Die Lärmbelastung durch Motorräder wird wieder stärker

"Ein Kampf gegen Windmühlen"

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Den Verkehr, besonders den Motorradverkehr, für die Bevölkerung erträglicher zu gestalten stand im Mittelpunkt einer Pressekonferenz mit Heinz Fritzer (v.l.) als verkehrstechnischer Sachverständiger, Gottfried Reiermoser (Land Tirol), die Bürgermeister Heiner Ginther und Hans Dreier (Elmen und Weißenbach), Elisabeth Singer (BH stv.) und Bernhard Knapp (Land Tirol).

Weißenbach/Lechtal – Der quälende Geräuschpegel durch den Motorradverkehr um die Regionen Gaichtpass und Hahntennjoch stand im Mittelpunkt einer Pressekonferenz mit Vertretern der Abteilung Verkehrsrecht des Landes Tirol und den besonders betroffenen Gemeinden Elmen und Weißenbach.

Die Teilnehmer des Gesprächs sehen vor allem den Gesetzgeber in der Pflicht. „Es kommt uns vor wie ein Kampf gegen Windmühlen und die gesetzliche Vereinbarkeit von Lärmreduzierung ist nicht umsetzbar“, sagte Weißenbachs Bürgermeister Hans Dreier. „Hier wäre der Gesetzgeber und auch die EU gefragt – jedoch die Motorrad-Lobby ist mächtig“, so Dreier, in dessen Amtsräumen das Treffen stattfand.

Für ihn und seine Amtskollegen, Elmens Bürgermeister und Naturpark-Obmann Heiner Ginther, ist das alles kein neues Problem. „Die Bevölkerung ist mittlerweile dermaßen genervt, dass es sie schon vor den anstehenden Feiertagen graust, wenn der Höllenlärm wieder losgeht“, stellte er fest. 

Die 2016 bei einem Treffen mit Regionalbürgermeistern diskutierten Probleme mit Motorradfahrern auf bestimmten Streckenabschnitten wie der B198 Lechtalstraße, der B199 Tannheimer Straße sowie der L 266 Bschlaber Straße (der Kreisbote berichtete) hatten aufgezeigt, dass speziell im Nahbereich der Gemeinden die Verkehrslärmimmissionen durch die Beschleunigung von 50 km/h (Ortsgebiet) auf 100 km/h verstärkt auftreten. „Es folgte eine Analyse der Motorradunfälle am Tiroler Landesstraßennetz mit einer Reihung nach Unfallhäufungen. 

Als unfallstarke Bezirke zeigten sich Reutte und Imst mit den beiden Landesstraßen L 21 Berwang-Namenloser Straße und L246 Hahntennjoch von Imst kommend.“ 

Das erfordere, die Geschwindigkeit dauerhaft auf 60 km/h zu beschränken, so die Vertreter des Landes Tirol. Auf 70 km/h beschränken Nach weiteren verkehrstechnischen Überprüfungen kamen die Experten außerdem zu dem Schluss, dass bestimmte Strecken in der Zeit vom 1. April bis 31. Oktober auf 70 km/h zu beschränken. 

Dies betrifft, wie bereits erwähnt, die B199, Tannheimer Straße in der Gemeinde Weißenbach/ Aufstieg Gaichtpass, außerdem die Tannheimer Straße in der Gemeinde Nesselwängle sowie B198, Lechtal Straße, sowie die L266 Bschlaber Straße im Bereich der Gemeinde Elmen. Weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in der Überlegung. 

Ob das Ganze jedoch zielführend sein wird, darin sind sich die Experten einig, komme auch auf die Reaktionen des betroffenen Personenkreises an. Denn eine permanente Überwachung durch das Bezirkspolizeikommando sei personell und technisch nicht möglich.

ed

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