Aktion „Tirol testet“

Corona-Test im Tannheimer Tal: 1144 lassen sich testen - Nur zwei sind positiv

Eine Personen lässt sich bei der Aktion „Tirol testet“ auf das Corona-Virus testen.
+
Während die Menschen in den Großstädten Schlange standen, war der Zulauf in Tannheim bei der landesweiten Aktion „Tirol testet“ überschaubar. Insgesamt 431 Personen ließen in der Gemeinde einen Abstrich machen. Bei zwei davon fiel das Ergebnis positiv auf das Corona-Virus aus.

Tannheim - „Tirol testet“ – unter diesem Motto fand am Wochenende in Österreich eine landesweite Corona-Testreihe statt (der Kreisbote berichtete). Im Tannheimer Tal nahmen nur 1144 der 3150 Einwohner des Hochtals dieses Angebot in Anspruch. Und bei gerade einmal zwei Personen wurde das Corona-Virus nachgewiesen. 

Die Landesregierung hatte alle Bewohner zu diesem Antigen-Schnelltest aufgerufen, um das Infektionsgeschehen weiter in den Griff zu bekommen. Bei diesem Test wird der Erreger direkt nachgewiesen, jedoch nicht das Erbmaterial, sondern die Proteine. Da die Antigentests nicht sonderlich zuverlässig sind, stand bei einem positiven Ergebnis noch ein PCR-Test zur Überprüfung an.

Während sich in den größeren Städten Österreichs teils Schlangen vor den Testlokalen bildeten, ging es in der Gemeinde Tannheim eher beschaulich zu. Hier war gewollt mehr Testpersonal als zu testende Personen vor Ort, so dass unerwünschter Kontakt zu anderen Menschen nahezu völlig vermieden wurde. Der Testzeitraum von Samstag 7 Uhr bis 17 Uhr und Sonntag 7 Uhr bis 15 Uhr war bewusst so gewählt, dass alle etwa 1000 Einwohner ab dem sechsten Lebensjahr den kostenlosen Test absolvieren konnten.

225 Tests am Samstag, 206 Tests am Sonntag

Doch die Tannheimer nahmen das Angebot nicht wie erhofft an. Am Samstag ließen nur 225 Personen den Nasenabstrich zu, am Sonntag waren es 206. Insgesamt wurden zwei Personen positiv auf das Corona-Virus getestet – und das waren auch schon alle im gesamten Tannheimer Tal.

Für das Testlokal musste die Feuerwehr ihre Hallen räumen und die Fahrzeuge im Freien parken.

Für die Tests, die in der Bevölkerung nicht unumstritten waren, stand medizinisches Fachpersonal bereit, das diese dann auch auswertete. Alle Personen, die den Test machen ließen, wurden bereits ca. 15 Minuten nach absolvierten Nasenabstrich über das Ergebnis telefonisch informiert.

Experten bezweifeln Sinnhaftigkeit

Auch die Kosten von 67 Millionen Euro für ganz Österreich wurden kontrovers diskutiert. Experten bezweifeln die Sinnhaftigkeit dieser Aktion. Zum einen, weil die Massentestung epidemiologisch wenig Sinn mache, da das „Contact Tracing“ bereits jetzt überfordert sei, zum anderen, weil die Tests bereits zwei Tage später ganz anders ausfallen könnten.

Außerdem sei durch die überhastete Aktion rund 27 Millionen zu viel bezahlt worden – die Firmen IFMS aus Wien, Siemens und Roche werden sich gefreut haben.

Bleibt abzuwarten, was die kommenden Wochen mit sich bringen. Wird die Ausbreitung des Virus durch die Aktion eingeschränkt oder bleiben die Zahlen hoch – auch aufgrund der geplanten Öffnung der Skigebiete. Die Zahlen im Tannheimer Tal jedenfalls sind nicht so besorgniserregend: Von den 1144 Personen wurden nur zwei positiv auf das Corona-Virus getestet.

hg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Füssen: Skaten trotz Corona
Füssen: Skaten trotz Corona
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Corona im Ostallgäu: Inzidenzwert in Kaufbeuren steigt deutlich über 50, im Landkreis auf über 30
Neubau in Füssen: Norma lehnt Tiefgarage ab
Neubau in Füssen: Norma lehnt Tiefgarage ab
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Kaufbeuren jetzt mit der niedrigsten Inzidenz im Allgäu - Wert im Landkreis steigt
Corona im Ostallgäu und Kaufbeuren: Kaufbeuren jetzt mit der niedrigsten Inzidenz im Allgäu - Wert im Landkreis steigt

Kommentare