Teures Wahlkampfgeschenk?

Eine neue Turnhalle und dazu ein Probenlokal für die Bürgerkapelle Reutte schweben Bürgermeister Helmut Wiesenegg (SPÖ) auf der Gelände der Hauptschule Untermarkt vor. Gut zwei Millionen Euro soll das ganze Projekt kosten. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gab es jedoch von mehreren Räten Kritik an den Plänen. Manche sahen alte Probleme mit jugendlichen Vandalen wieder aufkeimen oder zweifelten an der Machbarkeit.

Am teuersten, so trug Wiesenegg vor, würde die Turnhalle mit 1,1 Millionen Euro kommen. Zusammen mit Räumen für den Musikpavillon, der Bühne und sonstigen Räumlichkeiten summiert sich der Kostenpunkt auf knapp zwei Millionen Euro. Der bisherige Pavillon „entspricht nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, auch nicht den hygienischen“, begründete er die Pläne für einen Neubau. Kritik am Zeitpunkt der Präsentation der Pläne übte Vizebürgermeister Ernst Hornstein (ÖVP). „Wir diskutieren schon wieder über ungelegte Eier, wir sollten vorher schauen, dass wir ein Finanzierungskonzept stellen“, erklärte er und ergänzte: „Wenn es nicht mehr Förderung gibt als beim Schwimmbad glaube ich nicht, dass wir uns das in den nächsten Jahren leisten können.“ Diese Meinung teilte Gemeinderat Günter Bußjäger (Leben in Reutte), der Wiesenegg vorwarf, mit den ambitionierten Plänen Wahlkampf zu betreiben und die finanzielle Situation der Gemeinde zu verkennen. Ihm und ebenso Gemeinderat Franz Schneider (Leben in Reutte) gefiel zudem der architektonische Entwurf nicht, „man hätte mehr draus machen können“, meinte Schneider. Kehren Vandalen wieder? Grünen-Rätin Margit Dablander kritisierte zudem, dass man doch den alten Pavillon abgerissen hätte, um dem Problem trinkender Jugendlicher Herr zu werden, die sich dort versammelten. Nun baue man ihn wieder hin. Das dementierte Wiesenegg jedoch. „Nicht, um die jugendlichen wegzubringen“, habe man den Pavillon seinerzeit abgebrochen. „Wir setzen ein neues Gebäude hin, wo das Problem wieder auftauschen wird“, zeigte sich jedoch Bußjäger überzeugt. Einen Zeitplan für die Umsetzung nannte der Rathauschef nicht.

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