Viele Leerstände im Theresienhof – Vermieter sucht Gespräch mit der Stadtverwaltung

Theresienhof in Füssen: Keine neuen Mieter in Sicht

Leerer Theresienhof
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Fast die komplette Westseite des Theresienhofs steht derzeit leer.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Wer den Theresienhof betritt, dem bietet sich ein trauriges Bild: Aufgrund von Insolvenzen steht der Großteil der Westseite des Füssener Einkaufszentrums leer. 

Wo noch bis Ende Mai 2019 das Textilgeschäft „Miller&Monroe“ seine Waren über zwei Stockwerke anbot, gibt es mittlerweile nur noch leere Schaufenster. Auch die benachbarte Klier-Filiale gibt es seit Frühjahr dieses Jahres nicht mehr. Dass hier in naher Zukunft neue Geschäfte einziehen, scheint unwahrscheinlich zu sein. „Zu den Nachmietern generell können wir noch nichts verbindliches mitteilen“, teilte die Firma Geiger, Betreiber des Einkaufszentrums, auf Nachfrage des Kreisboten mit.

Es sind derzeit schwere Zeiten für den Einzelhandel: Die schier endlosen Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie brachte so manches Unternehmen in finanzielle Schieflage. Auch die Friseurkette Klier trieb sie in die Insolvenz. Zahlreiche Filialen mussten daraufhin ihre Türen für immer schließen – darunter auch die im Theresienhof. Wirtschaftliche Gründe habe das Unternehmen dazu bewogen, sagte eine Pressesprecherin gegenüber dem Kreisboten.

Langer Leerstand

Schon deutlich länger steht die ehemalige „Miller&Monroe“-Filiale im Füssener Einkaufszentrum leer. Nach dem Aus der Schweizer Bekleidungskette „Charles Vögele“ übernahm die Vidrea Deutschland GmbH 2018 die deutschen Läden der Schweizer und baute in dem Zug auch das Geschäft im Theresienhof zur „Miller&Monroe“-Filiale um. Doch acht Monate später war schon wieder Schluss: Weil die Vidrea Deutschland GmbH mittlerweile insolvent war, musste auch die Füssener Filiale ihre Türen schließen.

Die Firma Geiger führte anschließend zwar Gespräche über eine Nachvermietung, doch eine Mietverhältnis kam dabei nicht zustande – bis heute. Das große Problem: Die Stadt hat bei der Planung des Einkaufszentrums starre Grenzen für die Vermietung aufgestellt. Da das Projekt seinerzeit auf den Widerstand der Füssener Einzelhändler stieß, legte die Stadt auf Basis eines Gutachtens genau fest, wie viel Quadratmeter die einzelnen Sortimente einnehmen dürfen.

Für weitere Herausforderungen bei der Vermietung sorgt die Zweigeschossigkeit der ehemaligen Charles Vögele-Filiale, erklärt Geiger gegenüber unserer Zeitung. Hinzu komme, dass die Corona-Pandemie die Expansionsstrategien im Textilbereich erheblich verändert hat.

Bebauungsplan ändern

Diese würden nun auf veränderte Rahmenparameter treffen. Um durch mehr Flexibilität einen nachhaltigen Mietermix in dem Einkaufszentrum generieren zu können, drängt das Unternehmen nun auf eine Änderung des Bebauungsplans.

Gespräche zwischen der Firma Geiger und der Stadtverwaltung laufen, bestätigen beide. Mehr wollte die Pressestelle des Rathauses dazu aber nicht sagen. Und auch Geiger hält sich bedeckt. „Wir stehen generell im Austausch mit der Stadt“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Eine Änderung des Bebauungsplans habe es aber noch nicht beantragt. „Wir arbeiten an einer präferierten Gesamtlösung für den Theresienhof“, so Geiger.

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