar die Zugspitze sehen“, erklärt der Hüttenwirt. „Außerdem bieten sich den Gästen hier oben viele Wandermöglichkeiten. Obwohl die Marienbrücke bei Neuschwanstein von August bis voraussichtlich November gesperrt ist, hat man hier zahlreiche andere Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade zur Auswahl.“ 

Wenn man Glück hat, kann man sogar einige Bergbewohner auf dem Tegelberg erleben. „Gämsen sind hier oben oft gesehene und kaum scheue Besucher. Sogar Steinböcke gibt es regelmäßig zu sehen, allerdings kommen sie erst wenn die vielen Besucher weg sind und wieder Ruhe am Berg herrscht“ erzählt Bednar. 

Beliebter Kaiserschmarrn 

Besonders bekannt bei Bergwanderern ist das Tegelberghaus laut seinem derzeitigen Pächter für den hausgemachten Kaiserschmarren. „Viele Leute erzählen, dass sie extra wegen unserem Kaiserschmarren herkommen. Der ist natürlich hausgemacht und wir machen davon an einem Tag oft mehr als 50 Stück“, sagt der Hüttenwirt stolz. Wer das Tegelberghaus aufsuchen möchte, kann das am einfachsten und schnellsten mit Hilfe der Bahn machen. Wer aber lieber zu Fuß geht, marschiert beispielsweise über den Schutzengelweg von der Talstation der Tegelbergbahn aus. 

Außerdem gibt es am Tegelberg auch drei Klettersteige. Diese sollten Wanderer allerdings nur benutzen, wenn es die persönlichen Kenntnisse und Kondition erlauben. Das betont auch Hüttenwirt Bednar, der selbst aktiv bei der Bergwacht ist, besonders: „Hier passiert natürlich immer wieder etwas“, sagt er. „Zum Glück bin ich als ehrenamtliches Mitglied der Bergwacht direkt am Berg stationiert und deshalb immer recht schnell vor Ort. Trotzdem sollte man sich selbst nie überschätzen, vorsichtig sein und auf die passende Ausrüstung für eine Bergtour achten“, rät er. Wenn diese Tipps beachtet werden, steht einem Ausflug zum Tegelberg und seinem ehemaligen königlichen Jagdhaus nichts mehr im Weg.

Veronika Höldrich

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