Neue Mobilfunkmasten lassen auf sich warten

Im Sommer wird gebaut

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Nach der Stilllegung der Sendeanlage in Eschach soll der Empfang in Hopfen am See schlechter geworden sein. Im Sommer sollen nun die neuen Masten gebaut werden.

Füssen – Im Sommer dieses Jahres sollen die beiden geplanten neuen Mobilfunksendemasten auf dem Galgen- und Fischerbichl gebaut werden. Das kündigte Dr. Markus Jodl von der Telekom gegenüber dem Kreisbote an.

Vor etwa einem Jahr musste plötzlich alles ganz schnell gehen. Doch getan hat sich auf dem Galgenbichl seitdem nichts. Deshalb hat Stadtrat Dr. Martin Metzger (BfF) am Dienstagabend im Stadtrat die Verwaltung dazu aufgefordert, den aktuellen Sachstand in Sachen neuer Mobilfunkmast auf dem Galgenbichl zu recherchieren. In Hopfen am See sieht es derweil schlecht mit dem Mobilfunkempfang aus, seit die Anlage im Eschach nicht mehr in Betrieb ist – und Abhilfe ist frühstens bis zum Sommer auch nicht in Sicht. 

Das Vorhaben der Telekom, auf dem Galgen- und dem Fischerbichl durch die Deutsche Funkturm GmbH zwei Mobilfunkmasten als Ersatz für die Anlage in Eschach bauen zu lassen, sorgte vor fast zwei Jahren für gehörigen Wirbel im politischen Betrieb. 

Nach zahllosen Sitzungen, Gutachten, Diskussionen mit einem harten Kern von Mobilfunkgegnern und einer vergeblichen Suche nach Alternativstandorten musste der Stadtrat vor ziemlich genau einem Jahr dann doch klein beigeben: Am 26. Januar 2016 gab das Stadtparlament schließlich grünes Licht für den Standort Galgenbichl und erteilte sein Kommunales Einvernehmen.

Zuvor hatte die Telekom gedroht, ansonsten mit kleineren, genehmigungsfreien Masten in die Wohngebiete zu gehen. 

"Was passiert da?" 

Ein Jahr später habe sich trotz der seinerzeit aufgebauten Drohkulisse zumindest auf dem Galgenbichl aber noch immer nichts getan, wunderte sich Stadtrat Metzger am Dienstagabend. „Wir sind unter Druck gesetzt worden, schnell zu entscheiden“, erinnerte er an die Situation von vor einem Jahr. „Doch was passiert da jetzt eigentlich?“, wollte er von der Verwaltung wissen. 

Nach Angaben von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) müsse das Wegerecht hinauf zum Galgenbichl zunächst noch endgültig geklärt werden, damit dieser von den Anbietern erschlossen werden könne. Das werde anscheinend derzeit vertraglich geregelt. Die Bauanträge für die Sendemasten lägen nach seinem Wissen beim Landratsamt. „Als Stadt haben wir getan, was wir tun mussten“, betonte der Bürgermeister. 

Tatsächlich ist am 17. Januar dieses Jahres der Bauantrag für den Bau eines 36 Meter hohen Sendemasten auf dem Galgenbichl im Landratsamt eingegangen, wie Gudrun Hummel, Leiterin der Bauverwaltung am Landratsamt, auf Nachfrage des Kreisbote bestätigte. 

Derzeit warte ihre Behörde noch auf die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde. Erst dann könne eine Genehmigung erteilt werden.

Auf den geplanten Standort Fischerbichl kam dagegen CSU-Stadtrat Dr. Christoph Böhm zu sprechen. Hier seien Verwaltung und Kommunalparlament ebenfalls von den Anbietern unter Druck gesetzt worden. „Wir haben uns wieder durchs Dorf treiben lassen“, sagte er. Doch trotz der Stilllegung des Funkmasten in Eschach im Frühjahr des vergangenen Jahres „brennen die Lichter in Hopfen doch noch“, wunderte er sich. 

Schlechter Empfang

 Tatsächlich brennen die Lichter in Hopfen zwar nach wie vor – doch der Mobilfunkempfang ist mittlerweile offenbar deutlich schlechter als zuvor. „Ich muss jetzt mit meinem Handy mittlerweile jedes Mal raus auf die Straße gehen“, beschrieb Bernhard Eggensberger (Füssen-Land) die Situation. Peter Hartung (CSU), ebenfalls aus Hopfen, klagte: „Der Empfang entspricht nicht dem Standard, den Gäste aus dem städtischen Raum erwarten.“ 

Doch Abhilfe für die Funkloch geplagten Hopfener ist offenbar bis auf weiteres nicht in Sicht. Denn wie Hummel erklärte, liege ein Antrag für den Bau der Sendeanlage zwar bereits seit geraumer Zeit im Landratsamt in Marktoberdorf vor. Allerdings könne die Deutsche Funkturm den Nachweis der Erschließung bislang nicht erbringen. Verhandlungen mit dem Besitzer der betroffenen Grundstücke, dem Staatlichen Bauamt Kempten, liefen aber.

Matthias Matz

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