Ausbau in der Pulvermetallurgie lässt den Außerferner Betrieb als "Global Player" weiter wachsen

Plansee steigert seinen Umsatz

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Dr. Michael Schwarzkopf blickt auf das Geschäftsjahr 2014/15 zurück.

Reutte – Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr kann Außerferns größter Arbeitgeber, die Plansee Holding AG, zurückblicken. Durch stabile Voraussetzungen blickt man mit positiven Erwartungen in die Zukunft.

Vorstandsvorsitzender Direktor Dr. Michael Schwarzkopf hat jetzt eindrucksvolle Fakten über das Geschäftsjahr 2014/15 präsentiert: die Gruppe steigerte den Umsatz um fünf Prozent auf 1,26 Milliarden Euro, 34 Prozent des Umsatzes wurden mit Neuprodukten erzielt, in allen Industrieländern wurde Wachstum diagnostiziert, ein Eigenkapital von 1,1 Milliarden Euro ist ein beachtlicher Grundstock, die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf 180 Millionen. 

Auch am Standort Breitenwang/Reutte wurde kräftig investiert. Rund 40 Millionen sind eingesetzt worden. Der Mitarbeiterstand vor Ort hat sich bei 2300 eingependelt. Das sind 90 Arbeitsplätze mehr, als noch in der Vorperiode. Das globale Netzwerk der „plansee group“ wurde vergrößert. Weltweit sind es derzeit 34 Standorte. Von Nordamerika über Europa und Asien bis nach Fernost. 

Die Weltkonjunktur wird von Plansee stabil gesehen. Während jene der Schwellenländer leicht zurückgeht, sieht man in den Industrieländern eine leichte Steigerung. Die Investitionsschwerpunkte liegen in aufstrebenden Märkten wie Korea, China und Indien. Aber auch im „Kernland Österreich“ mit dem Standort Breitenwang-Plansee wurde und wird kräftig investiert, ebenso in Luxemburg. 

Gute Nachfrage in Europa 

„Während die Verkaufspreise weitgehend stabil blieben, haben wir eine neues Rekordergebnis bei der Absatzmenge erzielt“, meinte Schwarzkopf bei der Bilanzpressekonferenz in Reutte. Mehr als die Hälfte des Gruppenumsatzes entfiel auf die Absatzbranchen Maschinenbau, Automobil, Luftfahrtindustrie und Unterhaltungselektronik. Vor allem in Asien gewann man Marktanteil mit Produkten in letztere Sparte. Die Umsätze verteilten sich zu knapp 50 Prozent auf Europa, 28 Prozent auf Amerika und 23 Prozent auf Asien. Hier will man sich als „Global-Player“ mit weiterem gezieltem Engagement an eine Drittelung an den Weltmärkten heranmachen. 

„Überraschend gut war die Nachfrage in Europa, besonders aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie“ meinte der CEO. 

Position stärken 

Als Ergebnis einer nachhaltigen Forschungs- und Entwicklungspolitik mit rund fünf Prozent des Umsatzes wurden mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes mit Produkten erzielt, die jünger als fünf Jahre sind. Im Hartmetallbereich mit „Ceratizit“ hat man vor kurzem den deutschen Spezialwerkzeughersteller Klenk und den nordamerikanischen Werkzeughersteller Promax übernommen und die Mehrheit am deutschen Werkzeughersteller Günther Wirth erworben. „Damit stärken wir gezielt unsere Position im stark wachsenden Hartmetall- und Werkzeugmarkt und entwickeln uns immer mehr zu einem Vollsortimenter für unsere Kunden“, meinte der Chef des Familienunternehmens. Das Recycling von High-Tech Werkstoffen wie Wolfram und Molybdän ist Plansee ein Anliegen. 

Mit der Übernahme der finnischen Firma Tikomet ist man hier einen Schritt weitergekommen. Zusammen mit der konzerneigenen GTM gehört man nun auch zu den führenden Hartmetallrecycling-unternehmen. Schon beinahe die Hälfte der Pulver stammt aus wiederverwerteten Produkten, was sich günstig auf den Rohstoffverbrauch auswirkt. Das Ziel von Plansee: in die „Top drei“ der Welt zu bleiben. Mit dem Industrieportfolio der Gruppe sollte das gelingen. Seit 2005 hat Plansee dies deutlich ausgebaut. 

Erzielten vor zehn Jahren alle unternehmerischen Beteiligungen einen Gesamtumsatz von 900 Millionen Euro, so waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits 2,4 Milliarden. Weltweit beschäftigen die Beteiligungsunternehmen 11.800 Mitarbeiter, 400 mehr als noch vor einem Jahr. Plansee deckt mit dem pulvermetallurgischen Industrieunternehmen die gesamte Wertschöpfungskette der Werkstoffe Molybdän und Wolfram ab – vom Erzkonzentrat bis zur kundenspezifischen Komponente. 

Positiv in die Zukunft 

Eher positiv sieht man bei Plansee die Zukunft und rechnet mit einer weiterhin stabilen Geschäftsentwicklung: „Leider sehen wir weiterhin keine wirklich dynamische Geschäftsentwicklung“, so Schwarzkopf. „Deshalb konzentrieren wir uns darauf, interne Geschäftsprozesse zu optimieren und gezielte Akquisitionen zu tätigen, um unsere globale Marktstellung zu festigen.“

niko

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