Klosterstraße: Räte lehnen Antrag für Parkplätze am Sebastiantor ab

"Mir reicht diese Regelung"

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Der westliche Gehweg (links) in der Klosterstraße wird durch die Stadtmauer begrenzt. Da laut Dr. Christoph Böhm (CSU) deshalb kaum jemand diese Seite des Gehwegs benutze, beantragte er dort statt des eingeschränkten Halteverbots zwei Kurzzeitparkplätze unterzubringen.

Füssen – Blumen, Erdsäcke und Gartenharken mal schnell aus dem Auto ausladen und zum Grab bringen. Das wird auch weiterhin in der Klosterstraße südlich des Sebastiantors möglich sein. Mehr aber auch nicht.

Zwei Kurzzeitparkplätze, die Dr. Christoph Böhm (CSU) dort beantragt hatte, lehnte der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag mehrheitlich ab. 

Der Grund: Die bisherige Lösung sei zielführender. Nach dem verheerenden Brand im Franziskanerkloster 2013 hatte sich der Verkehrsausschuss mehrheitlich für ein Parkverbot vor dem Kloster auch während der Gottesdienste ausgesprochen. Denn der Platz dort ist begrenzt. Wenn zum Zeitpunkt des Brands dort Autos gestanden hätten, hätte die Feuerwehr gar nicht direkt zum Einsatzort fahren können, so die Begründung. 

Doch die gesamte Altstadt ist eng: Kirchen- und Friedhofsbesucher haben kaum Möglichkeiten, ihr Auto in der Nähe abzustellen. Und das ist besonders für Senioren und Friedhofsbesucher, die die Gräber mit allerhand Utensilien pflegen wollen, beschwerlich. Deshalb sucht die Kirchenverwaltung jetzt nach einer Lösung, wie Böhm im Ausschuss informierte. 

Doch Stellplätze auf einer Grasfläche südlich des historischen Friedhofs lehnte das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) ab. Deshalb beantragte Böhm jetzt zwei Parkplätze in der Klosterstraße südlich des Sebastiantors. 

„Da parken öfters Autos. Von der Breite passt das genau drauf und die Straße ist immer noch benutzbar“, so der CSU-Stadtrat. Zumal der Gehweg auf der Westseite kaum frequentiert werde, da es dort keinen Durchgang durch die Stadtmauer gebe. Der existiert nur auf der Ostseite. 

Ein weiterer Vorteil: „Es muss nichts verändert werden“ außer einer Markierung auf der Straße, so Böhm. „Es wäre eine billige Maßnahme und man könnte den Kirchgängern entgegenkommen ohne viel zu investieren.“ 

Doch als problematisch bewerteten das Landratsamt Ostallgäu und das Denkmalamt diese Idee, wie die Stadtverwaltung informierte. Die Gegend sei sehr idyllisch. Es handle sich hier um den letzten Rest Stadtmauer mit Wehrgang: „Ein historischer Brennpunkt. Er sollte von modernen Dingen frei bleiben“, so die Einschätzung der Behörden. 

Die jetzige Regelung, ein eingeschränktes Halteverbot, sei ein „guter Kompromiss“. Eine Ausweisung als Stellplatz würde nur parkende Autos provozieren. 

Arbeitszeit ist nicht drin

Lothar Schaffrath (SPD) sah das ähnlich: „Mir reicht diese Regelung.“ Feingefühl bei der Verkehrsüberwachung forderte dann aber Heinz Hipp (CSU). „Be- und Entladen kann schon fünf Minuten dauern“, so Hipp. „Wir bringen Toleranz in die Verkehrsüberwachung rein“, stimmte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) zu. Auch er sprach sich für die bisherige Regelung aus. Feste Parkplätze würden dem Ensemble nicht gut tun, so Iacob. Die Stadtmauer mit Wehrgang müsse „so positiv wie möglich aufrecht erhalten werden.“ 

Über die Vorschriften beim eingeschränkten Halteverbot informierte Polizist Thomas Meiler die Stadträte genauer. Wenn ein Autofahrer seinen Wagen dort abstelle aber nichts tue, könne er schon nach drei Minuten aufgeschrieben werden. 

Wenn er aber sein Auto entlade oder beispielsweise einen Behinderten zu seiner Wohnung bringe, könne er solange dort stehen bleiben, wie es eben dauert. Auch wenn er damit eine Stunde beschäftigt sei, so Meiler.

Doch diese Regel hat für Friedhofsbesucher einen großen Nachteil: Sie können nach dem Abladen ihrer Geräte am Grab nicht gleich mit der Arbeit anfangen. Davor müssen sie noch ihr Auto umstellen. „Die Arbeitszeit an den Gräbern ist nicht mit drin“, informierte Meiler. Zielführende Lösung Bei Kurzzeitparkplätzen sehe die Sache anders aus. Da müsse man eine Strafe befürchten, sobald die vorgeschriebene Zeit überschritten sei. „Da ist ein Toleranzbereich nicht gegeben“, sagte Iacob.

 Aber: Dann können auch die die Stellplätze benutzen, die in der Stadt einkaufen wollen, warf Niko Schulte (CSU) ein. „Das kann ich gar nicht vermeiden.“ Deshalb sei das eingeschränkte Halteverbot „zielführender“, so Schulte. Eine Meinung, die auch seine Stadtratskollegen teilten. Sie sprachen sich mit einer Gegenstimme von Böhm für die bisherige Lösung mit Toleranz bei der Verkehrsüberwachung aus.

Katharina Knoll

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