Nach Unfall bei Schloss Neuschwanstein

PETA fordert Kutschverbot

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Die zerstörte Kutsche an dem Baum, der die Irrfahrt stoppte.

Schwangau – Die Tierrechtsorganisation PETA fordert Konsequenzen von Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) aus dem Kutschenunfall, der sich am vergangenen Sonntag bei Schloss Neuschwanstein ereignete.

Sie solle ein sofortiges Kutschverbot an der Sehenswürdigkeit verhängen, um nicht noch mehr Menschen und Tiere zu gefährden, so die Organisation. Außerdem fordert PETA ein Verbot solcher Gefährte im ganzen Landkreis Ostallgäu zu prüfen. 

Am vergangenen Sonntag fuhr die mit zwölf Personen besetzte Kutsche am Wendeplatz in Richtung Schloss, als die Pferde aus bisher ungeklärter Ursache plötzlich durchgingen (mehr dazu auf Seite 1). Bei dem Unfall wurden zwei Personen leicht und eine Person mittelschwer verletzt. Bereits 2012 kam es zu einem ähnlichen Unfall am Schloss Neuschwanstein. Auch damals gingen Kutschpferde durch. 

Das Ergebnis: Acht Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, zwei Pferde starben.

"Unkontrollierbare Risiken"

Nach Angaben von PETA ist das beileibe kein Einzelfall. Laut ihrer Anfang 2017 veröffentlichen Pferdekutschen-Unfallchronik wurden 2016 bei mindestens 41 Kutschunfällen insgesamt vier Menschen getötet und 61 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt. Zudem starb demnach ein Pferd, sieben weitere trugen Verletzungen davon.

„Wieder mal hat sich gezeigt, dass schwere Unfälle mit Kutschen vorprogrammiert sind, denn die Gefährte verfügen weder über sichere Bremssysteme, Airbags, noch über eine Knautschzone“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. 

„Da Pferde Fluchttiere sind und selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten können, sind die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar. Damit nicht noch mehr Menschen vor dem Schloss Neuschwanstein verletzt werden und dort weitere Pferde sterben, fordern wir ein sofortiges Verbot von Kutschfahrten an der Touristenattraktion.“

Verbot bestätigt

In Rothenburg ob der Tauber wurde laut PETA bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot für den historischen Kern der Altstadt vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt. Pferde sind nach Angaben der Tierrechsorganisation sensible und soziale Lauftiere, die am liebsten in einer Herde leben möchten. 

Sie benötigen gutes Futter, frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Zudem sollten laut PETA stet Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen.

kb

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