Neujahrsempfang in Reutte

Gute Zahlen trotz schlechter Bedingungen

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Auf ein erfolgreiches neues Jahr stoßen Dr. Reinhard Schretter (v.l.), Bürgermeister Luis Oberer, Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann, WK-Obmann Christian Strigl, Dr. Jörg Bodenseer, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Konrad Geisler und WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler mit ihren Gästen im Saal an.

Reutte – Vom Plan A bis zum Pakt für Österreich – die Politik hat neue Konzepte vorgelegt. „Jetzt muss daraus Plan U werden – U wie umsetzen“, forderte der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Jörg Bodenseer beim Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer (WK) Reutte.

Die Wirtschaft im Bezirk Reutte glänzt mit tirolweit geringster Arbeitslosigkeit und steuert somit auf die Vollbeschäftigung zu. Weiter checke sie mit der „Talente-Card“ die Außerferner Jugendlichen und möchte Reutte zum digitalen Zentrum machen, so Bodenseer. 

Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgten in toller Art und Weise die Wiltener Sängerknaben unter ihrem Chorleiter Johannes Stecher.

Im Jahr 2016 haben die Tiroler Unternehmerinnen und Unternehmer einmal mehr durch Leistung überzeugt. „Tirol stellt seine Wirtschaftskraft mit überdurchschnittlichem Wachstum und dem stabilsten Arbeitsmarkt in ganz Österreich unter Beweis“, sagte Präsident Bodenseer. „Der gesunde Branchen- und Unternehmensmix sowie der intensive Tourismus sorgen dafür, dass der Standort Tirol krisensicher ist.“ 

Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeige, dass es für die Betriebe substanzielle Fortschritte durch die Investitionszuwachsprämie und durch punktgenaue Fördermaßnahmen gab. Ferner sei die Sicherung bei der Gewerbeordnung, nämlich dass Meister und Lehre erhalten bleiben, ein großer Erfolg. 

Auf der anderen Seite hätten die Unternehmer aber mit jeder Menge Polit-, Sozial- und Ökopopulismus fertig werden müssen. „Das hat Projekte verhindert, Unsicherheit geschaffen und die Planung beeinträchtigt“, erklärt Bodenseer und fordert eine Rückkehr zur Sachlichkeit. 

Zu niedriges Wachstum

„Unsere wirtschaftliche Pole Position ist hart erkämpft – und will verteidigt werden“, erklärt der WK-Präsident. 

Das prognostizierte Wachstum für die kommenden Jahre liegt jeweils unter zwei Prozent – das reicht nicht, um eine echte Entlastung bei der Arbeitslosigkeit zu erreichen.

Für Bodenseer liegt eine der Hauptursachen dafür in der Überregulierung des Arbeitsmarktes. „Starre Zumutbarkeitsbestimmungen und unflexible Arbeitszeiten begünstigen die Soziale Hängematte“, sagte er. „Doch Arbeit muss sich deutlich mehr lohnen als der Bezug von Sozialleistungen“, forderte der Präsident derv Wirtschaftskammer. „Wir alle warten auf Mut zur Lücke. Es braucht weniger Strafen und Kontrollen, weniger Steuern und weniger Bürokratie“, appellierte er.

 „Um die Gesetzesflut einzudämmen, müssen neue Gesetze wie Lebensmittel mit einem Ablaufdatum versehen werden. Dringend nötig sind auch Investitionsanreize und mehr Netto vom Brutto“ so der WK-Präsident. 

Erfolgreiches Außerfern 

„Die erfolgreiche Situation im Außerfern sehen wir auch als Auszeichnung für unsere Betriebe, unsere Mitarbeiter und letztendlich auch als Bestätigung für die gute Zusammenarbeit der Sozialpartner“, betonte WK-Bezirksobmann Christian Strigl. 

Die Unternehmen brauchten Fachkräfte, eine Auswahlmöglichkeit und Leute, die motiviert sind sich zu qualifizieren und zu arbeiten. „Engagierte und qualifizierte Fachkräfte können heute mit deutlich besseren Berufsperspektiven rechnen“, sagte der Bezirksobmann. „Dennoch klagen heimische Unternehmer über Mitarbeiternot. Wir im Bezirk setzen auf das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage“, so Bezirksobmann Strigl. 

Schon seit Jahren zeichne sich mittlerweile ein Fachkräftemangel für die Wirtschaft ab und dieser habe sich mit den geburtenschwachen Jahrgängen noch zusätzlich verschärft. Hier sei es notwendig, gegenzusteuern und da sei man von der Wirtschaftskammer aus konzentriert dabei. 

ed

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