Die Grünen im Allgäu und Außerfern tauschen sich über gemeinsamen Themen aus

Stärker zusammenarbeiten

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Zu einem Gedankenaustausch setzen sich Hubert Endhardt (v.l.), Helmut Hein, Clara Knestel, Jörg Umkehrer und Barbara Brejla zusammen.

Rieden am Forggensee – Zu einem Gedankenaustausch haben sich jetzt die Grünen- Kommunalpolitiker aus dem Allgäu und dem Außerfern getroffen. Sie diskutierten nicht nur die Fernpassstrategie, sondern auch Themen, bei denen man zukünftig zusammenarbeiten könnte. Außerdem stellten sie das Thema Outlet Reutte vor.

Barbara Brejla, Gemeinderätin in Reutte und Bezirkssprecherin der Grünen im Außerfern, Helmut Hein, Gemeinderat in Reutte, Jörg Umkehrer, Grünen-Stadtrat in Füssen, Clara Knestel, Vorstand der Grünen im Ostallgäu, Kreisrätin und Vertreterin des Landkreises Ostallgäu im Verein Regio Allgäu sowie Hubert Endhardt, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag Ostallgäu, diskutierten eine Reihe von Themen, die sowohl das Allgäu als auch das Außerfern betreffen. 

Dabei beschrieb Barbara Brejla die Fernpassstrategie (siehe eigener Artikel auf dieser Seite), die auf der B179 im Außerfern umgesetzt werden soll. Eine bessere Blockabfertigung im Lermooser Tunnel soll Staus verzögern. Zusätzlich soll eine Ampel (neun Sekunden „Rot“ und drei Sekunden „Grün“) im Bereich Reutte-Nord die Zahl der Autos, die in das Außerferner Verkehrsnetz einfahren, frühzeitig steuern. 

Beide Maßnahmen werden heuer laut den Grünen an einem Sommerwochenende erprobt und verkehrstechnisch ausgewertet. Damit soll laut Helmut Hein der Abschnitt von Reutte-Süd bis Lermoos deutlich entlastet und diese Straße staufrei gehalten werden. 

Die Grünen aus Reutte machten allerdings deutlich, dass eine Verpflichtung laut Straßenverkehrsordnung gegenüber der Bevölkerung bestehe, den Verkehr auf der B179 nicht nur für Rettungseinsätze in Fluss zu halten. Denn in diesem Bereich gibt es keine andere Straße. Ziel sei es, mit der „grünen Welle“ eine freie Fahrt über den Fernpass anzupeilen. 

Das wird dann aber wohl eine erhöhte Staubildung auf der A7 bis Nesselwang zur Folge haben. Beim stehenden Verkehr werden die Autos wohl auf die bekannten Ausweichrouten fahren. Überraschend war für die Räte, dass die zuständigen Fachbehörden auf deutscher Seite davon nichts wussten, wie Endhardt ausführte. 

Deshalb fordern die Grünen, dass sich das Allgäu und Tirol sofort intensiv austauschen sollen, um auch hier Maßnahmen zu prüfen und vorzubereiten. 

Outlet in Reutte 

Anschließend berichtete Clara Knestel aus der jüngsten Euregio-Sitzung. Dabei verwies sie auf die Prioritätssachsen und spezifischen Ziele des aktuellen Interreg V. Die würden weit mehr Möglichkeiten zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit bieten, als die bisherigen kulturellen und tourismusorientierten Projekte. 

Knestel verwies unter anderem auf den Auf- und Ausbau grenzüberschreitender Kapazitäten im Hochschulsektor, bei Kompetenz-zentren, dem Schutz des Lebensraums und der Biodiversität durch den Auf- und Ausbau der grünen Infrastruktur. Dazu zählt auch die Weiterführung der Elektrifizierung der Bahn von Reutte bis Kempten. Anschließend stellte Hein das Thema Outlet-Reutte vor. 

Nach dem Beispiel der Stadt Bad Münstereifel überlegt sich die Marktgemeinde qualitativ hochwertige Outlet-Geschäfte zentral organisiert in der Innenstadt anzusiedeln. Reutte erwartet sich dadurch einen deutlichen Zuwachs an Besuchern und Kaufkraft. Hubert Endhardt gab allerdings zu bedenken, dass dies auch Auswirkungen auf Füssen und seine Geschäftswelt haben könnte. 

Dabei verwies er am Beispiel des Festspielhauses auf das eher zu kleine Einzugsgebiet von Reutte. Zugleich befürchten die Grünen, dass der Betreiber einer Outlet-Kette bei einer Kündigung die gesamte Markt-gemeinde schwächen könnte. Ungelöst sei auch die Frage von hunderten neuer Parkplätze. 

Weitere Themen des Treffens waren unter anderem Menschen auf der Flucht, Gesundheit und Zusammenarbeit bei den Kliniken und in der Reha sowie ein grenzüberschreitendes Projekt Nationalpark Ammergebirge kamen in dem dreistündigen Gedankenaustausch zur Sprache. Weitere Treffen wurden vereinbart, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auszubauen.

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