Jugendliche wollen Flusssurfen in Füssen

Die perfekte Welle für Füssen?

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Können Surfer künftig auch in oder bei Füssen auf einer Stehenden Welle im Lech surfen? Thomas Scheibel und seine Mitstreiter wollen es zumindest versuchen. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie.

Füssen – Was in München seit über 40 Tradition ist, wünschen sich Thomas Scheibel und seine Mitstreiter auch für Füssen oder das nähere Umland: Flusssurfen auf einer sogenannten stehenden Welle.

Wie der Bauunternehmer und Ideengeber auf Nachfrage des Kreisbote bestätigte, hat es deswegen bereits einen Termin im Landratsamt gegeben, um mögliche Standorte für eine „Stehende Welle“ am Lech in Füssen auszuloten. „Wir arbeiten gerade an einer Machbarkeitsstudie“, sagte er. Allerdings stehen die Überlegungen noch ganz am Anfang und die Chancen sind eher gering. 

Es waren die Pauli-Brüdern an der Floßlände in Thalkirchen bei München, die im September 1972 das Surfen auf einem Fluss erfanden: Am 5. September 1972 ritt Arthur Pauli mit seinem Bruder die Welle im Isar-Floßkanal zum ersten Mal ohne Seil. Damit war das Reiten auf der stehenden Welle geboren – der erste Riversurf der Welt. Über 40 Jahre später erfreut sich der Sport mittlerweile zunehmender Beliebtheit. Bekanntester Treffpunkt in Bayern ist sicherlich der Eisbach im Englischen Garten. Doch auch andere Städte und Kommunen ziehen nach.

So sind derzeit ähnliche Projekte in in Wolfratshausen, Nürnberg oder Ulm in der Umsetzung. In Nürnberg ist sogar Ministerpräsident Markus Söder (CSU) persönlich Schirmherr des Projekts. Auch in Österreich und der Schweiz sind verschiedene Wellen in Planung oder existieren bereits. Einen weiteren Schub erwartet sich die Szene durch den Umstand, dass bei Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio erstmals Wettkämpfe im Surfen in der langen Geschichte der Olympiade ausgetragen werden.

Vor diesem Hintergrund möchte nun auch Thomas Scheibel, der bereits durch beharrliches Insistieren den Fun- und Skatepark im Weidach wesentlich möglich gemacht hat, eine solche Stehende Welle für Flusssurfer in oder bei Füssen am Lech installierten. „Das Thema Flusssurfe erfreut sich derzeit großer Beliebtheit“, sagt er. Gerichtet wäre eine solche Attraktion in Füssen oder der näheren Umgebung genau wie der Skatepark vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. 

Treffen im Landratsamt

Um mögliche Standorte am Lech auf ihre Machbarkeit hinsichtlich der technischen Umsetzbarkeit und des Naturschutzes abzuklopfen, fand bereits ein sogenannter Scoping-Termin im Landratsamt Ostallgäu statt, an dem auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD) teilgenommen hat. Mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Kempten sei ebenfalls bereits gesprochen worden, berichtet Scheibel. „Wir suchen das positive Einvernehmen mit den Behörden und dem Naturschutz, dem Kreisfischereiverein sowie den Wasser-Kraftwerksbetreibern am Lech“, betonte er im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Denn auch wenn vieles derzeit wegen des frühen Stadiums der Überlegungen noch Unklar ist – ohne Eingriffe in den Lech und dessen Wasserspiegels, Stauhöhe oder das Ufer wird eine „Stehende Welle“ wohl nicht umsetzbar sein. Wobei es stark von den Gegebenheiten vor Ort abhänge, erläutert Scheibel, wie umfangreich der Eingriff schließlich ausfalle. „Am Eisbach musste man kaum was machen“, sagt er. „Im Prinzip braucht es einen Untergrund, der die Welle entstehen lässt, also eine Erhöhung.“ 

Allerdings: Eine detaillierte Planung kann erst erfolgen, wenn sich ein Standort als geeignet dafür herauskristallisiert hat. Und das werde nicht einfach: „Es wird sehr sehr schwer, aber wir wollen die Möglichkeit prüfen“, so Scheibel gegenüber dem Kreisbote. Zu beantworten sind auch noch die Fragen der Finanzierung unbd technischen Umsetzbarkeit, warnt er vor allzu viel Euphorie. Dafür würden zu viele Faktoren bei einem solchen Projekt eine Rolle spielen. 

Bürgermeister Paul Iacob (SPD), der bei dem Gespräch im Landratsamt dabei war, bleibt ebenfalls zurückhaltend. „Grundsätzlich halte ich persönlich eine Freizeit-Sportanlage dieser Art für gut“, sagte er auf Anfrage des Kreisbote. „Es müssen jedoch alle betroffenen Belange erörtert werden.“ Das werde schwierig.

Matthias Matz

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