Theatergemeinde Pfronten-Nesselwang eröffnet ihre neue Saison

Zugespitzt und dokumentarisch

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Zwei Paare stoßen auf die neue Nachbarschaft an. Doch mit der Harmonie ist es bald vorbei, als ein Asylsuchender sie um Hilfe bittet.

Pfronten – Mit dem ambitionierten Stück „Wir sind keine Barbaren“ von Philipp Löhle ist jetzt die Theatergemeinde Pfronten-Nesselwang in die neue Theatersaison gestartet. Das Jazztrio Nesselwang eröffnete musikalisch trefflich den Theaterabend im vollbesetzten Saal der Pfarrgemeinde Pfronten.

Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann (CSU) bedankte sich vorab bei allen Mitgliedern der Theatergemeinde, insbesondere bei Gebhard Dasser, der seit 20 Jahren den Vorsitz inne hat, und zeigte sich sehr gespannt auf das neue, vielfältige Programm, das „für uns alle was bietet“. 

Das Premieren-Schauspiel „Wir sind keine Barbaren“ offenbart anschließend alle Facetten der deutschen Republik, zugespitzt auf das Thema „Flüchtlingskrise“. Zwei Ehepaare, die seit kurzem Nachbarn sind, werden eines Nachts mit einem Asylsuchenden konfrontiert. Das eine Paar weist ihn ab, das andere nimmt den Hilfsbedürftigen auf. Darüber hat jeder der Vier seine eigene Meinung, was zu innerpaarlichen Auseinandersetzungen führt, um selbstauferlegte Grenzen und stoische Prinzipien zu durchstoßen. 

Dabei bleibt Löhles Auseinandersetzung mit dem Problem aber allzu steril, rein dokumentarisch und erscheint phasenweise als ein „Panini-Abziehbild“, wie bei der exotischen Verlockung auf die Frau des „Helferpaares“ zu sehen ist. So wird dem Zuschauer kaum Gelegenheit gegeben, sich eine eigene Meinungen zu bilden. Ganz im Gegenteil, dem Zuschauer wird suggeriert, dass so die real existierende Gesellschaft ist. Doch dem ist wohl eher nicht so. 

Information zum weiteren Programm finden Interessierte im Internet unter www.theater-gemeinde.de.

Michael Grimminger

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